ISRAEL

Jüdische und jüdisch-palästinensische feministischen Organisationen in Israel

Foto: Dorit Abramovitch, die Verfasserinnen des Berichts, spricht auf der Veranstaltung zum Erscheinen des Berichts. Tel Aviv, 4. Februar 2010.

Der soeben erschienene Bericht des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Israel ist die erste ausführliche Untersuchung zur aktuellen feministischen Bewegung des Landes. Der Bericht konzentriert sich auf die jüdischen und die jüdisch-palästinensischen feministischen Organisationen Israels und umfasst zwei Teile. Der erste Teil ist eine detaillierte Abhandlung über die 46 Organisationen, deren jeweilige Aktivitäten in standardisierten Kategorien verzeichnet sind. Der zweite Teil, der auch ins Englische und Arabische übersetzt wurde, analysiert die Trends und Merkmale der israelischen feministischen Nichtregierungsorganisationen (NROs), und trägt damit wesentlich zur Dokumentation der bislang nur unzureichend erfassten feministischen Aktivitäten bei – maßgebliche Kräfte für sozialen Wandel in Israel.

Der Bericht von Dorit Abramovitch, langjährige feministische Autorin, Dozentin und Koordinatorin von Kampagnen, erörtert sowohl Erfolge als auch Herausforderungen der feministischen Bewegung Israels bis heute. Darin enthalten sind u.a. ein historischer Überblick und die Darstellung der Spannungen zwischen individuellen Dienstleistungen und öffentlichen Aktivitäten, dem Anwachsen von Organisationen, das auf der einen Seite ein sich stetig weiter ausdehnender Aktionsradius hervorbringt, auf der anderen Seite aber auch häufig zu Konkurrenzverhalten um Präsenz und Ressourcen führt. Auch Aufbau, Auswirkung und Nachhaltigkeit von kurz- und langfristigen Zusammenschlüssen zwischen den Organisationen werden thematisiert und vieles andere mehr.

In dieser Ausgabe werden die geschlechterspezifischen Belange dargestellt und erörtert, die öffentlich diskutiert werden sollten. Feministischer Aktivismus schließt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ein und hat Auswirkungen auf nahezu jeden Lebensbereich, doch die Organisationen selbst sind sich nicht immer über die "Unternehmungen“ von ihres gleichen bewusst. Das reichhaltige Informationsmaterial des Berichts, der auch Empfehlungen für die Akteure in diesem Bereich beinhaltet, bietet eine einzigartige und hervorragende Gelegenheit zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Initiativen, und übt damit einen wesentlichen Einfluss aus. Es ist zu hoffen, dass der Bericht maßgeblich zur Entwicklung von Richtlinien beitragen wird, die letztendlich zur Durchsetzung demokratischer Geschlechtergerechtigkeit in Israel führen.

------------------------------------------------------------------------
Download des Berichts in Englisch, Hebräisch und Arabisch:

Jüdische und jüdisch-palästinensische feministische Organisationen in Israel:

Merkmale und Trends, mit nachfolgendem Überblick und Dokumentation der Organisationen. Hebräisch (PDF, 235 Seiten, 5,78 MB)
Merkmale und Trends. Englisch (PDF, 106 Seiten, 1,52 MB)
Merkmale und Trends. Arabisch  (PDF, 88 Seiten, 2,05 MB)

Herausgegeben vom Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Israel, 2009
Alle Rechte vorbehalten.

----
Mehr zum Thema:

zurück zum Dossier 100 Jahre Frauentag: Women´s voices Women´s Choices
Video: StreitWert - Politik im Dialog
Das GWI in Social Networks
Icon Facebook, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Facebook Icon Twitter, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Twitter
Icon YouTube, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com YouTube Icon Flickr, CC-BY-SA jwloh01 at gmail dot com Flickr
Feministischer Zwischenruf Love me Gender - Gender is Happening - eine Happeningwoche des Gunda Werner Institutes Was ist der Streit-Wert? Online-Debatten zu Feminismus und Geschlechterdemokratie
GWI-Highlights
  • Gender is Happening - Blog des GWIs
    Diskutieren Sie mit uns! mehr»
  • Green Ladies Lunch
    Aktuelle politische Debatten in Berlin mehr»
  • Gender-Toolbox
    Online-Handbuch zu Gendertraining mehr»
  • Dossier und Publikation zum Thema Grundeinkommen 
    Dossier: Selbstbestimmtes Leben als Basis für Emanzipation mehr»
    Publikation: Alternativen zum Sozialstaat - Wie könnte ein soziales Sicherungssystem aussehen, das Frauen und Männern eine eigenständige Absicherung ihrer Existenz möglich macht? mehr»
  • Was ist der Streit wert? Online-Debatte zu feministischen Perspektiven
    Grüne Feministen und „Männerrechtler“ fordern Frauen- und Geschlechterpolitik heraus. Was ist der Streit-Wert? mehr»
  • Roadmap to 1325
    Buch: Hoffnungsträger 1325 mehr»
    Staffellauf zur Umsetzung der UN-Resolution in Europa mehr»
  • »Frauenfragen sind Männerfragen sind Geschlechterfragen. 40 Jahre Neue Frauenbewegungen«
    Erste Kommentare und Beiträge der Konferenz vom 12.-14. 6.2008 in Bochum jetzt zum Download mehr»
TuWas - Stiftung für Gemeinsinn