Gender Mainstreaming

Wir begleiten Sie bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming

Was ist Gender Mainstreaming?

Seit mehr als 10 Jahren ist Gender Mainstreaming zentraler Bestandteil der Gleichstellungspolitik der Europäischen Union und ein verbindliches Leitprinzip für Politik und Verwaltung. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich dazu verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Querschnittsaufgabe ihrer Politik zu machen. Da ungleiche und häufig auch ungerechte Geschlechterverhältnisse alle Bereiche der Gesellschaft durchziehen, muss die Gender-Perspektive bei allen gesellschaftlichen Planungen, Entscheidungen und Prozessen berücksichtigt werden (daher: Mainstreaming).

An wen wendet sich Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming richtet sich an AkteurInnen, die an politischer Gestaltung beteiligt sind. Das Leitprinzip Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet sie dazu, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Männern zu analysieren. Politische und strukturelle Entscheidungen sollen immer auch zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen.

Angesprochen sind damit insbesondere gewählte haupt- und ehrenamtliche PolitikerInnen sowie Beschäftigte, die an diesen Prozessen beteiligt sind. Der Personenkreis beschränkt sich nicht nur auf Führungskräfte, die das Prinzip des Gender Mainstreaming in ihrer Arbeit anwenden sollen, sondern bezieht auch die darunter liegenden Hierarchieebenen ein.

Gender Mainstreaming ist ein politisch innovativer Ansatz. Um GM in Organisationen und Institutionen umzusetzen, müssen sich Führungskräfte klar zu den Zielen und der Strategie bekennen und die Verantwortung für die Implementierung von GM übernehmen. In diesem »Top-Down-Prozess« (von oben nach unten) wird dann eine organisationsspezifische Vorgehensweise (Konzept) erarbeitet.

Welche Ziele verfolgt Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ist ein Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit für Frauen und Männer. Die EU fordert von ihren Mitgliedsstaaten, bei der Planung, Durchführung und Evaluation politischen Handelns immer auch die geschlechterbezogenen Perspektive zu berücksichtigen. Gender-Bewusstsein soll in alle Bereiche der Gesellschaft getragen werden (Gender Mainstreaming-Implementierung).

Dabei geht es weniger um formale Gleichbehandlung von Frauen und Männern ungeachtet ihrer jeweils unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und Lebenssituationen. Ziel von Gender Mainstreaming ist vielmehr die Herstellung tatsächlicher Chancengleichheit. Eine solche Politik begreift Männer und Frauen nicht jeweils als homogene Gruppen, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass auch innerhalb dieser Gruppen vielfältige Lebenssituationen und Bedürfnisse bestehen (Diversity).

Im Kern geht es darum, dass sich auf allen Ebenen ein neues Denken etabliert, das den Aspekt Gleichstellung als substanzielles Teilziel in die Politik integriert. Die Kategorie Gender wirft nicht nur die Frage der Geschlechter-Gerechtigkeit auf, sie ist auch ein wesentlicher Faktor zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer und politischer Probleme.

Die Umsetzung von Gender Mainstreaming kann nur gelingen, wenn die Veränderungsprozesse ganz konkret in den gesellschaftlichen Organisationen und bei ihren jeweiligen MitarbeiterInnen ansetzen.

von
Henning von Bargen in der Ausgabe 02-2012 der StiftungsWelt über Vorbildfunktionen von Stiftungen und was sie für ihr Handeln berücksichtigen sollten, um fit für die Zukunft und demokratisch sowie sozialgerecht vorbildlich aufgestellt zu sein. Dazu gehören ganz entscheidend die Strategien Gender Mainstreaming und Managing Diversity.

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