Call for Papers

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Gebrochene (Gleichheits-)Versprechen: Die offene Flanke der liberalen Demokratie für Anti-Feminismus

Call for Papers zum 27. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ vom 25. bis 28. September 2018 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Deadline: 31. Januar 2018.

Die Versprechen der liberalen Demokratie auf Gleichheit und universale Rechte wurden von Beginn an durch eine ungleiche Geschlechterordnung konterkariert, die als quasi-ständisch oder als bürgerlicher Sekundär-Patriarchalismus charakterisiert wurde. Die politische Theorie, so die feministische Kritik, trage weniger zur Erhellung denn zur Verdeckung dieses Spannungsverhältnisses bei: Der liberale Gesellschaftsvertrag suggeriere die Gleichheit der Vertragschließenden, basiere aber auf einem ungleichen Geschlechtervertrag. Unsere These ist, dass diese ungleiche Geschlechterordnung aktuell eine offene Flanke für anti-feministische Mobilisierungen von rechts bietet.

Zum Verständnis des Erfolgs neu-rechter politischer Gruppierungen ist somit die von sozialen Bewegungen erkämpfte, widersprüchliche Modernisierung der Geschlechterverhältnisse von zentraler Bedeutung. Aktuell wird diese im gesellschaftlichen Diskurs als krisenhaft (vgl. z.B. die medialen Debatten über eine Krise von Männlichkeit) oder als bedrohlich verhandelt. Letzteres wird vor allem für konservative Teile der Mittelschicht, aber auch für Schichten mit sozialen Abstiegsängsten vermutet. Anti-Feminismus gilt zudem europaweit als ‚symbolischer Kitt‘ für Bündnisse zwischen der Neuen Rechten und liberal-konservativen, traditionalistischen oder religiös-fundamentalistischen Kreisen.

Das Panel soll diesen Zusammenhang zum Thema machen. In einem Call for papers werden Beiträge erbeten, die in vergleichender Perspektive die ideengeschichtlichen Wahlverwandtschaften zwischen konservativen und neu-rechten Geschlechterdiskursen sowie die Brückenfunktion antifeministischer Diskurse für politische Bündnisse Beleuchten. Daneben sollen auch neu-rechte Bezugnahmen auf Versuche zur Modernisierung der Geschlechterverhältnisse und die veränderte Positionierung von Frauen in der Neuen Rechten analysiert werden, u.a. auch unter dem Begriff Femonationalismus.

Erwartet werden Vorschläge auf Deutsch oder Englisch (in der geplanten Vortragssprache) im Umfang von maximal 2.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen).

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress
teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail- Adresse der Veranstalterinnen des Panels: dorothee.beck@staff.uni-marburg.de. Die Entscheidung über die Annahme Ihres Vorschlags wird Ihnen im Anschluss an die Beratung des Programmbeirats des DVPW-Kongresses Ende März/Anfang April bekanntgegeben.

Den vollständigen CfP finden Sie hier.

Die Veröffentlichungen der folgenden Calls sind Hinweise, die wir an Sie weitergeben und für die wir keine Verantwortung übernehmen können. Bitte informieren Sie sich genauer bei den jeweiligen Einrichtungen (Kontaktadressen und Homepages sind angegeben), bevor Sie sich auf ein Angebot bewerben. 

In einigen Calls ist kein Stichtag für das Einreichen der Bewerbungen und Beiträge angegeben. In solchen Fällen geben wir stattdessen das Datum an, an welchem die Information auf unserer Webseite eingestellt wurde. Wir bitten um Verständnis. 

Diese Rubrik wird laufend überarbeitet. Dabei brauchen wir Ihre Mitarbeit! Senden Sie uns bitte Ihre Informationen mit dem Stichwort "Call for Paper" an gwi@boell.de. Vielen Dank!

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Reflexion – Antidiskriminierung Handlungsfähigkeit
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„Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“
Frankfurt (Main)

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