Die Doppelbestrafung: Weiblich und aus dem Ausland

Die Doppelbestrafung: Weiblich und aus dem Ausland

Frauen in TschadUrheber: Mark Knobil. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Vor dem Hintergrund der vorherrschenden Gewaltkultur in Südafrika: „erscheint die Darstellung von Fremdenfeindlichkeit als etwas Abnormes oder Pathologisches geradezu ironisch. Fremdenfeindlichkeit ist eine Form von Gewalt und Gewalttätigkeit ist die Norm in Südafrika, ein integraler Bestandteil des sozialen Gefüges.“

Gewalt gegen Ausländer und Gewalt gegen Frauen sind zwei Ausprägungen, die von der allgemeinen Öffentlichkeit und Außenwelt mit Entsetzen und Abscheu betrachtet werden, in der Gesellschaft Südafrikas jedoch als landläufige Umgangsform mit Minderheiten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen gelten. Die Erfahrung der Doppelbestrafung ausländischer Frauen resultiert aus ihrer Eigenschaft die Schnittmenge zweier verwundbaren Gruppen zu bilden, die beide Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt schutzlos ausgeliefert sind.

Mit dem Begriff „Xenophobie“ werden unverzüglich die Bilder der gewalttätigen Angriffe gegen Ausländer im Mai 2008 heraufbeschworen, doch Migrantinnen in Südafrika sind täglich ab dem Zeitpunkt ihrer Ankunft noch viel subtileren und heimtückischeren Formen von Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt. Diese äußern sich nicht nur durch körperliche Gewaltanwendung, sondern auch verbal und psychisch durch Beschimpfungen und Misshandlungen, durch Willkür in strukturellen und institutionellen Bereichen sowie durch kulturelle und ethnische Diskriminierung. Während die von fremdenfeindlicher Gesinnung und Verhaltensweisen bestimmten Angriffe auf Ausländer in Südafrika unabhängig von Geschlecht oder Alter stattfinden, gibt es zudem eine geschlechtsspezifische Perspektive der Fremdenfeindlichkeit, die inmitten dieses beständigen Klimas der Intoleranz oft übersehen wird. Auch wenn es seit den Angriffen im Mai 2008 zu keinen Gewaltausbrüchen mit vergleichbarem Ausmaß mehr kam, ist Fremdenfeindlichkeit (und die damit verbundene fremdenfeindliche Gewalt) in Südafrika mit Sicherheit nicht verschwunden und muss deshalb weiterhin fester Bestandteil der Tagesordnung von Regierung und Zivilgesellschaft gleichermaßen bleiben.

 

Lesen sie den vollständigen Text: Double Jeopardy: Foreign and Female (engl.)



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