Jüdische und jüdisch-palästinensische feministischen Organisationen in Israel

Frau steht mit geschlossenen Augen und Zettel in der Hand der Klagemauer

Israel

Der soeben erschienene Bericht des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Israel ist die erste ausführliche Untersuchung zur aktuellen feministischen Bewegung des Landes. Der Bericht konzentriert sich auf die jüdischen und die jüdisch-palästinensischen feministischen Organisationen Israels und umfasst zwei Teile. Der erste Teil ist eine detaillierte Abhandlung über die 46 Organisationen, deren jeweilige Aktivitäten in standardisierten Kategorien verzeichnet sind. Der zweite Teil, der auch ins Englische und Arabische übersetzt wurde, analysiert die Trends und Merkmale der israelischen feministischen Nichtregierungsorganisationen (NROs), und trägt damit wesentlich zur Dokumentation der bislang nur unzureichend erfassten feministischen Aktivitäten bei – maßgebliche Kräfte für sozialen Wandel in Israel.

Der Bericht von Dorit Abramovitch, langjährige feministische Autorin, Dozentin und Koordinatorin von Kampagnen, erörtert sowohl Erfolge als auch Herausforderungen der feministischen Bewegung Israels bis heute. Darin enthalten sind u.a. ein historischer Überblick und die Darstellung der Spannungen zwischen individuellen Dienstleistungen und öffentlichen Aktivitäten, dem Anwachsen von Organisationen, das auf der einen Seite ein sich stetig weiter ausdehnender Aktionsradius hervorbringt, auf der anderen Seite aber auch häufig zu Konkurrenzverhalten um Präsenz und Ressourcen führt. Auch Aufbau, Auswirkung und Nachhaltigkeit von kurz- und langfristigen Zusammenschlüssen zwischen den Organisationen werden thematisiert und vieles andere mehr.

In dieser Ausgabe werden die geschlechterspezifischen Belange dargestellt und erörtert, die öffentlich diskutiert werden sollten. Feministischer Aktivismus schließt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ein und hat Auswirkungen auf nahezu jeden Lebensbereich, doch die Organisationen selbst sind sich nicht immer über die "Unternehmungen“ von ihres gleichen bewusst. Das reichhaltige Informationsmaterial des Berichts, der auch Empfehlungen für die Akteure in diesem Bereich beinhaltet, bietet eine einzigartige und hervorragende Gelegenheit zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Initiativen, und übt damit einen wesentlichen Einfluss aus. Es ist zu hoffen, dass der Bericht maßgeblich zur Entwicklung von Richtlinien beitragen wird, die letztendlich zur Durchsetzung demokratischer Geschlechtergerechtigkeit in Israel führen.

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Download des Berichts in Englisch, Hebräisch und Arabisch:

Jüdische und jüdisch-palästinensische feministische Organisationen in Israel:

Merkmale und Trends, mit nachfolgendem Überblick und Dokumentation der Organisationen. Hebräisch (PDF, 235 Seiten, 5,78 MB)
Merkmale und Trends. Englisch (PDF, 106 Seiten, 1,52 MB)
Merkmale und Trends. Arabisch  (PDF, 88 Seiten, 2,05 MB)

Herausgegeben vom Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Israel, 2009
Alle Rechte vorbehalten.

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