Aber gender-orientierte Veränderungsprozesse berühren neben der institutionellen und fachlichen Dimension immer auch die persönliche Ebene, auch wenn die persönliche Veränderung im Training nicht im Vordergrund steht. Menschen, die mit der Umsetzung von Gendergerechtigkeit betraut sind, sollten sich nicht nur Fachwissen über die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlechterrollen aneignen, sondern auch ihre eigene Geschlechterrolle kritisch reflektieren und mit deren Auswirkungen auf Kommunikation, Interaktion und Strukturen in Organisationen umgehen können. Sie sollten in der Lage sein, die Ergebnisse und Erfahrungen gender-bezogener Forschung, Beratung und Bildung in die eigene fachliche und berufliche Arbeit konsequent einbeziehen.
- Trainings mit eher strukturellen, fach- und sachbezogenen Ansatz
Dieser erleichtert den Einstieg in die Organisation und spricht in erster Linie Führungskräfte an, da die Strukturen der Organisation und die fachliche Anwendung im Vordergrund des Ansatzes stehen. Gender wird als Analysekategorie vermittelt. Dabei sollen die Teilnehmenden lernen, diese Kategorie in ihrer beruflichen Tätigkeit, d. h. in ihrem Arbeitsfeld, unabhängig von ihren eigenen Einstellungen, anzuwenden. - Trainings mit eher personenbezogenen, selbsterfahrungsorientierten Ansatz
Hierbei stehen die handelnden Personen, ihre Einstellungen und ihr Verhalten im Vordergrund. Bei diesem Ansatz werden die Teilnehmenden ermuntert, ihre persönlichen Einstellungen und Verhaltensweisen zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Hier wird in erster Linie die soziale Gender-Kompetenz gestärkt, mit dem Ziel, Kommunikationsprozesse und Interaktionsprozesse geschlechtersensibel zu gestalten.
Mit den Gender-Trainings auf Grundlage der Konzeption der Heinrich-Böll-Stiftung wollen wir in erster Linie eine pragmatische, sachbezogene Anwendung der Kategorie Geschlecht vermitteln.
