Feminismus in der Heinrich-Böll-Stiftung
Feministische Politik der Stiftung
Feministische Politik in der Heinrich-Böll-Stiftung hat eine lange und vielfältige Tradition. Die Heinrich-Böll-Stiftung entstand aus der Fusion der feministischen Frauenanstiftung, der grünennahen Länderstiftungen Buntstift e.V. und der damaligen Heinrich-Böll-Stiftung in Köln, die das Erbe des Schriftstellers angetreten hatte.

Die Frauenanstiftung, ausschließlich von Frauen gegründet und geleitet, unterstützte und förderte schon seit 1988 feministische Projekte im internationalen Maßstab. Bei der Fusion der drei grünenahen Teilstiftungen trugen die Frauen der Frauenanstiftung entscheidend dazu bei, dass feministische Forderungen, Ziele und Inhalte auch in der neuen gemeinsamen Heinrich-Böll-Stiftung repräsentiert waren.

Gunda Werner, Geschäftsführerin der FrauenAnstiftung und Namensgeberin des heutigen Gunda-Werner-Instituts, entwickelte dafür ein Konzept, das feministische Perspektiven und Erfahrungen in die bislang überwiegend von Männern bestimmte politische Strukturen integrieren sollte. Mit dem Ansatz  „Autonomie und Integration“ förderte sie feministische Orte der kritischen Reflexion und trug dazu bei Geschlechterpolitik zur Gemeinschaftsaufgabe der neuen Stiftung zu machen.

Ab1998 trat das Feministische Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung einen Teil dieses Erbes der FrauenAnstiftung an. Mit der Gründung des „Feministischen Instituts“ als eigener organisatorischer Einheit bekannte die neue Heinrich-Böll-Stiftung sich explizit zu den feministischen Wurzeln der grünen Bewegung.

Parallel dazu entwickelte die Stabsstelle Geschlechterdemokratie ein geschlechterpolitisches Konzept für die Stiftung, das Modellcharakter hatte und zum Vorbild für viele Organisationen der Bundesrepublik wurde. Im Jahr 2007 tat sich das Feministische Institut mit der Stabsstelle „Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie“ zum „Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie (GWI)“ zusammen.

Im GWI geht es darum, die Stärken beider Ansätze zu vereinen. Ein produktives Miteinander von Feminismus und Geschlechterdemokratie muss die Besonderheiten und Unterschiede beider Konzepte wahren. Deshalb bleiben auch nach der Zusammenlegung der beiden Ansätze im GWI feministische Analysen und Praxen für die gesamte Heinrich-Böll-Stiftung wichtige Strategien, um politische Impulse zu setzen, Diskurse anzustoßen und Veränderungsdruck zu erzeugen. Gunda Werner»

GENDERKICKS 2011
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