Gender auf der Bühne des Lebens, der Politik und des Theaters
Veranstaltungsübersicht Samstag, 11. Juli 2009:
- 9-10 Uhr - Gender Village – Markt der Möglichkeiten
Projekte stellen sich vor. - 10-13 Uhr - Seminarvorstellung
Gender auf der globalen Bühne: Gender und Globalisierung
Ein Seminar des Fachgebietes Gender und Globalisierung der Humboldt-Universität wird seine Ergebnisse präsentieren. Schwerpunkte sind: globale Politik und Gender, Gender in Alltagspraktiken, Gender und Performativität in der globalen Ökonomie Seminarvorstellung mit Gülay Caglar – HU Berlin und Student_innen der HU - 10-13 Uhr - Workshop
Radical Cheerleading - Riot not diet: Get up, get out and try it!
Cheerleading im Kontext von Sportveranstaltungen wirkt als verdichtetes «Superzeichen» einer hyper-sexualisierten Weiblichkeit. Radical Cheerleader eignen sich die Praxis für ihre eigenen Zwecke an: Statt eine Mannschaft anzufeuern, rufen sie feministische Slogans, statt Puschel schwingen sie Klobürsten. Workshop mit Dipl.-Ing Anne Quinkenstein - 10.00 Uhr - Workshop
Pop und Gender
Welches Geschlecht hat Kultur? Im Workshop werden Geschlechterverhältnisse in der Kultur am Beispiel des Pop aufgezeigt und bearbeitet, Gegenentwürfe und Strategien zu einer geschlechtergerechten Kulturarbeit veranschaulicht und entwickelt (riot grrrls, ladyfeste, etc.). Workshop mit Torsten Nagel und Sandra Ehlen – play gender, Köln - 12-16 Uhr - Workshop (ab 12 Jahre)
Gender is not binary
Hey liebe Damen, Jungen, Mädchen, Männer, Kingz, Queenz, trans*gender und Inbetweens und all die vielen Geschlechter darüber hinaus! In diesem Workshop können sich die Teilnehmenden lustvoll alle möglichen Geschlechtsdarstellungen aneignen, ausprobieren was sonst nur im Schaufenster zu bewundern ist und sich in ein anderes Geschlecht transformieren. Wir unterstützen die Teilnehmenden technisch und theoretisch dabei Darstellungsideen zu entwickeln oder umzusetzen. Haare an unerhörten Stellen wachsen lassen, gelb rot und blau gegen jegliche Farblehre kombinieren, andere Menschen sprachlos machen: so stellen wir uns Drag vor. Und Glitzer, überall Glitzer! Denn wenn das Gegenüber scheint und blendet, wenn man es nicht mehr erkennen kann und ganz auf die eigenen Zuschreibungen zurückgeworfen ist, wird letztlich klar: Geschlecht ist keine innere Wahrheit, sondern ein Ding, das uns in den Wahnsinn treibt und das wir in den Wahnsinn treiben müssen, um vernunftlos glücklich sein zu können. Denn: Jedes Geschlecht ist drag! gender-expression-drag-workshop mit LCavaliero und Viola - 14.00 Uhr - Forumtheater – Aufführung
Performing Gender
Abschlussaufführung des mehrtägigen Workshops
Forumtheater mit Dipl. pol. Aki Krishnamurthy – Paulo Freire Institut, Berlin - 14.00 Uhr - Politischer Salon
Dress for Success
Geschlechter-Normierungen im Politikfeld
Um «erfolgreich» in der Politik zu sein, kommt es besonders darauf an, «sexuell zu arbeiten», d.h. die Stärken des Geschlechts in den Arbeitskontext so einzubringen, dass sie von den zu erreichenden Zielgruppen wahrgenommen werden können. Dass sich diese Wahrnehmbarkeit nach gesellschaftlichen und geschlechtlichen Normen richtet, soll vor allem vor dem Hintergrund des Wahlkampfes illustriert und in einer anschließenden Performance vorgeführt werden. Politischer Salon mit Nadja Sennewald und Robert Habeck – Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Unmüßig – Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung. Moderation: Albert Eckert – PR- und Politikberater. - Anschließend Performance von Bridge Markland
- Anschließend 16-17 Uhr - Talk
Was soll das Theater?
