Care Ökonomie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell – politische Ansätze & Perspektiven

Care Ökonomie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell – politische Ansätze & Perspektiven

Fachgespräch

Care Ökonomie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell – politische Ansätze & Perspektiven

Auf dem Podium (v.l.n.r.): Kerstin Andreae, Prof. Dr. Adelheid Biesecker, Dr. Maria Kontos und Mascha Madörin

Fachgespräch & Workshop

10. Februar 2010

Dieses zweite Fachgespräch des Gunda-Werner-Instituts am 10. Februar 2010 knüpft an eine eher wissenschaftliche Debatte vom November 2009 an und fragt pragmatisch, wie Geschlechtergerechtigkeit,
(Care-)Ökonomie und Nachhaltigkeit politisch zusammengebracht werden können. Gemeinsam mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Politik sollen u.a. in kleineren Gesprächsgruppen Herausforderungen an und mögliche Ziele für eine zukunftsfähige geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik formuliert werden.

Zur Debatte:
Ökonomie ist keineswegs geschlechtsneutral, sondern funktioniert in und durch geschlechterhierarchische Logiken. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Care Ökonomie und der Sorgearbeit – dies zeigte auch das erste GWI-Fachgespräch zum Thema im November 2009: Dr. Christa Wichterich und Dr. Ulrike Knobloch erläuterten, wie Märkte soziale und ökologische Kosten externalisieren und wirtschaftliches Handeln dadurch in Produktion und Reproduktion unterteilt wird.

Als volkswirtschaftlich relevant gilt in der klassischen ökonomischen Sicht das, was zur Produktivitätssteigerung beitragen kann – dieser Logik entzieht sich jedoch der Bereich des Sorgens, Pflegens und Betreuens. Sowohl die private als auch die professionelle Sorgearbeit – traditionell wie auch statistisch belegbar typischerweise „Frauenarbeit“ – wird aus der Ökonomie ausgeklammert. Folgen dieses ökonomischen Paradigmas sind z.B. die geringe Bewertung von Sorgearbeit, ein – bezüglich dem „Ganzen der Arbeit“ – „unehrlicher“ Wirtschaftsindex, die Festschreibung geschlechterspezifischer Arbeitsmuster oder auch die Entstehung von globalen Sorgeketten – meist ausgeführt und zu Lasten von Frauen.

Dagegen gibt es aus Reihen der Umweltökonomie Messinstrumente wie z.B. den „Nationalen Wohlfahrtindex“, mit dem wachstumsorientierte und wohlfahrts- bzw. sozial orientierte Ökonomiebegriffe verbunden werden können.

Die Debatte um wissenschaftliche und politische Dimensionen von Sorgearbeit und nachhaltiger Ökonomie nach dem ersten Fachgespräch warf die Frage, welche Ziele feministische Ökonomie bezüglich der Sorgearbeit verfolgen sollte und welche politischen Aufgaben sich dadurch stellen. Hier setzt das zweite Fachgespräch am 10. Februar 2010 ein.

Wir freuen uns, Sie zu unserem Fachgespräch zu begrüßen und mit Ihnen zu diskutieren!

Mit:
Mascha Madörin
, Ökonomien und Expertin für Feministische Wirtschaftstheorie und -politik sowie Care Ökonomie

  • Beitrag "Zukunft der Sorge- und Versorgungsarbeit" als [» PDF]


Prof. Dr. Adelheid Biesecker, em. Professorin für ökonomische Theorie unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen an der Universität Bremen

  • Thesenpapier "Modelle feministischer Ökonomie in wirtschaftspolitischer Praxis" als [» PDF]


Dr. Maria Kontos, Soziologin, Institut für Sozialforschung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main; Forschung und EU-Projektkoordination zu weibliche Arbeitsmigration und EU-Politiken


Kerstin Andreae, MdB, Sprecherin für Wirtschaftspolitik der Grünen Bundestagsfraktion und Obfrau und Mitglied im Wirtschaftsausschuss


Datum: Mittwoch, 10.Februar 2010, von 15.00 bis 19.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung (Beletage), Schumannstr.8, Berlin-Mitte

Weitere Informationen:
Susanne Diehr
Fon: 030-285 34-123
E-Mail: diehr@boell.de

 
 

Hintergrund des Fachgesprächs:

Das "Fachgespräch" ist eine Veranstaltungsreihe des Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung. Es dient dem Erfahrungsaustausch, der Positionsbestimmung und Strategieentwicklung und richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum. Anschließend findet jeweils ein informeller Austausch bei einem kleinen Imbiss statt, um die fachlichen Diskussionen weiter zu vertiefen.

Übersicht über alle Fachgespräche:
 
 
 
 

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