- Anat Saragusti
- Dr. Anuradha M. Chenoy
- Andreas Zumach
- Barbara Lochbihler
- Barbara Unger
- Barbara Unmüßig
- Bente Scheller
- Betty Murungi
- Dr. Carol Cohn
- Carol Doucet
- Cilja Harders
- Edgar Khachatryan
- Frauke Seidensticker
- Gitti Hentschel
- Hanaa Edwar Busha
- Helmut Ganser
- Henri Myrttinen
- Kamela Faizyar
- Katelijn De Nijs
- Katariina Leinonen
- Kerstin Müller
- Maha Abu Dayyeh
- Marina Grasse
- Monika Hauser
- Nadje Al-Ali
- Natasa Lambic
- Dr. Paul Higate
- Rebecca D. Stubblefield
- Sandesh Sivakumaran
- Soraya Sobhrang
- Dr. Ute Scheub
- Wanjiku Wakogi
1978 bis 1980 hat Anat Saragusti Photographie am Hadassah College in Jerusalem studiert. Nach ihrem Abschluss fing sie als Photojournalistin bei der Wochenzeitung Ha'olam Hazeh (Diese Welt) an, bis die Zeitung 1993 geschlossen wurde. Sie ist bekannt für ihre Arbeiten zu große sozialen und politischen Ereignissen in Israel und der Region. 1986 stellte sie ihre Arbeit auf der Israeli Biennale for Photography im Museum of Art in Ein Harod aus.
Nachdem Ha'olam Hazeh geschlossen wurde, beteiligte sich Saragusti am Aufbau des Fernsehsenders Channel 2 News, dem ersten privaten Fernsehkanal in Israel, und wurde für zwei Jahre als Reporterin in Gaza stationiert. Mitte der 1990er wechselte sie in die Nachrichtenredaktion von Channel 2 News und wurde zur Chefredakteurin der täglichen Abendnachrichten sowie von Ulpan Shishi, einem bekannten Nachrichtenmagazin, das jeden Freitag ausgestrahlt wird. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin hat sie Jura studiert und mit einem Masterabschluss an der Universität Tel Aviv abgeschlossen.
2001 erhielt Saragusti ein Stipendium, um ein Jahr lang aus den USA zu berichten (Hubert Humphrey Fellowship). Im Rahmen ihres Aufenthalts berichtete sie über die historischen Ereignisse vom 11. September 2001. Nach ihrer Rückkehr nach Israel konzentrierte sie sich auf die Arbeit an Dokumentationen für Channel 2 News. 2007 zog Saragusti in die Stadt Sderot und dreht einen kurzen Tagebuch-Film. Im folgenden Jahr beendete sie ihre Arbeit als Regisseurin von Citizen Aloni, einer Dokumentation über die Lebensgeschichte und die politischen Aktivitäten von Shulamit Aloni, eine der prominentesten Frauen im heutigen Israel. Ende 2008 beendete Saragusti ihre Tätigkeit beim Fernsehen und wurde Geschäftsführerin der NGO Agenda.
Barbara Lochbihler wurde während ihres Studiums und in ihrer Zeit als Sozialarbeiterin mit sozialer Ungleichheit konfrontiert und hat schnell den Bedarf an konkreter Hilfe in individuellen Fällen verstanden. Gleichzeitig hat sie jedoch auch realisiert, dass es die Verantwortung der Politik ist, die Voraussetzungen für ein menschliches und würdiges Leben zu schaffen. Nicht zuletzt hat ihr Einblick in das Leben vieler feministischer Subjekte in Deutschland ihr Interesse an den Lebensbedingungen von Frauen in extremer Armut, bewaffneten Konflikten und Kriegen geweckt. Barbara Lochbihlers politisches Interesse gründet sich auf einen leidenschaftlichen Einsatz für Frieden, worunter sie mehr versteht als nur die reine Abwesenheit von Krieg. Frieden ist für sie vielmehr die Absage an jede Form von sozialer Exklusion.
Diese Überzeugungen sind die Hauptgründe für ihre Entscheidung, sich bei der Women's League für Peace and Freedom und bei Amnesty International zu engagieren. Sie ist immer noch davon fasziniert, sowohl individuelle Schicksale als auch das sie verbindende globale Netzwerk zu verstehen. Genauso begeistert es sie, zu versuchen, genau dieses Netzwerk zu beeinflussen und menschliches, selbstbestimmtes Leben in all seiner Vielfalt zu ermöglichen.