Seit den 90er Jahren gelten Drag und Geschlechterparodie in linken/ feministischen/ queeren Zusammenhängen als subversive Strategie. Durch das bewusste Aufführen von «Geschlecht», so die Idee, werden Normen verschoben und die Zweigeschlechterordnung in Frage gestellt. Immer wieder wird jedoch auch Kritik an dieser Überzeugung laut: Kann eine Bühnenperformance wirklich etwas an alltäglichen Geschlechternormen ändern? Oder werden hier nicht wieder nur «Freaks» produziert, von den sich das Publikum die eigene «Normalität » bescheinigen lassen kann? Im Rahmen des Gender Happening lädt Wigstöckel zu einer Diskussionsrunde ein, in der der Frage nachgegangen werden soll, inwiefern Bühnenperformance Einfluss auf Alltagspraxen nimmt. Talk in Kooperation mit Wigstöckel e.V. - 17.30 Uhr - Podiumsdiskussion
Homophob sind nur die «Anderen»?
Diskutiert werden soll die aufkeimende Debatte über Homophobie, ausgelöst durch die gehäuft auftretenden Überfälle gegenüber schwul-lesbi-transgender Personen. Wie können wir jenseits einer sensationslüsternen Medialisierung rund um die «Kulturalisierung» von Homophobie die Hintergründe strukturieren und analysieren? Welche Konsequenzen ergeben sich im politischen Umgang mit dem Thema an der Schnittstelle von Rassismus und Heterosexismus? Politischer Salon mit Klaus Lederer – Die Linke, Prof. Dr. Maria do Mar Castro Varela – Alice-Salomon-Hochschule, Georg Klauda – Autor von «Die Vertreibung aus dem Serrail. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt» Ammo Recla – ABqueer, Koray Yilmaz-Günay – GLADT e.V. Moderation: Nanna Heidenreich – Kanak Attak und Arsenal-Institut für Film und Videokunst - 18.30-19.30 Uhr - Diskurstrash
Muschiballett - Julia & Julia flippen aus - D.I.Y. in progress # 4
Muschiballett gewann den Publikumspreis 2009 beim 100° Grad Festival im HAU Berlin – thank you and enjoy the show! - 20 Uhr - Fulminante Abschlussshow
Moderation: Moritz G. – Kingz of Berlin
- Serpil Pak
Multiple Persönlichkeitsfacetten in bundesdeutschen Parallelwelten. Die Verbalakrobatin präsentiert multiple Persönlichkeitsfacetten in bundesdeutschen Parallelwelten – als integrierte Bundestürkin, Orientwalküre oder Sexkoryphäe. - Strawberry Kaeyk
Travestie Unplugged - Zwei geölte Stimmen, eine sanft gezupfte Gitarre, ein paar bekannte Songs, formschöne Stöckelschuhe und dezentes Schminkwerk. Das alles ergibt Travestie Unplugged. - Dragzhaufen mit Spicy Tigers on Speed, Viola & The Perverters
Spektakel der Perversitäten: Der dragzhaufen präsentiert ein Spektakel der Perversitäten mit rauchenden Flugbegleiterinnen, einem christlichen Fundamentalisten und konkurrierenden Liebeserklärungen in schwindelerregender Höhe. Die Lust am Herumspielen mit wännlich und meiblich durchzieht das Programm genauso wie die Unlust, herrschenden Normen über Liebe, Körper und Politik zu folgen. Verehrte verirrte Ladiez und gentle Ladiez, lassen Sie sich durch die Kunst der Lippensynchronisation betören und ihre Gehirnwindungen lustvollst durchschütteln! Gewinner_innen des Publikumspreises 2009 beim 100° Grad Festival im HAU Berlin.
- Serpil Pak
- Ab circa 23 Uhr: Party mit DJane Tina Pornflakes
Übersicht:

