Feministische Studien

Deutsch

Gefährdetes Leben – Gefährliche Bilder – UnMenschliches Betrachten

Welche Bilder dürfen und sollten wir zeigen, von Gewalt, Trauer und Tod - und welche sind Geschmacklos? Schon Susan Sontag warnt, dass genau dort, wo vom „gutem Geschmack“ beim Betrachten der Leiden anderer die Rede, Vorsicht geboten ist. Denn nicht selten werde von Angst und Trauer abgelenkt. Gewaltloser zu betrachten und/oder zu zeigen ist selbst keine gewaltfreie Wahrnehmungsangelegenheit.

Von Prof. Dr. Linda Hentschel

Prekärsein, Prekarität und unterstütztes Handeln

Unser aller Leben ist Prekär. Denn es hängt letztendlich immer von der Unterstützung und Sicherung durch Andere ab - andere Menschen, Institutionen, unseren Umwelten. Allerdings sind nicht alle Leben im gleichen Maße von Prekarität betroffen.

Von Prof. Dr. Isabell Lorey

Trauer – Vom Einbruch des Realen

Das Foto des dreijährigen Ailan Kurdi war ein Moment kollektiver Anerkennung, dass es bei den ›Flüchtlingen‹ um verletzbare Menschen geht, zu denen wir (z.B. als deutsche Staatsbürger_innen) eine Beziehung haben – ob wir wollen oder nicht. Das Bild markierte einen punktuellen Einbruch des Realen, des Wirklichen, in einen privilegierten Raum, der sich einige Jahrzehnte lang leisten konnte, bestimmte Verwundbarkeiten und Tode, sowie die eigene Verstrickung darin nicht anerkennen zu müssen.

Von Prof. Dr. Paula-Irene Villa