2009 wurde Barbara Lochbihler in das Europäische Parlament gewählt. Sie gehört der Fraktion Grüne/ EFA an und ist Mitglied im Unterausschuss Menschenrechte sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten. Zudem ist sie Vorsitzende der Iran-Delegation des Europäischen Parlaments.
Bente Scheller erscheint häufig als Kommentatorin zu aktuellen Themen in deutschen Medien. 2009 erarbeitete sie ein Konfliktdossier zu Afghanistan für die Bundeszentrale für politische Bildung. Auf dem World Economic Forum in Krynica 2009 hat sie die Heinrich Böll Stiftung Kabul als Moderatorin des Afghanistan-Panels vertreten und hat im März 2010 am renommierten Brussels Forum des German Marshall Funds teilgenommen.
Carol Cohns ist Direktorin des Consortiums. Ihre Forschung und Veröffentlichungen konzentrieren sich auf Gender- und Sicherheitsthemen, wie etwa der intellektuelle Diskurs ziviler Verteidigungsstrategien, Gender-Integrationsthemen im US-amerikanischen Militär, Massenvernichtungswaffen sowie Genderdimensionen aktueller bewaffneter Konflikte.
In ihrer aktuellsten Forschung, die von der Ford-Stiftung gefördert wird, untersucht Carol Cohn Gender-Mainstreaming in internationalen Friedens- und Sicherheitsinstitutionen. Innerhalb dieses Forschungsprogramms liegt der Schwerpunkt auf der Verabschiedung von UN Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit und den laufenden Bemühungen zur Umsetzung auf internationaler, nationaler und grassroot Ebene.
Derzeit ist Edgar Kachatryan Mitbegründer und Direktor der NGO Peace Dialogue mit Sitz in Vanadzor, Armenien. Er hat sich spezialisiert auf internationale Peacebuilding Trainings, Beratung zu Gender und Friedensprozessen, Gewaltprävention und Stabilisierung und Wiederaufbau in Nachkriegssituationen.
Sie hat erfolgreich drei Menschenrechts-NGOs geleitet: 1992 bis 2001 die schweizer Sektion von Amnesty International, seit 2001 das Deutsche Institut für Menschenrechte, das sie von Anfang an mit aufgebaut hat. Sie ist als stellvetretende Vorsitzende Mitglied des Vorstands. Gleichzeitig war sie Mitglied mehrer Aufsichtsräte. Seidenstickers Veröffentlichungen konzentrieren sich auf die Themen nationale Menschenrechtsinstitutionen und deren Kooperation mit UN Menschenrechtsgremien, Menschenrechtsdialog und die europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Seit 2002 ist Seidensticker Mitglied des UN International Coordinating Committees (ICC), das ein Netzwerk der nationalstaatlichen Menschenrechtsinstitutionen bildet. Seit 2005 ist sie zudem Mitglied des European Coordinating Committee und wurde zum Mitglied des ICC Büros berufen. Sie hat an Menschenrechtsdialogen mit China, dem Iran und anderen Staaten teilgenommen und an ähnlichen Projekten der EU, der deutschen und der schweizer Regierung mitgearbeitet.
In ihrer Funktion als Generalsekretärin der schweizer Sektion von Amnesty International hat sie das Schweizer Forum Menschenrechte gegründet und war zugleich dessen Vorsitzende. Das Forum Menschenrechte ist ein NGO-Netzwerk, das den regelmäßigen Dialog mit dem schweizer Außenministerium zu Menschenrechtsfragen fördern soll. Sie hat an mehreren Missionen und Konferenzen im Nahen Osten teilgenommen. Als Mitglied einer der ständigen Kommissionen des International Executive Committee (IEC) von Amnesty International war sie regelmäßig als Beraterin für die internationalen Gremien von AI tätig.
Seit 1995 bietet Seidensticker non-profit Organisationen Beratung an und hat bisher NGOs in Pakistan, Algerien, Belgien und Ägypten, den Gebieten unter palästinensischer Verwaltung, Bolivien, Deutschland und der Schweiz beraten. Ihr fundiertes Wissen über das internationale System zum Schutz der Menschenrechte sowie ihr internationales Netzwerk im Umfeld der Menschenrechte bilden den Hintergrund für ihre Beratungstätigkeit, die ab 2011 den Hauptteil ihrer Arbeit bilden werden.
Seidensticker hat Jura studiert und zudem zwei weitere Abschlüsse erworben: Sie hat den Studiengang Human Rights Studies an der Universität Genf abgeschlossen sowie einen Graduiertenstudiengang in non-profit Management an der Universität Fribourg. Zudem ist sie von der International Society of Neuro-Linguistic Programming anerkannt als Master Practitioner of NLPTM.
Zuvor hat Katelijn De Nijs für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet und sich dort auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Rehabilitation von Überlebenden sexualisierter bzw. Gender-begründeter Gewalt in Aceh (Indonesien), Malaysia, Myanmar und Nigeria konzentriert. Ein weiteres Thema ihrer Arbeit bei Ärzte ohne Grenzen waren die Zugangsmöglichkeiten zum Gesundheitssystem für papierlose Einwanderer und Asylbewerber in Belgien.
Katelijn De Nijs hat Masterstudiengänge in Philosophie, Internationalen Beziehungen sowie Menschenrechten abgeschlossen.
Frau Müller hat intensiv die internationalen Krisen im Sudan/Darfur, der Demokratischen Republik Kongo/der Region der Großen Seen, Somalia und Simbabwe bearbeitet. Als erste europäische Regierungsvertreterin hat sie im Jahr 2004 vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von „ethnischen Vertreibungen“ in Darfur gesprochen und unter deutschem Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat das Thema auf die Agenda der UNO gesetzt. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass der Fall „Darfur“ an den IStGH überwiesen wurde. Sie förderte die Einsetzung des „Forums Globale Fragen“ und des „Arbeitskreises zivile Konfliktprävention“ zur Ausarbeitung des Aktionsplans „Zivile Krisenprävention“ im Auswärtigen Amt.
«Frieden wird zwischen Menschen geschlossen und nicht zwischen Führern. Ein Friedensprozess sollte zu einer politischen Lösung führen, die nachhaltig ist (…). Er sollte nicht Generälen überlassen werden, und er sollte transparent sein für die betroffene Gesellschaft. Wir müssen uns unserer Geschichte bewusst werden und diese gegenseitig verstehen, mit einem offenen Herzen. Wenn wir
es nur den Männern überlassen, dann haben wir es mit israelischen und palästinensischen Generälen zu tun, die sich nicht geschlagen geben wollen, und es gibt keinen Raum für Verhandlungen.»
Monika Hauser ist verantwortlich für die Entwicklung des Lehrplans für die Ausbildung zur “Psychologischen Berater_in für Frauen” im Kosovo. Seit 2002 ist sie zudem als Dozentin an der Ausbildung afghanischer Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen in Kabul beteiligt. Für ihre Arbeit wurde sie mit mehreren angesehen Preisen ausgezeichnet wie dem Gustav Heinemann Preis, dem Annette Barthelt Preis und dem Peter Beier Preis der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie dem Rotary Preis Trentino, Südtirol. 1993 wurde sie von den ARD Tagesthemen zur Frau des Jahres ernannt. Das deutsche Bundesverdienstkreuz lehnte sie ab, um gegen die Resolution des deutschen Innenministeriums zur Ausweisung bosnischer Flüchtlinge 1996 zu protestieren. Im Jahr 2008 wurde sie mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Monika Hauser ist eine von 1000 Frauen, die für die Initiative 1000 Women for Peace ausgewählt wurde. Diese Initiative wurde 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert.
Zur Zeit engagiert sich Nadje Al-Ali in einem Projekt, das irakische Wissenschaftlerinnen im Irak (Universität Baghdad) und in Jordanien in ihren Forschungen unterstützt. Durch das Projekt soll dokumentiert werden, auf welche Schwierigkeiten und Herausforderungen irakische Akademikerinnen stoßen. Gleichzeitig wollen die Wissenschaftler_innen den Bedarf an weiteren Ausbildungsprogrammen erheben. Nadje Al-Ali ist außerdem an der Einführung des Studiengangs “Frauen- und Genderstudies” an der Salahaddin Universität in Erbil (Kurdistan im Nordirak) beteiligt. Zur Zeit arbeitet sie an einem Papier über die Beziehung der Frauenbewegung unter irakisch-kurdischen Frauen zur anderen irakischen Frauenbewegung.
Nadje Al-Ali wurde zur Präsidentin der Association of Middle East Women's Studies (AMEWS) für die Wahlperiode 2009-2011 gewählt. Zudem ist sie Mitglied des Kollektivs “Feminist Review”, Gründungsmitglied von Act Together: Women's Action for Iraq (www.acttogether.org) und Mitglied der Women in Black UK. An der School of Oriental and African Studies ist sie verantwortlich für ein Begleitprojekt für weibliche akademische Flüchtlinge.
In seiner Lehre möchte Paul Higate Student_innen dabei unterstützen in ihrem Denken eine kritische, dekonstruktivistische Herangehensweise zu entwickeln, die von der Soziologie geprägt ist. Er versucht sie dazu anzuhalten sich immer wieder zu fragen „Sagt wer?“ und „Warum?“
Liberia ist eines der wenigen Beispiele für eine erfolgreiche Umsetzung der Resolution 1325. So haben christliche und muslimische Frauen in Liberia gemeinsam einen äußerst brutalen Bürgerkrieg gestoppt, indem sie trotz Lebensgefahr auf den Straßen beharrlich für Frieden demonstrierten. Als die Friedensgespräche endlich in Gang kamen, blockierten sie das Verhandlungsgebäude und drohten den männlichen Verhandlern, sie nicht mehr herauszulassen, bis sie ein Abkommen erzielt hätten. Das war das Ende des Krieges.
Zwei Wochen später wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Danach halfen die Frauen bei der Entwaffnung der Rebellen und kämpften für eine Frauenquote von 30 % im Parlament. Ohne sie hätte Ellen Johnson-Sirleaf, die erste weibliche Präsidentin in Afrika, die Wahlen von 2005 nicht gewonnen. Gleich nach ihrer Wahl erließ «Ma Ellen» ein scharfes Gesetz gegen Vergewaltigung. National wie international setzt sie sich für die Umsetzung der Resolution 1325 ein. Eine ausschließlich weibliche UN-Polizeitruppe aus Indien ist für die Sicherheit in der Hauptstadt Monrovia verantwortlich.
Soraya Sobhrang ist in Afghanistan als Aktivistin im Bereich Frauen- und Menschenrechte bekannt. Sie lebte einige Jahre in Deutschland, wo sie sich in den Bereichen Management, Frauenrechte, Gender und Psychologie weiterbildete. Bevor sie begann, für die AIHRC zu arbeiten, war sie technische und politische Abgeordnete im Ministerium für Frauenangelegenheiten. 2005 arbeitete sie als Beraterin für die Frauenrechts- und Entwicklungseinheit der AIHRC und wurde im Januar 2007 als Kommissarin dieser Einheit ausgewählt. Neben ihren Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Gesellschaften hat Soraya Sobhrang an zahlreichen internationalen Konferenzen teilgenommen.
1978/79 Mitbegründerin der „taz“, dort Redakteurin in verschiedenen Ressorts. Seit 1997 freie Journalistin und Publizistin, schreibt für diverse Tageszeitungen und Zeitschriften, veröffentlichte bislang sieben Bücher (zwei Erzählungen, fünf Sachbücher) sowie viele Aufsätze, Kurzgeschichten und Essays. Zuletzt erschien im März 2010: „Heldendämmerung – die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist.“
Im Golfkrieg 1991 Mitbegründerin der „Frauenaktion Scheherazade“, seitdem verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten für die internationale Frauenfriedensbewegung. Mitbegründerin des Vereins „Scheherazade e.V.“, der in der afghanischen Provinz Nimroz Projekte durchführt. Im Irakkrieg 2003 Mitbegründerin des deutschen Frauensicherheitsrates. Seit 2007 westeuropäische Koordinatorin des weltumspannenden Netzwerks „1000 Friedensfrauen weltweit“; in dessen Rahmen Konzeption der Ausstellung „No Women – No Peace, 10 Years UN Resolution 1325“ im Herbst 2010 vor der Tür des UN-Sicherheitsrates in New York sowie in Bern und Berlin.
Ute Scheub erhielt mehrere Auszeichnungen für ihre Arbeit.
In Kooperation mit: Frauensicherheitsrat & Friedensfrauen weltweit
Übersicht & Dokumentation:
- Dokumentation der Konferenz
- allgemeine Übersicht
- Donnerstag -- Freitag -- Samstag
- Expert_innen der internationalen Konferenz
- Videomitschnitte der Konferenz
- komplettes Programm (PDF)
- Ausstellung
- Filmprogramm
weitere Informationen:
- Informationen zur UN-Resolution 1325
- Aktivitäten im Jubiläumsjahr der Resolution 1325
- Veranstalungen in New York (englisch)
- Videos aus New York (englisch)

