Gewalt & Konflikt

Barbara Unmüßig am Redepult
von

Folter und sexualisierte Gewalt gehören zum Alltag in syrischen Gefängnissen. Doch bei den Friedensverhandlungen in Genf spielen die Menschenrechtsverletzungen des Assad-Regimes keine Rolle. Barbara Unmüßig fordert daher, dass auch Frauen als Verhandlerinnen an den Friedenstischen sitzen müssen.

Umriss einer Reaper Drone auf einer Straße
von

Welche Bilder dürfen und sollten wir zeigen, von Gewalt, Trauer und Tod - und welche sind Geschmacklos? Schon Susan Sontag warnt, dass genau dort, wo vom „gutem Geschmack“ beim Betrachten der Leiden anderer die Rede, Vorsicht geboten ist. Denn nicht selten werde von Angst und Trauer abgelenkt. Gewaltloser zu betrachten und/oder zu zeigen ist selbst keine gewaltfreie Wahrnehmungsangelegenheit.

von

Trotz der von den Vereinigten Nationen geäußerten Versprechen, Frauen aktiver in Friedensverhandlungen einzubinden, mangelt es an Bereitschaft und Interesse, dies tatsächlich zu tun. Während globale Konfliktherde eskalieren, werden basisaktivistische Bewegungen und Grassroots-Frauen von Entscheidungsprozessen der UN ausgeschlossen. Gitti Hentschel zieht eine Jahresbilanz und schlägt neue Richtungen vor.

Krieg im Fokus der Medien

Journalistinnen in der Kriegs- und Krisenberichterstattung
Zweites Medienlabor des Journalistinnenbund e.V. in Kooperation mit dem Gunda-Werner-Institut

Fachgespräche

Brigid Inder und Anna von Gall
von

Aus vielen Regionen der Welt, aus Analysen und Berichten wissen wir, dass Massen- und Gruppenvergewaltigungen zur Zurichtung von Kämpfenden und damit als Kriegsstrategie benutzt werden, die in brutalsten Gewaltexzessen bis hin zu Morden enden können.

In den letzten Jahren haben Transitional Justice Konzepte im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der konfliktreichen Vergangenheit von Gesellschaften an Bedeutung gewonnen. Umstritten ist, wie weit notwendig dazu gehört, die vergangenen Verbrechen aufzudecken, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, um so den Opfern Genugtuung widerfahren zu lassen und ihre Würde wieder her zu stellen.

Wie kann militarisierten Männlichkeitskonstrukten erfolgreich begegnet werden? Wie arbeiten Projekte vor allem in (Post)Konfliktregionen mit Männern, die sexualisierte Gewalttaten verübt haben? Fachgespräch des GWI in Kooperation mit medica mondiale und dem Frauensicherheitsrat.

Revolver mit Knoten vor dem UN Gebäude!

Die Geschlechterperspektive ist eine zentrale Voraussetzung für die Nachhaltigkeit krisenpräventiver Projekte. Das Fachgespräch des Gunda-Werner-Instituts behandelte am 18. Mai 2010 Chancen und Perspektiven geschlechtergerechter Krisenprävention. Lesen Sie die Beiträge der Expert_innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft.

von

Wie hängen Erscheinungsformen, Motive und Auswirkungen von Terrorismen mit der Geschlechterperspektive zusammen? Lassen sich vergleichbare Linien in der gesellschaftllichen Wahrnehmung von Selbstmordattenäter_innen, RAF-Mitgliedern  und  Osama Bin Laden als einem „Signifier des Terrors“ erkennen, wenn Gender zur Analyse herangezogen wird?

Themenschwerpunkt

Alle sollten vor dem Gesetz gleich sein - Graffiti in Kapstadt, Südafrika. Urheber: Kerimcan Akduman. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Transitional Justice Konzepte haben im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der konfliktreichen Vergangenheit von Gesellschaften an Bedeutung gewonnen. Umstritten ist, wie die vergangenen Verbrechen aufzudecken, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen sind.

Gewaltförmige Konflikte

Bewaffnete Konflikte hängen auch mit ungerechten Geschlechterverhältnissen zusammen. Die großen UN-Konferenzen der 90er Jahre haben geschlechter- und friedenspolitische Anliegen auf die Agenda gesetzt und die Zivilgesellschaft gestärkt.

Mit Mauerfall, Globalisierung und terroristischen Angriffen haben sich die sicherheitspolitischen Bedingungen weltweit verändert. Die Klimakatastrophe, die Welthungerkrise, der Kampf um Rohstoffe und die Weltwirtschaftskrise sind weitere Bedrohungen für den Frieden.

Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation haben militärische Organisationen wie die NATO einen Bedeutungswandel erfahren. Weil sie an Wichtigkeit verloren, entwickelten sie in der Folge ein vielfältiges Aufgabenfeld, um ihre Existenz zu legitimieren. Dadurch gewannen sie an Definitionsmacht.

Die Geschlechterrollen im Krieg waren jahrhundertelang über viele Kulturen hinweg stereotyp verteilt: Männer kämpften mit Waffen, Frauen jedoch nicht – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Das beginnt sich langsam zu ändern.

Aus feministischer Sicht ist die positive Bilanz des Nationalstaats in Sachen Sicherheit nicht eindeutig. Dabei spielt der Blick in die so genannte Privatsphäre eine entscheidende Rolle.

Konfliktprävention

Die Frage nach individueller und öffentlicher Sicherheit rangiert in der öffentlichen Wahr-nehmung weit vor dem Wunsch nach Frieden und friedvollen gegenseitigen Beziehungen. Sicherheit scheint also Vorrang vor Frieden zu haben.

Während in den hegemonialen Diskursen militärisches Eingreifen eine Option zur Konfliktbearbeitung bleibt, entwickelten sich in der feministischen Diskussion umfassende positive Friedensentwürfe.

Friedensforscherinnen, zivilgesellschaftliche Gruppen, politische Parteien und supranationale Organisationen hinterfragen die bisherigen Vorstellungen von Sicherheit und haben neue Konzepte zur zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention entwickelt.

Feministinnen befinden sich in der Zwickmühle zwischen fundamentaler und systemimmanter Kritik, zwischen dem Anspruch auf Systemveränderung und dem Aufzeigen konkreter geschlechtersensibler Ansätze auch im militärisch-strategischen Bereich.

Friedenspolitik heißt, Gewaltprävention in allen Krisen- und Konfliktregionen zu fördern und  Friedensakteur/innen vor Ort zu stärken. Traditionelle Formen der Gewaltprävention reichen oft nicht aus. Alle gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen, auch Familien und Schulen, müssen einbezogen werden.

Gewaltförmige Konflikte und Konfliktprävention

Gewaltförmige Konflikte und Kriege haben vielfältige Hintergründe. Bei der Ursachenanalyse wird aber ein wesentlicher Faktor meist außer Acht gelassen - die geschlechterpolitische Dynamik. Der Blick auf die Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern ist jedoch ebenfalls wichtig, um zu verstehen, wie Krisen und Kriegen entstehen, wie sie verhindert werden können und ein nachhaltiger Frieden erreicht werden kann. Frieden ist mehr als nur Abwesenheit von Krieg. Eine geschlechtergerechte und gewaltfreie Gesellschaft ist nicht durch Militär zu verwirklichen, sondern durch zivilgesellschaftliche Formen der Konfliktregulierung, vor allem durch Prävention. Dabei spielt die Geschlechterfrage eine wichtige Rolle.

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Strategien im Umgang mit antifeministischen Angriffen auf Soziale Arbeit
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