Institutionen der zivilen Konfliktbearbeitung

Institutionen der zivilen Konfliktbearbeitung

Institutionen der zivilen Konfliktbearbeitung

Es besteht das Problem, dass die Wirkung ziviler Konfliktbearbeitung hinsichtlich der Prävention gewaltsamer Konflikte kaum nachweisbar ist. In der Bundesrepublik gibt es eine Reihe von in der Öffentlichkeit kaum bekannten Projekten und Institutionen im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung, die mit vergleichsweise geringen Mitteln erhebliche Wirkungen erzielen und enorme Kosten einsparen. Dazu gehören:

  • ZIF: Das Zentrum für Internationale Friedeneinsätze in Berlin besteht seit Juni 2002. Hauptaufgabe des ZIF ist es, eine Personalreserve von ca. 1000 zivilen deutschen Fachleuten für den kurz- und mittelfristigen Einsatz in Friedens- und Wahlbeobachtungseinsätzen der UN, EU und OSZE aufzubauen. Mit seiner Verbindung von Personalrekrutierung und -ausbildung, Einsatzbegleitung und Analyse ist das ZIF weltweit einmalig.
  • ZIVIK: Das Projekt für Zivile Konfliktbearbeitung wird vom Institut für Auslandsbeziehungen getragen und durch das Auswärtige Amt finanziert. Zivik soll als Mittlerinstanz Nichtregierungsorganisationen, die im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung tätig sind, den Zugang zu öffentlichen Ressourcen erleichtern. Unterstützt wurden MenschenrechtsbegleiterInnen der Peace Brigades International in Kolumbien, ein Dialogprozess mit gemäßigten Islamisten in Tadschikistan, Demobilisierungs- und Reintegrationsprojekte und demokratische Medien. 2005 wurden die Aktivitäten des Instituts für Auslandsbeziehungen mit rund 2 Millionen Euro gefördert.
  • ZFD: Der zivile Friedensdienst entstand auf Initiative von Friedensgruppen und wird seit 1999 vom Entwicklungsministerium (BMZ) unterstützt. Ausgebildete Fachkräfte unterstützen lokale Partner in Krisenregionen bei ihrer Verständigungsarbeit auf unterer und mittlerer Ebene der Gesellschaft.
  • DSF: Erst die rot-grüne Bundesregierung nahm die zeitweise ausgesetzte Bundesförderung der Friedensforschung wieder auf. Die Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert Forschungsprojekte und den akademischen Nachwuchs. 2003 gelang es erstmalig, das Verteidigungsministerium zu einem Millionenzuschuss für die DSF zu bewegen.
  • CIVPOL: Die Teilnahme der deutschen Polizei an internationalen, friedenssichernden Einsätzen der UN und EU ist zu einer wichtigen, aber kaum bekannten Daueraufgabe geworden. Im Jahre 2008 unterstützte Deutschland mit 245 PolizistInnen internationale Friedensmissionen im Kosovo, Sudan, Liberia, Georgien, Ukraine, Bosnien, Palästina und Afghanistan.
  • GTZ: Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit hat im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Vorhaben Krisenprävention und Konfliktbearbeitung ins Leben gerufen. Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung von Konzepten und Instrumenten zur Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensentwicklung sowie deren Anwendung in der Entwicklungszusammenarbeit.

Quellen:
www.ifa.de/zivik/
www.zif-berlin.org/
www.ziviler-friedensdienst.org/
www.ziviler-friedensdienst.org/
www.bundesstiftung-friedensforschung.de/
www.gtz.de/de/themen/uebergreifende-themen/krisenpraevention/3947.htm

« zurück zu: Paradigmenwechsel in der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik

0 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben