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Fahne von Deutschland
Fahne von Deutschland — Bildnachweise

Geschlechterpolitische Situation in Deutschland

Übersicht

Rechtslage:

Akteur_innen:

Wissenschaft:

Kurzbeschreibung und –bewertung

Mit der neuen Regierung und dem neuen Kabinett 2013 wurden im Koalitionsvertrag deutliche Punkte zum Fortschreiten der Herstellung von Chancengleichheit von Frauen und Männern gesetzt. So gehörte dann Deutschland auch nicht mehr zu den blockierenden Ländern bei der Quotendiskussion auf EU-Ebene. Im europäischen Vergleich ist die gesetzliche Verankerung von Gleichstellung in Deutschland nur mäßig fortgeschritten. Die Umsetzung von EU-Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsrichtlinien erfolgte vergleichsweise langsam, wie die zweimalige Strafandrohung der EU-Kommission mit Bezug auf die Umsetzung des ADG (Antidiskriminierungsgesetz)/AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Die Einrichtung von Anti-Diskriminierungs- bzw. Gleichbehandlungsstelle(n) erfolgte im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr spät. Bezogen auf die geschlechter- bzw. gleichstellungspolitischen Akteurinnen und Akteure in der Bundesrepublik besteht eine staatliche Institutionalisierung der Gleichstellungspolitik auf allen Ebenen des föderalen Systems.

Gleichstellungspolitik ist noch immer von Vereinbarkeit von Familie und Beruf geprägt, die Familienorientierung ist stark und lässt sich auch in die Gesellschaft „besser argumentieren. Vor der Einführung von Instrumenten zur Frauenförderung wird eher zurück geschreckt. Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, dass das im März 2015 verabschiedete Gesetz zur 30%igen Quotenregelungen für Aufsichtsräte und Führungspositionen von manchem/mancher Politiker_in als „historischer Schritt“ bezeichnet wurde. War doch der Weg zum Gesetz quälend und die Argumente von Einfältigkeit belastet (Kauder 11/2014 „"Wir müssen jetzt vor allem für die Wirtschaft da sein.") Deswegen dürfe es keine neuen zusätzlichen Belastungen für die Firmen geben.“

Die zivilgesellschaftliche Gender-Akteursszene ist vor allem gekennzeichnet durch relativ starke Frauenorganisationen und -dachverbände, einer bisher eher schwach, aber sich zunehmend institutionalisierenden Männerpolitik und einer Vielzahl von Initiativen mit einem thematischen Fokus im Bereich Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen sowie Familienfreundlichkeit von Unternehmen/Vereinbarkeitsfragen. Außerdem existiert in Deutschland eine etablierte Gender- bzw. Frauenforschung und politikberatende Gender-Expertise.

Mit Web 2.0 bestehen zahlreiche Möglichkeiten der Publikation von Meinungen, Trends, politischen Bewegungen bezogen auf Geschlechtergerechtigkeit. So existieren Blogs wie dem der jungen feministischen Stimmen www.madechenmannschaft.de oder der eher lifestyle-geprägten, feministischen https://editionf.com, die auf gemeinsames Netzwerken setzen und neue Perspektiven in die Diskussion unter den Frauen und mit den Männern eröffnen. Frauen in den Medien fordern in Veranstaltungen und im Netz die Hälfte der Macht – www.pro-quote.de. Die Wirksamkeit der Kurznachrichten über Twitter wurde vor allem 2013 sichtbar, als der der Hashtag #aufschrei zum Forum gegen sexistische Praxen im Alltag wurde. Ebenso rührt sich Protest gegen sexistische Werbung http://ichkaufdasnicht.tumblr.com. Und das nicht nur digital, sondern auch in einigen Städten wie in Bremen oder dem Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wo sich jeweils Arbeitsgruppen zur Erarbeitung von Kriterien zum Verbot sexistischer Werbung und Bildbotschaften gebildet haben.

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Rechtslage

Gleichstellungsrecht

Grundlage ist GG Art. 3, 1994 ergänzt um die Pflicht des Staates zur aktiven Herstellung der Gleichstellung bzw. Bekämpfung von Diskriminierung. Des Weiteren:

  • Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung und in den Gerichten des Bundes (Bundesgleichstellungsgesetz) / Gesetz zur Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern (Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz) (2001)
  • Bundesgremienbesetzungsgesetz (1994)
  • Landesgleichstellungsgesetze (die meist effektiver als das Bundesgesetz sind, weil sie mit Quotenregelungen und der gesetzlichen Verankerung der Pflicht zur Einrichtung von Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten auf Kreis- und Kommunalebene ausgestattet sind)

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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (Antidiskriminierungsgesetz)

- existiert seit August 2006 und umfasst arbeits- und zivilrechtliche Regelungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Zivilrechtliche Regelungen bestehen für Massengeschäfte und privatrechtliche Versicherungen, für die Diskriminierungsgründe Rasse, ethnische Herkunft und Geschlecht.
Es gab eine schleppende Umsetzung der EU-Richtlinie. Erst nach mehrfacher Abmahnung bzw. Strafandrohung durch die EU-Kommission, wurde sie umgesetzt. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt Betroffene und Organisationen bei der Durchsetzung des AGG.

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Gesetze zu Quoten v.a. im politischen und wirtschaftlichen Bereich

Es gibt keine Quotenregelungen im Bundesgleichstellungsgesetz, aber in einigen Landesgleichstellungsgesetzen.
Quotenregelungen in den Parteien:

  • Seit 1980 Grüne: 50%-Quote, Reißverschlusssystem
  • Seit 1988 SPD: anfangs flexible Quote, 1/3-Quote parteiintern, seit 1994 40%-Quote für Parteipositionen, seit 1998 auch für Listen, Parlamentsmandate und öffentliche Ämter
  • Nach der Wiedervereinigung PDS (heute: Die Linke): 50%-Quote, Reißverschlusssystem
  • Seit 1996 CDU: Einführung des 30%-Quorums für Parteifunktionen und Wahllisten (bisher aber nicht erreicht)
  • Seit Oktober 2010 CSU: Einführung einer 40%-Quote oberhalb der Orts- und Kreisverbände in den CSU-Gremien. Auf Orts- und Kreisebene gilt die Regelung als unverbindliche Empfehlung.
  • Weiterhin keine Quotierung bei der FDP

Einführung einer Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten:
Weil die von politischer Seite initiierten freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen nicht die gewünschte Wirkung erzielt und zu keiner nennenswerten Erhöhung des Frauenanteils an Führungspositionen geführt hätten, handelte nun der Gesetzgeber und legte einen dem entsprechenden Gesetzentwurf vor, der am 06.03.2015 im Bundestag mehrheitlich beschlossen wurde. (Der Bundesrat nahm keine Stellung dazu.)
Innerhalb der schwarz-roten Koalition war jahrelang um eine solche Frauenquote gestritten worden. Viele Abgeordnete der Union befürchten, dass es dadurch zu Belastungen der Wirtschaft kommt. Linke und Grüne dagegen befürworten eine Frauenquote, bemängeln aber, dass die schwarz-roten Pläne nicht weit genug gingen. Beide Fraktionen fordern einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen.

Der Gesetzentwurf des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend sieht vor, dass ab 2016 ein Drittel der Aufsichtsräte von den rund 100 großen Aktiengesellschaften weiblich besetzt werden soll. Gelingt das nicht, muss der zu besetzende Stuhl leer bleiben. Gleichzeitig soll es für rund 3.500 mittelgroße Unternehmen verbindliche Pläne zur Steigerung des Frauenanteils in den Führungspositionen geben. Zudem soll die 30-Prozent-Quote auch für Gremien gelten, für deren Besetzung Ministerien und Behörden zuständig sind.
Der federführende Familienausschuss hatte den Regierungsentwurf so verändert, dass die Unternehmen nicht wie geplant jährlich, sondern erst nach Ablauf der Frist über die Einhaltung der selbst festgelegten Zielgrößen berichten müssen (18/4227). Dies soll den Bürokratieaufwand senken. Zudem soll die Geschlechterparität nicht für alle Ebenen der Bundesverwaltung gelten. Eingegriffen werden soll nur, wenn eine strukturelle Benachteiligung von Frauen vorliegt. Diese Regelung soll nun auch für Männer gelten.

Im Entwurf für das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ heißt es, der Anteil weiblicher Führungskräfte in Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft und der Bundesverwaltung sei nach wie vor gering. 2013 seien nur 15,1 Prozent der Aufsichtsratspositionen der Top-200-Unternehmen in Deutschland mit Frauen besetzt gewesen; der Anteil von Frauen an Führungspositionen im Bundesdienst habe 2012 bei 30 Prozent gelegen, in den obersten Bundesbehörden sogar nur bei 27 Prozent. „Der in Artikel 3 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes (GG) niedergelegte Gleichberechtigungsgrundsatz von Frauen und Männern ist damit auch heute noch keine Realität.“

Quelle: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw10_ak_frauenquote/363054
Dokumentation des Beschlusses und Einschätzungen: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw10_de_frauenquote/363058

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Weitere Gesetze/rechtliche Regelungen und Regierungsprogramme

Gesetze:

  • Gleichstellungsstatistikverordnung (2003/2006)
  • Beschäftigtenschutzgesetz (1994; sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz)
  • Gewaltschutzgesetz (2002; im Rahmen des Gesetzes "Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung")
  • Schwangerschaftskonfliktgesetz (1992/1995; Schwangerschaftskonfliktberatung)
  • Gesetz zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen (1995/2003; Kostenübernahme)
  • Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz) (2001)

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Initiativen, Aktionsprogramme, freiwillige Vereinbarungen, etc.

  • Aktionsplan I (1999) und Aktionsplan II (2007) der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
  • Berufsfindung für Mädchen und Jungen: Girls'Day (seit 2000) und Neue Wege für Jungs (seit 2005)
  • (Freiwillige) Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft (Juli 2001); Weiterentwicklung zum Stufenplan "Mehr Frauen – mehr Vielfalt in Führungspositionen" (2011) mit Einführung einer FlexiQuote ab 2013 (sollte bereits 2011 in Gesetzform gebracht werden)
  • Initiative Lokale Bündnisse für Familie: Seit Dez. 2003, initiiert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), in Kooperation mit der Hertie- und der Bertelsmann-Stiftung, Seit: 2011: mehr als 660 Lokale Bündnisse; insgesamt über 5.200 Projekte, an denen über 13.000 AkteurInnen beteiligt waren, davon über 5.000 Unternehmen; Zwei Modellprojekte Familiengenossenschaften in Lokalen Bündnissen (Jena, Mecklenburg-Vorpommern) (bis 2008), Modellprojekte zur wirkungsorientierten Steuerung Lokaler Bündnisse (Landkreis Ansbach, Cottbus, Heidelberg) (bis 2008), bundesweit beratende Servicestelle (Servicebüro, Fachberatung, Medienbüro), zum Tag der Familie am 15.5. eines Jahres wird ein Aktionstag ausgerufen
  • Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des BMFSFJ: seit Ende 2006 (Ausschreibungen) bzw. 2008 Förderung von 500 Mehrgenerationenhäuser
  • Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ mit Förderprogramm "Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung" (seit 2008), Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie; Umfrage: Zeit für Familie wird für Beschäftigte immer wichtiger (März 2015)
  • Aktionsprogramm und Netzwerk „Perspektive Wiedereinstieg“ (seit Jan. 2009), Lotsenportal
  • 2. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland (Mai 2013)
  • Internetseite "Väter in Balance" (seit Juli 2010) für väterfreundliche Maßnahmen in Unternehmen und sozialen Organisationen
  • Männer in Kitas“, Koordinationsstelle an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin
  • "FRAUEN gründen – Gründerinnen und Unternehmerinnen in Deutschland stärken", eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Wirtschaft

Erster Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2011):
- basierend auf dem Gutachten der Sachverständigenkommission an das BMFSFJ für den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (erarbeitet 2008-2011): „Neue Wege – gleiche Chancen. Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebenslauf“ (Zugriff: 23.1.15);
Fokusthemen sind: Gleichstellung in der Bildung und in der Erwerbsarbeit, Rollenbilder im Recht, Zeitverwendung von Männern und Frauen im Spannungsfeld von Erwerbs- und Sorgearbeit, soziale Sicherung im Alter
Empfehlungen:

  • Entwicklung einer konsistenten und integrierten Lebenslaufpolitik unter dem Leitbild gleicher Verwirklichungschancen
  • Recht: Rollenbilder modernisieren und Recht am Leitbild der Gleichberechtigung konsistent ausrichten (u.a. Steuerrecht, Sorge- und Unterhaltsrecht, soziale Sicherung)
  • Bildung: Abwärtsspiralen verhindern und Wahlmöglichkeiten in allen Lebensphasen fördern (u.a. geschlechtsbewusste Pädagogik, flexible Aus- und Weiterbildung)
  • Erwerbsleben: Fehlanreize beseitigen, Entgeltgleichheit und Aufstiegschancen schaffen (u.a. sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, gesetzliche Quote für Aufsichtsräte)
  • Zeitverwendung: Flexibilität ermöglichen und unterschiedliche Formen von Arbeit stärken (u.a. flexibilisierte Arbeitszeiten, Zeitsouveränität, unterstützende Infrastruktur)
  • Alter: Honorierung der Pflegearbeit verbessern und Alterssicherung armutsfest machen

Die Reaktionen auf den Bericht sind geteilt. Kritisiert wird insbesondere, dass sich die Bundesregierung nicht den Handlungsempfehlungen der Sachverständigenkommission anschließt bzw. in ihrer Stellungnahme hinter deren konkrete Vorschläge zurückfällt - insbesondere bezogen auf die sozialpolitischen und steuerrechtlichen Maßnahmen sowie im Hinblick auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen.

30 Jahre UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW):
Auf Grundlage ihres sechsten Berichts zur Umsetzung der CEDAW in Deutschland war die Bundesregierung 2009 von der UN zu verschiedenen kritischen Punkten zu einem Folgebericht aufgefordert worden. Diesen legte die Bundesregierung im August 2011 vor. Damit wurde auch die Kritik verschiedener NGOs an den Erfolgsmeldungen der Bundesregierung aus deren Schattenberichten aufgenommen, die darauf verwiesen hatten, dass weiterhin vielfältige Diskriminierungen in Deutschland existieren. So sind diese beispielsweise im Steuerrecht, auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem oder für Menschen mit Behinderungen zu finden. In ihrer Stellungnahme zum Folgebericht forderte die UN weitere Maßnahmen. Insbesondere zur Bekämpfung der Entgeltungleichheit sowie die Schaffung eines Gleichstellungsgesetzes für die Privatwirtschaft wurde ein Plus gefordert. Außerdem wird auf eine stärkere Sicherung der Rechte von inter- und transsexuellen Personen bestanden.

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Aktueller politischer Diskurs

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sowie Familienfreundlichkeit in Unternehmen sind nach wie vor wichtige Themen der Geschlechterpolitik - nicht nur von staatlicher Seite, sondern auch von Seiten nicht-staatlicher Organisationen und Initiativen. Hierbei wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zunehmend auch im Hinblick auf Väter (Bsp. Vätermonate im Elterngeld und deren Nutzung) diskutiert.
Insgesamt stehen Berufstätigkeit und wirtschaftliche Partizipation von Frauen im Mittelpunkt der geschlechterpolitischen Diskussionen und Aktivitäten. Verstärkt hat sich dabei in den letzten Jahren auch das Thema Selbständigkeit von Frauen als Unternehmerinnen herausgebildet. (Vgl. Initiative des BMWi Existenzgründerinnen). Das ist insbesondere auch in der Gleichstellungspolitik der einzelnen Bundesländer zu beobachten. Darunter: Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bremen.

Ein weiteres Thema ist die Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern. Hier wird auch von internationaler Seite (UN, EU) immer wieder Handlungsbedarf in Deutschland angemahnt. Bisher konnte – gesamtgesellschaftlich gesehen – keine Verringerung des sog. Pay Gap erreicht werden. Seit 2014 ist es offiziell Ziel der Bundesregierung und der Frauenministerin Manuela Schwesig, Entgeltgleichheit herzustellen, auch mittels Gesetz. Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Quote in der Privatwirtschaft im März 2015 wird dieses Thema seitens des Ministeriums intensiver verfolgt. (Vgl.: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=210602.html, zuletzt aufgerufen am 10.04.2015; Erste Reaktionen auf das Vorhaben: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/volker-kauder-erteilt-manuela-schwesig-absage-bei-entgeltgleichheit-a-1022231.html, zuletzt aufgerufen am 10.04.2015)

Die unterschiedliche Bewertung von Berufen und das Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen werden dabei zunehmend in den Blick genommen.
Bildung ist somit ein weiterer Themenbereich, in dem Geschlechterfragen verstärkt diskutiert werden. Zum einen im Zuge des differenten Schulerfolges von Jungen und Mädchen und zum anderen im Hinblick auf das Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen (z.B. Girls Day, Projekt „Neue Wege für Jungs“). Hier sind in den letzten Jahren zunehmend die Jungen als „Bildungsverlierer“ in den Blick geraten. Thematisiert wurde in diesem Zusammenhang auch das Fehlen von männlichem Personal in Schulen und Kitas.
In Baden-Württemberg fand anlässlich der Novellierung des Bildungsplans des Bundeslandes und der dortigen Verankerung der sexuellen Vielfalt als Querschnittsthema (mehr Informationen: http://www.gender-bw.de/)  politische und öffentliche Diskussionen und Protest statt. Es entstanden Unsicherheiten vor allem bei Eltern und in der Bevölkerung, wie sexuelle Vielfalt dargestellt wird, ob sexuelle Praktiken Thema sind und vor alle war nicht klar, welche ExpertInnen Einfluss auf die Lehrmittel haben (umstritten dabei Sielert/ Tuider von der Gesellschaft für Sexualpädagogik). Entschärft wurde im Herbst 2014 die Debatte durch Ministerpräsidenten Kretzschmer selbst - er setzte durch, dass „Sexuelle Vielfalt“  im neuen Bildungsplan kein Querschnittsthema mehr sein wird, sondern im Kapitel „Bildung für Toleranz und Akzeptanz und Vielfalt“ neben den Themen religiöser oder zum Beispiel ethnischer Toleranz diskutiert wird. Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/umstrittene-sexualerziehung-angst-vor-pornografisierung-der-schule-13260124.html)

Weiterhin sind Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt aber auch  die Lage von Prostituierten, Frauenhandel sowie die Auswirkungen des Prostitutionsgesetztes (Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten, 2001) wichtige Themen der Gleichstellungs- und Frauenpolitik.
Die Debatte um das Prostitutionsgesetz ist seit Herbst 2014 in den Medien und der frauenpolitischen Landschaft wieder lauter – das Spektrum reicht von der befürwortenden Haltung des Deutschen Frauenrats (Pressemitteilung vom 28.1.2015) bis zu kritischen Stimmen aus den autonomen Frauenzentren (Vgl. http://couragezentrum-essen.de/2015/03/diskussion-zur-streitfrage-pro-und-contra-legale-prostitution-10-3-15-19-uhr-glaspavillion-campus-uni-essen/). 

Im Zuge des Integrationsgipfelprozesses und den Inhalten des Nationalen Aktionsplans Integration hat sich der Fokus auf die Lebenslagen von  Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund verstärkt. Hier sind die Bereiche Bildungsförderung, Förderung von Selbstorganisationen von Migrantinnen und die Bekämpfung von Zwangsheiraten zu nennen (BMFSFJ (2012): Gleichstellung und Integration. Unter: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Gleichstellung/gleichstellung-und-integration.html, Zugriff: 02.12.13).

Auffällig ist die Veränderung des politischen Diskurses im Hinblick auf das Thema Gender Mainstreaming. Zu Beginn der 2000er Jahre war Gender Mainstreaming ein Thema der Geschlechterpolitik, das insbesondere im Zusammenhang mit öffentlicher Verwaltung und Politik und politiknahen Organisationen thematisiert wurde, wohingegen es in Bezug auf Wirtschaft/Wirtschaftspolitik eine nur geringe Rolle spielte. Während anfänglich vor allem allgemeine Erläuterungen der Strategie und Instrumente (Checklisten, Leitfragen, etc.) die Diskussion und Veröffentlichungen dominierten, wurde der Diskurs Mitte der 2000er Jahre zunehmend fachspezifischer und wertete erste praktische Erfahrungen der Umsetzung aus. Mit dem Wechsel zur großen Koalition erfuhr das Thema GM auf bundes- aber zum Teil auch auf länderpolitischer Ebene eine zunehmende Zurückdrängung bzw. Fokussierung auf den Bereich des Gender Budgeting. Dies hat sich unter der CDU-FDP-Regierung weiter fortgesetzt. Gegenwärtig ist Gender Mainstreaming als Thema im Kontext der staatlichen Politik auf Bundesebene fast vollständig verdrängt. Und auch auf der Ebene der zivilgesellschaftlichen Akteure zeigt sich eine zunehmende Aktivität von Initiativen, die sich gegen eine aus ihrer Sicht staatliche Zwangspolitik des Gender Mainstreaming wenden und damit insbesondere eine mediale Resonanz erreicht haben.
Gleichzeitig forcieren diese Initiativen auch das Thema Männerpolitik bzw. eigenen sich dieses Thema unter dem Fokus Diskriminierung von Männern, Jungen, Vätern an. Dies trifft auf ein auch staatlicherseits stärkeres Engagement in männerpolitischen Fragen, wie es sich zeigt an den Initiativen der Bundesregierung für eine Erhöhung des Männeranteils an Lehrern und Erziehern, an rechtlichen Veränderungen im Hinblick auf die Rechte von Vätern oder der Thematisierung der Vereinbarkeitsfrage im Hinblick auf Männer (Elternzeit). Mit der Gründung des Bundesforums Männer hat zudem eine weitere Vernetzung männerpolitischer Akteure und Interessen auf Bundesebene stattgefunden. Es muss wach und kritisch beobachtet werden, inwieweit emanzipatorische Akteur_innen – frauen- wie männerpolitische – diesen Diskurs weiterhin mitbestimmen können (wie es beispielsweise das Grüne Männermanifest versucht) oder ob mit der Fokussierung auf männerpolitische Fragen eine Verdrängung frauenpolitischer Themen und ein konservativer Backlash droht.

Misogynie und Antifeminsimus
Wie zuvor angedeutet,  macht sich das Gefühl breit, dass die konservativen bzw. rechtspopulistischen Kräfte in Gesellschaft und Politik zunehmen. Meistens geht das mit einem rückwärtsgewandten Rollenbild der Geschlechter einher. Beispielsweise unter Punkt 17 des Positionspapiers der umstrittenen Protestbewegung Pegida positionieren sich die AktivistInnen „gegen dieses wahnwitzige Gender Mainstreaming“ (vgl. Positionspapier Pegida)

Aber auch Studien unterstützen den Eindruck eines wahrnehmbaren rolebacks - zunächst nur auf Seiten im Internet in Blogs und Kommentaren – von konservativ bis frauenhassend, nun auch in Vereinen, manchen Printmedien und in politischen Vereinigungen. Ausführlich beschrieben und nachzulesen in der aktuellen (2014) Analyse zur Politik der AfD der Friedrich-Ebert-Stiftung von Andreas Kemper „Keimzelle der Nation?“:

„Mit dem Einzug der 'Alternative für Deutschland' (AfD) in das Europaparlament und drei ostdeutsche Landtage etabliert sich [....] eine rechtspopulistische Partei, zu deren Programmatik neben der Kritik am Euro und Ausländerfeindlichkeit auch der Kampf gegen die 'Gender-Ideologie' gehört. Die AfD beteiligt sich zum Beispiel an Demonstrationen und Kampagnen, die das Thema 'sexuelle Vielfalt' in schulischen Bildungsplänen stoppen wollen. Sie wendet sich im Bündnis mit fundamentalistischen Christen gegen Abtreibung, propagiert in Wahlkämpfen wie etwa in Sachsen die traditionelle Kleinfamilie mit mindestens drei Kindern und macht Stimmung gegen die Frauenquote. Zulauf erhält die neue Partei auch von antifeministischen Männerrechtlern, die um ihre Privilegien fürchten und die althergebrachte männliche Herrschaft in den Geschlechterbeziehungen erhalten oder wiederherstellen wollen. Mit diesem veränderten Umfeld müssen sich gleichstellungspolitische Aktivitäten auseinandersetzen. Die Kernthese der Männerrechtler lautet: Die Gleichstellung der Geschlechter sei längst erreicht, die Emanzipation der Frauen abgeschlossen. [...] Der Stern bezeichnete die 'neue Geschlechtergefühligkeit' schon vor über einem Jahrzehnt als 'trivial und teuer'. Der Spiegel malte ein düsteres Bild autoritärer Gender-Pädagogik, das Jungen 'früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts' mache. Der Focus schrieb mit ständigen Berichten über das 'geschwächte Geschlecht' eine 'neue Bürgerrechtsbewegung' geradezu herbei. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wetterte gegen ein 'angewandtes Kaderprinzip der feministischen Lobby', die eine 'politische Geschlechtsumwandlung' plane. Die rechtskonservative Junge Freiheit nahm solche Verschwörungstheorien dankbar auf: Hier werde 'eine totalitäre Ideologie durch eine auserwählte Truppe Linientreuer von oben nach unten durchgesetzt'."

Zitiert aus „Männerpolitik und Antifeminismus“ Thomas Gesterkamp, WSI Mitteilung 1/2015

Gender und Rechtsextremismus

Das Bild Rechtsradikaler ist oft ein männliches. Frauen in der Szene waren lange nicht im Fokus der Forschung und der Analysen. JedeR fünfte Rechtsradikale ist weiblich, Frauen spielen eine wichtige Rolle als Unterstützerin, als Agitatorin, als Verbreiterin der Ideologie und zunehmend auch in der sozialen Arbeit als Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und Ökoaktivistinnen. Rechte Politik nimmt sich sozialer Themen an und Frauen spielen eine Rolle. Diese kann individuell unterschiedlich definiert sein. Viele begreifen sich durchaus als emanzipiert und fordern ihren Platz in den Gruppierungen, andere pflegen das Rollenmuster der Mutter und Hüterin der Traditionen.

Die Amadeu Antonio Stiftung unterhält eine Fachstelle Gender und Rechtsextremismus, wo sich eine Vielzahl von Artikeln und Verlinkungen zum Thema finden.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung beschäftigt sich unter dem Stichwort Rechtsextremismus mit den Männern und den Frauen in der Szene und hält Interviews und Analysen dazu vor.

Feminismus von Rechts, Interview mit der Rechtsextremismus-Forscherin Renate Bitzan: http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/174172/kann-es-einen-feminismus-von-rechts-geben

Wann ist ein Mann ein Mann? Rechtsextreme Männerbilder und geschlechterreflektierende Präventionsarbeit, Interview mit Soziologe und Bildungsarbeiter Olaf Stuve: http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/197046/wann-ist-ein-mann-ein-mann-rechtsextreme-maennerbilder-und-geschlechterreflektierende-praeventionsarbeit

Folgerungen für die Politik: Frauen im rechtsextremen Spektrum, Thesen von Monika Lazar: http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41511/frauen-im-rechtsextremen-spektrum

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Akteur_innen

NGOs: Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen

Deutscher Frauenrat:
Dachverband der deutschen Frauenorganisationen; Finanzierung durch die Bundesregierung; Mitglied in der European Womens Lobby (EWL). Themen: Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Soziale Sicherung, Steuerrecht, Gesundheit. Aktuelle Kampagnen: Equal Pay Day, 100 Jahre Internationaler Frauentag, Im Abseits der Gesellschaft (Armut), 15 Jahre Pekinger Aktionsplattform.

„Der Deutsche Frauenrat ist die Vereinigung von aktuell 57* bundesweit aktiven Frauenverbänden und -organisationen. Zu unseren Mitgliedern zählen konfessionelle Verbände und Berufsverbände, die Frauengruppen der Parteien, der Gewerkschaften und des Deutschen Olympischen Sportbundes, außerdem überkonfessionell und überparteilich arbeitende Organisationen mit vielfältigen sozialen und politischen Aufgaben. Insgesamt hat der Deutsche Frauenrat mehr als zehn Millionen Mitglieder. (…) Unser gemeinnütziger Verein wird vorwiegend aus öffentlichen Geldern, d.h. aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert. Wir sind als Nichtregierungsorganisation (NRO) anerkannt, haben besonderen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und sind Mitglied der Europäischen Frauenlobby.“ * (Deutscher Frauenrat (2011): Statement der Mitgliederversammlung 2011. Zugriff: 23.1.15)

Deutscher Frauenring e.V. (DFR):
Umfasst 58 Ortsringe in 12 Landesverbänden, vor allem in den westdeutschen Bundesländern, in Ostdeutschland nur in Thüringen und Sachsen.

Themen: Gleichstellung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Rollenstereotype, sexistische Werbung, Gewalt gegen Frauen, Weibliche Genitalverstümmelung, Gesundheitspolitik, Wohnen im Alter und Pflege, Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit, internationale Arbeit.
„(…) vertritt die Interessen von Frauen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Seit seiner Gründung 1949 setzt er sich für die Verwirklichung der Gleichstellung der Frau und die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft ein. Er ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell und als einer der größten Frauenverbände in Deutschland bundesweit aktiv. Chancengleichheit und gleichwertige Anerkennung von Frauen und Männern in Beruf und Familie, in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft  und Kultur gehören zu den Zielen des DFR. Wir stärken und fördern Frauen in ihrer politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Teilhabe und setzen uns für eine Geschlechterpolitik ein, die Männer  mit einbezieht und überkommene Rollenstereotype überwindet.“

Deutscher Landfrauenverband (DLV):
„(…) vertritt bundesweit die Interessen aller Frauen und ihrer Familien im ländlichen Raum. Mitglieder im DLV sind 22 Landesfrauenverbände mit rund 430 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen. In den Ortsvereinen sind ca. 550.000 Frauen Mitglied, die sowohl in der Landwirtschaft als auch in anderen Berufen tätig sind. Als bundesweit größter Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, setzt sich der DLV  für die berufsständischen Interessen der Bäuerinnen ein und die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum.“

Aktuelle Themen und Projekte sind u.a. Ernährungs- und Verbraucherbildung, „Gartenkinder: Woher kommt unser Gemüse?“, „LandFrauenStimmen für die Zukunft – Faire Einkommensperspektive sichern“, „LandFrauen für LandFrauen“ in Kooperation mit der Welthungerhilfe.

Käte Ahlmann Stiftung:
2001 gründeten 18 Unternehmerinnen gemeinsam mit der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG und der Dr. August Oetker KG und mit Unterstützung des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU) die Käte Ahlmann Stiftung. Die Stiftung fördert insbesondere die Berufsbildung und die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Wirtschaftsleben. Hauptaktivität der Stiftung ist das Mentoring für Unternehmerinnen in der Existenzsicherungs- und Wachstumsphase im Rahmen des deutschlandweiten TWIN-TwoWomenWin, das auch wissenschaftlich begleitet wird. Der Sitz der Stiftung ist in Bochum, das Büro der Geschäftsstelle in Hamburg.

TOTAL E-QUALTIY Deutschland e.V.:
„TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf zu etablieren und nachhaltig zu verankern. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es um eine chancengerechte Personalbeschaffung und -entwicklung, um die Förderung partnerschaftlichen Verhaltens am Arbeitsplatz und um die Berücksichtigung von Chancengleichheit in den Unternehmensgrundsätzen. (…) Für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung vergibt der Verein das TOTAL E-QUALITY Prädikat. Es bescheinigt seinem Träger/seiner Trägerin ein erfolgreiches und nachhaltiges Engagement für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf. (…) Natürlich macht auch der Verein nicht Halt vor neuen gesellschaftlichen Entwicklungen: Das Thema Diversity, die europaweite Auszeichnung und die Konzentration auf den Mittelstand sind wichtige Schwerpunkte der künftigen Arbeit.“

Gegründet 1996, unterstützt durch das BMFSFJ. Bisher wurden insgesamt 359 Prädikate verliehen. Die ausgezeichneten Organisationen und Unternehmen haben zusammen rund 2,5 Millionen Beschäftigte und 650.000 Studierende.

Genderdax:
Informationsplattform für hochqualifizierte Frauen seit Frühjahr 2005. Richtet sich an Frauen in Fach- und Führungspositionen ebenso wie an Nachwuchskräfte und Wiedereinsteigerinnen. Bietet einen Überblick über Beschäftigungsmöglichkeiten und Entwicklungschancen bei ausgewählten Großunternehmen, kleinen und mittelständischen Betrieben sowie Forschungszentren in Deutschland.

„Für die Aufnahme in den genderdax können sich alle Unternehmen in Deutschland bewerben, die im Rahmen ihrer Personalpolitik und ihres Diversity-Managements weibliche Fach- und Führungskräfte fördern. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitsbedingungen, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, besondere Beachtung von hochqualifizierten Frauen bei der Personalsuche sowie die gezielte Personalentwicklung von karriereorientierten Frauen für Führungspositionen.“
Träger: Helmut-Schmidt-Universität Hamburg/I.P.A. Institut für Personalwesen und Internationales Management; 2005/06 Förderung durch BMFSFJ.

berufundfamilie gemeinnützige GmbH - eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung:
berufundfamilie gGmbH wurde 1998 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet, um mit den beiden Audits „berufundfamilie“ und „familiengerechte hochschule“ die Umsetzung einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Hochschulen zu fördern. Die Zertifikate haben sich zu anerkannten Qualitätssiegeln einer familienbewussten Personalpolitik entwickelt. Europäische Ausdehnung mit dem europaweiten „work and family audit“, das bisher in Italien und Österreich umgesetzt wird. Seit 2010 übernimmt die berufundfamilie Service GmbH als hundertprozentige Tochter der gGmbH die wesentlichen Aufgaben der Auditierung, während die gGmbH als Think Tank und Impulsgeber die weitere Entwicklung begleitet. Finanzielle Förderung durch die Gemeinnützige Hertiestiftung und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). 2005 Gründung und Finanzierung des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik (FFP).

DGB-Projekt „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten“:
In seiner aktuellen Projektphase konzentriert sich das Projekt „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten“ auf das Thema „Lebensphasenorientierte Arbeitszeiten fördern“. Ziel des Projektes ist es, flexible und familienbewusste Arbeitszeitmodelle (zu dem Schwerpunkt Lebensphasenorientierung) zu fördern, sowie bestehende Ansätze zu verbreiten und miteinander zu verbinden. Dabei stehen fünf thematische Schwerpunkte im Fokus: Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Einstiegsphase/ Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses an Hochschulen; Passende Arbeitszeiten in der Familien(gründungs)phase - vor allem die Elterngeldnutzung durch Väter und deren langfristige Effekte für Betrieb und Partnerschaft; Optionszeiten im Lebensverlauf sowie Gestaltung von Aus- und Wiedereinstiegen; Leichte Vollzeit als Möglichkeit lebensphasenorientierter Arbeitszeitgestaltung; Vereinbarkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit und Selbstsorge im späten Erwachsenenalter (DGB (o.J.): DGB-Projekt „Vereinbarkeit von Familie und gestalten! – Lebensphasenorientierte Arbeitszeiten fördern“.

girls' day – Mädchen-Zukunftstag:
Seit 2001 jährlich im April Veranstaltung des Girls' Day – Mädchen Zukunftstags; Ziel: Mädchen sollen sich über die ganze Bandbreite ihrer Berufsmöglichkeiten informieren und jenseits traditioneller Rollenbilder ihre Berufsentscheidung treffen; gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds; Unterstützung: Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Initiative D21, die Bundesanstalt für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH); Lenkungsgruppe zur inhaltlichen und organisatorischen Begleitung des Projektes aus VertreterInnen der Aktionspartner, der Kultusministerkonferenz (KMK), der Gleichstellungs- und Frauenministerienkonferenz (GFMK) und des Bundeselternrates (BER); bundesweite Koordination: Verein Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit; Girls’Day oder ähnliche Aktionen in 16 weiteren Ländern Europas: Luxemburg, Niederlanden, Österreich, Tschechien, Belgien, Kosovo, Polen, Norwegen, Frankreich, Italien, Kirgisistan, Estland, Ungarn, z.T. grenzüberschreitende Aktionen.

Neue Wege für Jungs:
Neue Wege für Jungs ist ein bundesweites Vernetzungsprojekt (2013 mit über 200 Netzwerkpartnern) und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen. Mit einem Service-Büro (beim Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V. in Bielefeld) unterstützt es seit 2005 Initiativen und Träger, die schulische und außerschulische Angebote für Jungen zur Erweiterung der Berufs- und Studienfachwahl, der Flexibilisierung männlicher Rollenbilder und zum Ausbau sozialer Kompetenzen organisieren. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Projekt richtet sich an Lehrkräfte, soziale Fachkräfte, Berufsberatende, Personal-, Bildungs- und Ausbildungsverantwortliche sowie Eltern. Es regt lokale Initiativen zur geschlechtssensiblen Förderung von Jungen bei der Berufs- und Lebensplanung an, vernetzt die Aktiven und unterstützt Engagierte mit aktuellen Informationen, Beratung sowie kostenlosen Print- und Onlinematerialien. Bisherige Aktivitäten: Wettbewerb Fotowettbewerb: Poser oder Poserin? / Gute Beispiele-Datenbank / Fachtagungen und bundesweite Netzwerktreffen / Methodensammlung und Materialien (z.B. MedienSet) / Haushaltsparcour „Coole Jungs sind fit im Haushalt“.

Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse
Bundesweites Netzwerk von Männern, die in den folgenden Bereichen arbeiten: Männer und Geschlechterforschung, Jungen- und Männerarbeit, Männer- und Väterberatung, Männerpolitik, Gender Mainstreaming und Gender-Training. Allgemeines Ziel ist es, einen Beitrag zum Projekt einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft und zum Geschlechterdialog zu leisten. Das Forum Männer veranstaltet zweimal jährlich Fachtagungen, die themenzentriert unterschiedliche Blickrichtungen aus Theorie, Forschung, Praxis und Politik zusammenbringen und dem Erfahrungsaustausch dienen. Das Forum Männer wird vom Gunda Werner Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung organisatorisch, finanziell und ideell unterstützt. Es ist Gründungsmitglied des Bundesforum Männer (siehe unten).
Themen: männerpolitische Ansätze, Migration, Gesundheit, Arbeit/Arbeitslosigkeit, Männer und GM, Krieg, Sexualität, Konflikt und Geschlecht, Vaterrolle, Gender-Theorie, Männerpolitiken, Geschlechterdialog.

Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik e.V.
Die BAG Mädchenpolitik e.V. will Politik mitgestalten, neue fachpolitische Impulse in der feministischen Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen setzen und zur bundesweiten Verankerung von Mädchenarbeit in Strukturen und Konzeptionen beitragen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik e.V. hat folgende Ziele:
Innen: Kooperation und Vernetzung der Mitglieder unterstützen und den Austausch fördern - die BAG Mädchenpolitik e.V. möchte ein breites Bündnis schaffen.
Außen: Gemeinsame mädchenpolitische Interessen auf Bundesebene vertreten durch Politikberatung und Lobbyarbeit.
Fachlich: Ein Forum schaffen für die fachliche Weiterentwicklung der feministischen Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen. Systematische Überprüfung der konzeptionellen Ziele, Anpassung an neue Herausforderungen.

Beirat für Jungenpolitik
Den Beirat Jungenpolitik hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Dezember 2010 berufen. Der Beirat hatte zum Ziel, die Vielfalt der Lebensentwürfe von Jungen zu erforschen und herauszufinden, welche Themen sie bewegen und wie man sie erreichen kann. Eine weitere wichtige Fragestellung war, wie Jungen in Zukunft leben wollen und wie sie zu Themen wie Gleichstellung oder Familie stehen. Die Ergebnisse der Beiratsarbeit wurden 2013 unter dem Titel "Jungen und ihre Lebenswelten – Vielfalt als Chance und Herausforderung" veröffentlicht.
Der Beirat bestand aus zwölf Mitgliedern, sechs davon junge Männer. Die Jugendlichen diskutierten nicht nur gleichberechtigt mit, sondern brachten dem Beirat auch ihre unterschiedlichen persönlichen Hintergründe näher. Dazu tagte der Beirat auch bei den jugendlichen Mitgliedern, die bei dieser Gelegenheit Gastgeber waren.
Flankiert wurden diese Begegnungen von Fokusgruppen des Sinus-Instituts. Die Fokusgruppen setzten sich jeweils aus Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren zusammen. Aus den Diskussionen resultierten Erkenntnisse zu Rollenbildern, Partnerschaftskonzepten und vielen anderen Themen, die junge Leute bewegen.

Als erste Reaktion auf die Empfehlungen des Beirats wurde die Idee von einer Website für eine Gleichstellungspolitik, die auch Jungen anspricht, von der Bundesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik aufgegriffen.

Aktuelles Projekt beider Arbeitsgemeinschaften ist das Beteiligungsportal für Jugendliche – Mein Testgelände.

Bundesforum Männer:
Das "Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter" wurde 2010 als Verein aus einem bereits seit 2008 bestehenden Netzwerk heraus gegründet. Es versteht sich als bundesweite Interessenvertretung der gleichstellungspolitisch orientierten Organisationen der Männer-, Jungen- und Väterarbeit sowie der Forschung zu Jungen und Männern. 2011 umfasst es 29 Mitgliedsorganisationen und hat eine Geschäftsstelle in Berlin.
Die Mitglieder des Forums bekennen sich „zur Geschlechtergerechtigkeit als Grundprinzip ihrer gemeinsamen Arbeit. In diesem Sinne setzen sie sich dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen. Damit wenden sie sich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung. Am Prinzip umfassender gesellschaftlicher Gleichstellung orientiert, wirken sie mit, die Geschlechter in ihren jeweiligen Entwicklungen, Identitäten und der Vielfalt ihrer Lebensentwürfe zu fördern.“
Das Forum beschäftigt sich aktuell mit verschiedenen Fragestellungen der Männerpolitik: u.a. aktuelle Leitbilder von Vaterschaft, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, neue Männerrollen, widersprüchliche Erwartungen an Männer, Veränderungen in der Berufswelt, Interesse an gleichberechtigten Partnerschaften sowie faire Entwicklungschancen für Jungen.

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Regierung und Ministerien

Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend / Abt. Gleichstellung/Chancengleichheit (Leitung: Renate Augstein) (http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung.html, Zugriff: 02.12.13)

(West)dt. Frauenministerium seit 1986. Unter der rot-grünen Regierung und im Zuge der dt. Ratspräsidentschaft in 2007:  Ausrichtung auf einen strukturellen Ansatz, d.h. Gender Mainstreaming im Sinne präventiver Gleichstellungspolitik. Mit der schwarz-gelben Bundesregierung Neuausrichtung hin zu allgemeinen Diskriminierungsfragen, familienpolitischen Fragen und einem neuen Fokus auf Männerpolitik. Gender Mainstreaming taucht als Begriff und Thema im Kontext des Ministeriums nicht mehr auf. Das Ministerium spricht stattdessen vom Leitprinzip Geschlechtergerechtigkeit.

Gleichstellungspolitik als Politik für Frauen und Männer: „Seit der Aufnahme der Frauenpolitik in die Aufgaben des Bundesfamilienministeriums in den 1980er Jahren hat sich die Gleichstellungspolitik in Deutschland stark weiterentwickelt. Anfangs stand nur die Frauenpolitik im Mittelpunkt des Auftrags. Dabei ging es um den Schutz von Frauen vor Diskriminierung und Gewalt und - etwa mit der Ergänzung von Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes - um die Durchsetzung gleicher Rechte für Frauen. In den 1990er Jahren veränderte sich mit dem Konzept des Gender Mainstreamings der Schwerpunkt hin zu einer Gleichstellungspolitik für Frauen und für Männer. Heute deutet sich eine weitere politische Akzentverschiebung an: Chancengerechtigkeit im Lebenslauf steht im Fokus einer modernen Gleichstellungspolitik. Ein wichtiges Ziel dabei ist, dass auch Frauen und Männer, die Fürsorgeaufgaben in der Familie übernehmen, faire Chancen und Einkommensperspektiven im Berufsleben haben.“ (BMFSFJ (2012): Gleichstellungspolitik. Unter: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=88068.html, Zugriff: 15.03.15)

Im Bereich der Gleichstellung hat das Bundesministerium folgende Aufgaben:

  • erarbeitet federführend Bundesgesetze zur Durchsetzung der Gleichstellung und nimmt Einfluss auf die Gesetzesvorhaben anderer Bundesministerien, soweit sie Frauen- beziehungsweise Gleichstellungsfragen berühren.
  • entwickelt Programme und Initiativen zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Arbeitswelt, Familie, Gesellschaft und Politik sowie zum Abbau von Gewalt gegen Frauen – auch mit Blick auf Frauen und Männer mit Migrationshintergrund.
  • führt Forschungs- und Modellvorhaben zu gleichstellungspolitischen Fragen und Instrumenten durch, veröffentlicht die Ergebnisse und unterstützt deren Umsetzung in der Fläche.
  • fördert und unterstützt die Frauenorganisationen sowie bundesweite Vernetzungen im Gleichstellungsbereich.eitet die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Frauen sowie die bundesweite Arbeitsgruppe "Frauenhandel".
  • verhandelt in den Gremien der Europäischen Union, des Europarates und der Vereinten Nationen Gleichstellungsthemen und -initiativen und setzt sich international für die Förderung der Gleichstellung ein.
  • stellt Hilfen für Schwangere in Not- und Konfliktlagen zur Verfügung und setzt in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung den gesetzlichen Auftrag zur Vermeidung und Lösung von Schwangerschaftskonflikten um.

Aktuelle Themenschwerpunkte: Politik für Frauen und Männer (nationale + internationale Gleichstellungspolitik, Gleichstellungsbericht und Gremienbericht der Bundesregierung), Frauen und Arbeitswelt (Teilhabe, Karrierechancen, Führungspositionen, Entgeltgleichheit, Wiedereinstieg, Vereinbarkeit), Perspektiven für Jungen und Männer (Modellprogramm "MEHR Männer in Kitas", Netzwerk "Neue Wege für Jungs", Boys' Day, Interessenverband "Bundesforum Männer", Beirat Jungenpolitik), Frauen vor Gewalt schützen (häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Prostitution, Frauenhandel, bundesweites Frauenhilfetelefon, Aktionsplan), Schwangere informieren (Familienplanung, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch), Migrantinnen fördern (Rollenleitbilder, unterschiedliche Mitgrantinnengruppen, ältere Migrantinnen, Integration, muslimische Frauen, Gewalt gegen Migrantinnen, Zwangsheirat).

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS):
Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) 2006 wurde die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingerichtet. Die Leitung der ADS ist in der Ausübung ihres Amtes unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen (aktuelle Leitung: Christine Lüders). Unterstützender Beirat mit Vertreter_innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen bzw. deren Organisationen. Sitz in Berlin.

Aufgaben:

  • Information, Beratung und auf Wunsch Unterstützung von Betroffenen bei einer gütlichen Beilegung, ggf. Vermittlung ortsnaher Unterstützungsangebote
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Maßnahmen zur Verhinderung von Benachteiligungen
  • Durchführung wissenschaftlicher Untersuchunge
  • regelmäßige Vorlage eines Berichtes an den Deutschen Bundestag, verbunden mit Empfehlungen zur Beseitigung und Vermeidung von Benachteiligungen.

Aktuelle Projekte der ADS sind: "Im besten Alter. Immer" – Themenjahr 2012, Anonymisierte Bewerbungen, Offensive diskriminierungsfreie Gesellschaft, Diskriminierungsfreie Hochschule, Expertisenreihe „Forschungslücken schließen“

Agentur für Gleichstellung im Europäischen Sozialfonds (ESF):
Eingerichtet vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im März 2009, um die Implementierung von Gender Mainstreaming im ESF sowohl auf der Prozessebene des ESF-Bundesprogrammes als auch auf der Ebene der einzelnen fachpolitischen Umsetzungsprogramme zu unterstützen.
Das Angebotsspektrum der Agentur für Gleichstellung im ESF umfasst: Beratungen für die ESF-Verwaltungen auf Bundesebene, die Erstellung von fach- und zielgruppenspezifischen Expertisen, Vernetzung auf bundesweiter und EU-Ebene sowie die systematische Informationsvermittlung zu Umsetzungsfragen, relevanten Dokumenten, Datenquellen sowie aktuellen Entwicklungen durch ein webbasiertes Informationsmanagement.
Die Beratungsangebote richten sich an die ESF-Fondsverwaltung, die ESF-Verwaltungsstellen in den Bundesressorts, die Programmverantwortlichen in den Fachreferaten sowie die programmumsetzenden Stellen. Für Projektträger stellt die Agentur eine Anleitung zur Umsetzung von Gender Mainstreaming und eine systematische Übersicht über die relevanten Informations- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung.

Bundesarbeitsgemeinschaft und Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG):
Geschäftsstelle in Berlin, 2000-2003 durch das BMFSFJ finanziert, arbeitet seitdem auf Basis von Serviceleistungen, Projektmitteln und Beiträgen aus den Kommunen.

Aktuelle Themen sind: „Berliner Erklärung“– Überparteiliche und überfraktionelle Initiative zur 30 Prozent Quote bei Aufsichtsräten, Bundesweites Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen – am 6. März 2013, ist nach intensiven Vorbereitungen das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen gestartet, Equal Pay, Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Kindergrundsicherung, Frauen Macht Kommune, Gewalt gegen Frauen, Arbeitsmarkt und Qualifikation, Soziale Sicherung, Geschlechtergerechtigkeit, Familien- und Lebensformen/Familienpolitik, Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, Armut, Aktionstage.
„In der Bundesarbeitsgemeinschaft haben sich weibliche, hauptamtliche, kommunale Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte zusammengeschlossen, um die Interessen von Frauen auf Bundesebene zu vertreten, ein bundesweites Forum für frauenpolitische Diskussionen zu schaffen, den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss zwischen den Kolleginnen zu sichern und Fragen des eigenen Berufsstandes zu klären. (…) Die BAG bündelt frauenpolitische Fachkompetenz und regionale Initiativen, sie vermittelt Wissen und Kontakte. Sie gibt politische Impulse an die Bundespolitik und nimmt ihrerseits bundespolitische Impulse auf und trägt sie in die Kommunen. Das Netzwerk der BAG steht im Dialog mit Verbänden, Institutionen, Parteien, NGOs und relevanten gesellschaftlichen Gruppen sowie der Bundesregierung. Es umfasst ca. 1900 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland.“

bundesweite gründerinnenagentur (bga):
Seit 2004 bundesweit Information, Beratung und Vernetzung für Existenzgründerinnen.
„Die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist das erste und einzige deutschlandweite Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbstständigkeit von Frauen über alle Branchen und Phasen der Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Die bga ist Ansprechpartnerin für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Gründerinnen und Übernehmerinnen und bündelt auf Ihren Internetseiten Kontakte und Informationen zu Experten und Expertinnen, Studien, Beratungseinrichtungen und Netzwerken in ganz Deutschland. Eine Telefon-Hotline bietet persönliche Erstberatung für Gründerinnen und Unternehmerinnen.“
Aufgabenbereiche: Information (Informationszentrum im Internet mit News, Veranstaltungen, Themen des Monats, etc.), Beratung (ExpertInnen- und Beratungseinrichtungen-Datenbank, Hotline, Mentoring, Expertenforum), Vernetzung (Netzwerke, Regionalverantwortliche, Botschafterinnen, ProWomEnplus), Unternehmensnachfolge (Daten & Fakten, Materialien, Task Force, Nationaler Aktionstag, nexxt-Initiative, etc.), Roadshow „Meine Zukunft: Chefin im Handwerk“, Aktionsprogramm „Power für Gründerinnen“. Bundesweite und internationale Wettbewerbe: IDEE-Förderpreis, Cartier Women's Initiative Award, Prix Veuve Clicquot. Regionale Wettbewerbe: Berliner Unternehmerinnenpreis, Unternehmerin des Landes Brandenburg, belladonna gründerinnenpreis – Bremen, Unternehmerinnenpreis Sachsen-Anhalt, Sächsischer Gründerinnenpreis, Thüringer Unternehmerinnenpreis „Emily-Roebling-Preis” (bga (o.J.): Wettbewerbe. Unter: http://www.existenzgruenderinnen.de/DE/bga-Service/Wettbewerbe/wettbewerbe_node.html, Zugriff, 15.03.15).

Gemeinsame Finanzierung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Europäischer Sozialfonds (ESF).

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Bundesländer

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg:
Im Ministerium werden die Aufgaben der Gleichstellungspolitik durch die Stabstelle der/des Beauftragten für Chancengleichheit und durch die Abteilung Frauen und Familie, Referat Frauenpolitik, Chancengleichheit für Frauen und Männer wahrgenommen. Außerdem ist im Ministerium eine Gender Mainstreaming-Geschäftsstelle angesiedelt, welche die ressortübergreifende Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Landesverwaltung koordiniert und durch einen Fachbeirat Gender Mainstreaming mit externen Expertinnen und Experten unterstützt wird.

Baden-Württemberg betont explizit die Doppelstrategie von Frauenförderung und Gender Mainstreaming, die beide als Querschnittsaufgaben verstanden werden. Neben diesen beiden Politikkonzepten stehen unterschiedliche Themenfelder im Mittelpunkt der Arbeit des Ministeriums, denen gesellschaftspolitisch eine besondere Bedeutung bei der Herstellung von Chancengleichheit zukommt: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer, Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen sowie das Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen.
Die Website des Ministeriums benennt zum Thema Chancengleichheit von Frauen und Männern folgende Unterthemen und liefert dazu ausführliche Informationen: Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz, Gender Mainstreaming, Berufswahl und Ausbildung, Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Chancengleichheitsgesetz, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, Gewalt gegen Frauen, Programm „Chancen=Gleichheit“ der Baden-Württemberg-Stiftung.

Das Ministerium bietet außerdem mit dem landesweiten Frauenportal „Frauen Aktiv in Baden-Württemberg“ kompakte Informationen zu frauenpolitischen Themen. Das Portal informiert über die Themen Arbeitswelt, Bildung, Gender Mainstreaming, Gesellschaft, Lebenslagen, Politik, Porträts und Preise/Stipendien/Stiftungen und benennt zu diesen Akteure und Publikationen sowie Termine und Zugangsmöglichkeiten zu Daten und Zahlen. Im Zusammenhang mit dem Portal gibt das Ministerium seit 1997 auch einmal im Quartal die frauenpolitische Informationsschrift "AKTIV- Frauen in Baden-Württemberg" mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkthema heraus. Aktuell wird die Zeitschrift neu konzipiert.

Bayrisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen:
Die Frauen- und Gleichstellungspolitik ist im Bayrischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen angesiedelt. Die Staatsministerin ist gleichzeitig die Frauenbeauftragte der Bayrischen Staatsregierung. Als solche nimmt sie für die Staatsregierung die Aufgaben der Frauenpolitik nach außen vor allem gegenüber dem Landtag, in Fachministerkonferenzen und im Bereich der Bundesgesetzgebung wahr. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben hat sie Initiativ- und Beteiligungsrechte. Insbesondere ist sie bei allen Gesetzesvorhaben, Verordnungsentwürfen und sonstigen wichtigen Vorhaben (beispielsweise: Plänen, Programmen) zu beteiligen, wenn diese Gleichstellungsfragen unmittelbar oder mittelbar betreffen.

Sie wird in ihren Aufgaben in diesem Bereich unterstützt durch die bereits seit 30 Jahren bestehende Leitstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern.
Aufgaben der Leitstelle sind:

  • Bei Gesetzes- und Verordnungsvorlagen auf Einhaltung des Gleichbehandlungsgebotes achten.
  • Vorschläge zur Beseitigung rechtlicher und tatsächlicher geschlechtsbezogener Benachteiligungen ausarbeiten und Initiativen zur Verbesserung der Situation von Frauen oder Männern einleiten.
  • Ansprechpartnerin für Frauen und Männer in allen Fragen der Gleichstellung.
  • Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesfrauenausschuss, den Bayerischen Gleichstellungsbeauftragten, den Bayerischen Frauenverbänden, den Frauen- und Gleichstellungsreferaten andere Länder, mit der Bundesregierung und mit ausländischen Gleichstellungsinitiativen.

Außerdem besteht eine Interministerielle Arbeitsgruppe der Gleichstellungsbeauftragten der bayerischen Ressorts unter dem Vorsitz der Frauenministerin, die sich regelmäßig zum Erfahrungs- und Informationsaustausch trifft, vor allem im Hinblick auf die Gleichstellung im Öffentlichen Dienst in Bayern.
Der Politikbereich Frauen/Gleichstellung umfasst im Ministerium die Arbeitsfelder Frauenpolitik, Gleichstellung, geschlechtersensible Sichtweisen, Landesfrauenrat und Gewaltschutz. Die Schwerpunktthemen bayrischer Gleichstellungspolitik sind: Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, Geschlechtersensible Sichtweise/Gender Mainstreaming, Chancengerechtigkeit im Erwerbsleben, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen, Renten, Gesundheit, Pflege von Angehörigen, Mobbing und sexuelle Belästigung, Gewaltschutz.

Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen Berlin:
Die Frauen- und Gleichstellungspolitik ist im neuen Berliner Senat in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen angesiedelt und wird von einer eigenen Staatssekretärin für Frauen vertreten. In der ihr zugeordneten Abteilung Frauen und Gleichstellung werden behandelt: Grundsatz- und Rechtsangelegenheiten der Gleichstellungspolitik, Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt und Frauen in besonderen Konflikt- und Lebenslagen. Außerdem ist ihr die Geschäftsstelle Gleichstellung zugeordnet. Ebenfalls der Senatsverwaltung zugeordnet ist die Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung, die auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) eingerichtet wurde und die Antidiskriminierungsarbeit des Senats koordiniert.

Themen der Frauen- und Gleichstellungspolitik in Berlin:

  • Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm „Gleichstellung weiter denken – Strategien für ein geschlechtergerechtes Berlin“ (GPR) (Masterplan, Gender Mainstreaming, Gender Budgeting)
  • Arbeitswelt (u.a. Qualifizierung, Frauenförderung, Existenzgründung, Expertinnen-Beratungsnetz)
  • Keine Gewalt (u.a. Frauenhandel, Gewaltschutzgesetz, Häusliche Gewalt, Kinder und häusliche Gewalt, Sexuelle Gewalt)
  • Bildung/Wissenschaft (u.a. Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre, Chancengleichheit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Frauen in der EU-Forschung, Geschlechtergerechte Schule)
  • Öffentlicher Raum (u.a. Agenda 21, Frauenlauf, Frauenpreis, Chancengleichheit in Kunst und Kultur, Werbung, Sprache, Girls Day, Frauenpolitischer Beirat)
  • Frauen im Landesdienst (u.a. Landesgleichstellungsgesetz, LGG-Berichte, Informationsbörse)
  • Gesundheit (u.a. Herzinfarktrisiko, Brustkrebs, Netzwerk Frauengesundheit, Opfer von Gewalt)
  • Besondere Lebenslagen (u.a. Alleinerziehende, Elternzeit, gleichgeschlechtliche Lebensweisen, behinderte Frauen, Migrantinnen)
  • Projekte (u.a. Weiterbildungsberatung, berufliche Qualifizierung, Orientierungskurse)
  • Außerdem aktuell: Gender Datenreport 2012, Eltern im Job, Landesinitiative Chancengleichheit in der Berliner Wirtschaft, Mehr Frauen in die Aufsichtsräte, Zwischen Pflegebett und Arbeitsplatz.

Gender Mainstreaming und Gender Budgeting sind als Themen mittlerweile im Rahmen des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms und dessen Masterplan eingeordnet. Dessen Umsetzung wird von der Geschäftstelle Gleichstellung betreut. Als Gremien bestehen des Weiteren die AG Gender Budgeting sowie die AG Geschlechterdifferenzierte Statistik und Daten.

Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie Brandenburg:
Das MASF bündelt und koordiniert die Frauen- und Gleichstellungspolitik aller Ressorts. Diese Koordination und Impulsfunktion für die Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern ist Aufgabe der Abteilung Frauen, Gender Mainstreaming und zentrale Dienste (Referate Frauen- und Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming in Politik und Verwaltung, Frauen und Gewaltprävention), die von der Landesgleichstellungsbeauftragten geleitet wird. Gender Mainstreaming soll in allen Politikbereichen verankert werden.

Zur Sicherung der Chancengleichheit für Frauen und Männer hat die Landesregierung im März 2011 das Programm "Gute Lebensperspektiven – Faires Miteinander – Neue Chancen, Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm für das Land Brandenburg 2011 - 2014" verabschiedet. In ihm sind die ressortübergreifenden aktuellen Ziele und Handlungsschwerpunkte der Gleichstellungspolitik formuliert. Es beinhaltet einen umfangreichen Katalog von Maßnahmen und die aktuelle Fortschreibung des Landesaktionsplanes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder. Die bisherigen Aktivitäten werden gebündelt und neue Maßnahmen entwickelt. Eine Gleichstellungsinitiative begleitet und befördert die Umsetzung des Programms. Die Unterstützung der lokalen Frauenpolitik sowie die Förderung und Unterstützung von Frauenbündnissen, Netzwerken und Kooperationsstrukturen ist ein weiterer Schwerpunkt.
Die Website des Ministeriums benennt als Unterthemen des Themenfeldes Frauen und Gleichstellung: Gleichstellungsinitiative, Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder, Chancengleichheit von Frauen und Männern, Frauenförderung, Frauen in besonderen Lebenslagen.

Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen des Senats der Freien und Hansestadt Bremen und Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZFG):
Die Aufgaben des Bereichs Politik für Frauen werden von der Stabsstelle Frauenpolitik der Senatorin in Zusammenarbeit mit der "Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau" (ZGF) wahrgenommen.

Die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau ist eine Landesbehörde. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, im Land Bremen darüber zu wachen und darauf hinzuwirken, dass das verfassungsrechtliche Gebot der Gleichberechtigung der Frau erfüllt wird. Sie wird geleitet von der Bremer Landesbeauftragten für Frauen, die von der Bremischen Bürgerschaft gewählt und für 12 Jahre vom Senat bestellt wird und an der Staatsrätesitzung in beratender Funktion teilnimmt.

Themenschwerpunkte der Zentralstelle sind: Arbeit und Wirtschaft, Gesundheit, Gewalt gegen Frauen, Stadtentwicklung, Mädchen, Frauenförderung im öffentlichen Dienst, Wissenschaft, digitale Medien, Gender Mainstreaming.
Ihre konkreten Aufgaben sind:

  • Frauen beraten und ihren Beschwerden über Benachteiligungen nachgehen
  • Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben
  • Anregen von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene
  • Informationen in Form von Broschüren, Faltblättern und Informationsheften über aktuelle Themen
  • Zusammenarbeit mit  bzw. Unterstützung von Frauen- und Mädchenorganisationen
  • Förderung der Vernetzung in fachlicher Hinsicht und auf Stadtteilebene
  • Öffentlichkeitsarbeit

Behörde für Justiz und Gleichstellung/Abt. Gleichstellung:
Die 2011 im Justizverwaltungsamt neu eingerichtete Abteilung Gleichstellung nimmt für Hamburg die ministeriellen und fachlichen Aufgaben zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie zum Handlungsfeld Gleichgeschlechtliche Lebensweisen/Sexuelle Identitäten wahr. Weitere Informationen über die Gleichstellungspolitik des Hamburger Senats liefert die entsprechende Homepage nicht.

Die im Sommer 2009 von der schwarz-grünen Landesregierung eingerichtete Arbeitsstelle Vielfalt, die als Stabsstelle in der Justizbehörde funktionierte und das Ziel hatte, die unterschiedlichen Themenbereiche zur Chancengleichheit und gegen Diskriminierung in Hamburg zu bündeln und so die Gleichstellung von Frauen und Männern unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Alter, Gesinnung, Religion und sexueller Identität in Hamburg zu verwirklichen, wurde von der neuen Landesregierung wieder aufgelöst.

Hessisches Sozialministerium:
Das hessisches Sozialministerium ist zuständig für „Chancengleichheit & Frauenpolitik“. Dort angesiedelt ist die Stabstelle Frauenpolitik. Sie bündelt das frauenpolitische Spektrum, ist Anlaufstelle und Serviceeinrichtung für die Frauen in Hessen, arbeitet mit hessischen Frauengruppen, hessischen Frauenverbänden sowie den Kommunalen Frauenbüros zusammen. Frauenspezifische Aktivitäten der hessischen Landesregierung werden hier initiiert, begleitet und kommuniziert.

Frauenpolitische Themenschwerpunkte des Ministeriums bzw. der Stabstelle sind: Arbeit und Soziales, Mehr Netto für Frauen, Arbeitsschutz, Chancengleichheit und Gender Mainstreaming, Ehrenamt, Familie, Mädchen, Frauen mit Behinderung, Gesundheit, Gewaltprävention, Lesben.

Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern:
Das Ministerium ist zuständig für die Angelegenheiten von Familien und Jugendlichen, einschließlich der Förderung von Kindern, umfasst den umfangreichen Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Sozialpolitik. Darüber hinaus koordiniert das Ministerium die Frauen- und Gleichstellungspolitik innerhalb der Landesregierung und vertritt diese nach außen. Hierfür ist dem Ministerium als Stabstelle die Leitstelle für Frauen und Gleichstellung zugeordnet. Das Ziel der Leitstelle ist die in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes und in Artikel 13 der Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern verankerte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben.

Das Ministerium verfolgt die Gleichstellungspolitik durch Frauenförderung, Abbau diskriminierender Strukturen und die Umsetzung von Gender Mainstreaming. Gleichstellung wird als Querschnittaufgabe aller Ressorts verstanden und die entsprechenden Schwerpunkte in der Gleichstellungskonzeption der Landesregierung festgeschrieben. Als Themenbereich der Gleichstellung werden des Weiteren benannt: Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft, Gleichstellung bei Bildung und Ausbildung, Gleichstellung in Hochschule und Wissenschaft, Geschlechtergerechte Gesundheitspolitik und Gleichstellungspolitisch aktive Vereine und Verbände. Außerdem unterstützt das Ministerium auf Hilfsangebote für Frauen in Krisensituationen und weist auf diese hin.

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration:
Thematisiert werden unter dem Stichwort „Gleichberechtigung/Frauen“:

  • Gleichberechtigungsgesetz: Seit Januar 2011 neues Niedersächsisches Gleichberechtigungsgesetz (NGG): Modernisierung und Verbesserung des 16 Jahre alten Landes-Gleichberechtigungsgesetzes (vor allem: neuer Stellenwert von Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Fortbildung von Teilzeitbeschäftigten und Beurlaubten, Abbau von Unterrepräsentanz von Männern in bestimmten Bereichen des Öffentlichen Dienstes, Gleichstellungsplan/Zielvereinbarungen)
  • Gender Mainstreaming
  • Gleichstellungspolitik in der Kommune (Kommunale Gleichstellungsbeauftragte)
  • Frauen & Wirtschaft (Programme „Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft“ + „FIFA – Förderung der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt“, Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen, Familienorientierte Arbeitswelt)
  • Frauen & Medien (z.B. Niedersächsischen FrauenMedienPreises (Juliane-Bartel-Preis))
  • Frauen & Gesundheit (u.a. Netzwerk Frauen, Mädchen und Gesundheit Niedersachsen)
  • Frauen & Sport (u.a. Niedersächsische Gemeinschaftsinitiative zur Förderung von Bewegungs- und Sportangeboten)
  • Frauen und Rechtextremismus (Projekt „Frauen in der rechten Szene" (Laufzeit 2012 bis 2014) in Kooperation mit dem Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg)
  • Frauen & Politik (u.a. Niedersächsisches Mentoring-Programm zur politischen Nachwuchsförderung von Frauen)
  • Gewalt gegen Frauen (u.a. häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Stalking, Frauenhandel, Prävention sowie Beratungs- und Interventionsangebote; Gewaltschutzgesetz, Aktionsplan)/„Wer schlägt muss gehen“
  • Migration & Gleichstellung (u.a. Landesprogramm "Migrantinnen in Niedersachsen – Integration gestalten", Handlungskonzept "Zwangsheirat ächten – Zwangsehen verhindern")
  • Frauen & demografischer Wandel (Aktionsprogramm „älter, bunter, weiblicher: Wir gestalten Zukunft!“ 2011-2013)
  • Aktionsprogramme mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (Aktionsprogramm "älter, bunter, weiblicher- Wir gestalten Zukunft!" 2011 - 2013)

Niedersachsen hat außerdem einen „Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen“ herausgegeben, um eine gesicherte Datenlage für die Chancengleichheitspolitik des Landes zu haben.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW:
In der rot-grünen Landesregierung ist Frauenpolitik unter dem Begriff „Emanzipation“ im neuen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter angesiedelt - gemeinsam mit dem Bereich LSBTTI (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexualität und Intersexualität). Ziel des Ministeriums ist, die Abkehr von einer noch immer patriarchalisch geprägten Gesellschaft und die Selbstbestimmung des Individuums. Dabei geht es um Gleichberechtigung in Wirtschaft, Verwaltung, auf dem Arbeitsmarkt, in der Politik, um rechtliche und faktische Gleichstellung sowie um den Abbau von Stigmatisierung und Gewalt. Erreicht werden soll ein selbstbestimmtes und partnerschaftliches Miteinander von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen in allen Lebensbereichen – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder sexueller Identität zu ermöglichen.

Als Themen unter der Rubrik Frauen sind benannt:

  • Frau & Gesellschaft (institutionelle Förderung gleichstellungspolitischer Infrastruktur, insbesondere FrauenRat NRW und kommunale Gleichstellungsbeauftragte; weitere Bereiche: Politik, besondere Lebensbereiche, Kultur und Sport, Medien)
  • Frau & Beruf (Existenzgründung, Forschung und Technik, Karriere, Öffentlicher Dienst, Beruflicher Wiedereinstieg, Runder Tisch Prostitution)
  • Gewalt gegen Frauen (Häusliche Gewalt, Sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat, Menschenhandel, Hilfeangebote)
  • sowie ein Link zu den Beschlüssen der GFMK (Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder)

Gender Mainstreaming wird als Thema auf den Seiten des Ministeriums nicht benannt.

Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz/Abt. Frauen:
Fünf Referate kümmern sich um frauenpolitische Fragestellungen wie: (1) Frauen in der Arbeitswelt, Wirtschafts- und Strukturpolitik, (2) Frauen im Ö̈ffentlichen Dienst, Wissenschaft und Kultur, Partizipation, (3) Gewaltprävention, Frauen in besonderen Lebenssituationen, (4) Frauenorganisationen, kommunale Gleichstellung, Gender Mainstreaming, (5) Frauen und Gesundheit, Kranken- und Pflegeversicherung, Steuerrecht

Als seine schwerpunktmäßigen Aufgaben versteht das Ministerium/Abt. Frauen:

  • Berufsfindung für Mädchen (u.a. durch den Girls Day)
  • Vereinbarkeitsfreundliche und chancengerechte Arbeitszeiten (u.a. unterstützt durch landesweite Informationsstelle zu innovativen Arbeitszeitmodellen „ZeitZeichen“)
  • Frauen im öffentlichen Dienst (Landesgleichstellungsgesetz, Frauenförderplan, Mentoring-Programm für weibliche Führungskräfte in der Landesverwaltung Rheinland-Pfalz)
  • Gewalt gegen Frauen (finanzielle Förderung von Hilfeangeboten, Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG))
  • Frauen und Sucht (u.a. Einrichtung von fünf Fachstellen für frauenspezifische Suchtberatung und Prävention)
  • Frauen in Bildung und Kultur (z.B. durch Mentoring-Programme für Nachwuchskünstlerinnen oder an naturwissenschaftlichen oder technischen Studien interessierte Schülerinnen)
  • Frauen in der Politik (z.B. Kampagne Frauen machen Kommunen stark, Mentoringprogramme)
  • Frauen im Ehrenamt (Rahmenbedingungen, Qualifizierung)
  • Förderung von Mädchen- und Frauenprojekten und Frauennetzwerken (z.B. Frauenprojektemesse)
  • Frauen und Gesundheit (z.B. Landesinitiative Frauengesundheit Rheinland-Pfalz)

Außerdem setzt auch Rheinland-Pfalz Gender Mainstreaming auf den verschiedenen Ebenen (Land, Kommunen, andere Institutionen) um und stellt dazu eine eigene Website mit detaillierten Informationen bereit: Gender Mainstreaming

Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport Saarland:
Die Frauenpolitik ist im Ministerium im Aufgabenbereich Familie angesiedelt. Im Bereich der Frauenpolitik stehen die Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst und in Führungspositionen, Gender Mainstreaming, Frauen und Erwerbsarbeit sowie die Bearbeitung der Themen Gewalt gegen Frauen und Kinder, Menschenhandel, Zwangsheirat, Frauenbibliothek und frauenspezifische Migrations - und Integrationsfragen im Mittelpunkt.

Das Ministerium bietet ein Themenportal Frauen und Gleichstellung an. Hier werden neben Aktuellem Informationen zu den Themen Öffentlicher Raum/Gesellschaft (Vernetzung und Interessenvertretung), Gewalt gegen Frauen (Häusliche Gewalt, Menschenhandel, Zwangsheirat, Hilfen und Beratung) und Frau und Beruf (Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Öffentlicher Dienst, Girls Day) gebündelt.

Familie und Gesellschaft im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz:

Für die Bearbeitung des Themas »Gleichstellung von Frau und Mann« ist im Freistaat Sachsen das Referat 45 »Familie und Gesellschaft, Gleichstellung von Frau und Mann« im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz zuständig. Es übernimmt eine koordinierende und kontrollierende Funktion.

Die Kernaufgaben sind:

  • die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben
  • die Frauenförderung im öffentlichen Dienst
  • kontinuierliche Zusammenarbeit mit den gleichstellungspolitischen Verbänden und Vereinen
  • die Unterstützung von Frauen im ländlichen Raum
  • die Beförderung der Gleichstellungspolitik auf Ebene der Landkreise und Kommunen
  • gleichstellungsrelevante Fragen der gesundheitlichen Versorgung und der Gesundheitsförderung, der Schul- und Hochschulbildung und der sozialen Sicherung
  • Hilfe und Prävention bei geschlechtsbezogener Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Mädchen

Im Sinne des Gender Mainstreaming, zu dem sich die sächsische Landesregierung 2004 per Beschluss bekannt hat, wird Gleichstellungspolitik als eine Querschnittsaufgabe in allen Ressorts verstanden. Mit diesem Ziel wurden in allen Ressorts Gender Mainstreaming-Beauftragte eingesetzt und Pilotprojekte initiiert sowie ein Interministerieller Arbeitskreis Gender Mainstreaming gegründet.
Im Juni 2011 hat das Ministerium einen Gleichstellungsbeirat (mit entsprechender Geschäftsstelle) ins Leben gerufen. Diese sind dem im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz dem Referat 45 »Familie und Gesellschaft, Gleichstellung von Frau und Mann« angegliedert. Der Gleichstellungsbeirat ist ein beratendes, fachlich ausgerichtetes, überparteiliches Gremium. Ziel seiner Arbeit ist es, zur Verwirklichung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit nach Artikel 8 der Sächsischen Verfassung sowie zur Verbesserung der Situation von Frauen wie Männern im Falle ihrer Benachteiligung in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen. Er soll die Zusammenarbeit der im Freistaat Sachsen tätigen Akteure im Bereich Gleichstellung und die Entwicklung neuer Ansätze für eine moderne Gleichstellungspolitik fördern.

Ministerium für Justiz und Gleichstellung Sachsen-Anhalt:
Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat im November 2011 den Beschluss gefasst, dass ein "Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt" erstellt werden soll. Die Koordinierung des Projekts erfolgt durch das Referat 002 "Frauen und Gleichstellung" des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung. Die Mitglieder der Projektlenkungsgruppe umfassen Vertretungen aus der Staatskanzlei und den Ministerien sowie Vertreterinnen oder Vertreter des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Ressorts, der kommunalen Spitzenverbände, der Universitäten und Hochschulen, der Wirtschaft, der Industrie- und Handelskammern, der Gewerkschaften und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Frauen- und Gleichstellungspolitik ist eine Fach- und Querschnittsaufgabe, die alle gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und rechtlichen Bereiche umfasst.

Das Frauenfördergesetz sieht die Einrichtung einer Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des Landes Sachsen-Anhalt vor. Von hier aus werden die Vorhaben der Landesregierung mit hervorgehobener gleichstellungspolitischer Bedeutung begleitet. Der Leitstelle obliegen u.a. die Leitung der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) Gender Mainstreaming, die Zusammenarbeit mit allen frauen- und gleichstellungspolitischen Akteuren und Akteurinnen und Akteure im Land, insbesondere mit den kommunalen und hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten, die Unterstützung von Frauenprojekten und -zentren sowie die Unterstützung von Projekten, Selbsthilfegruppen und Maßnahmen bei körperlicher, auch sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die IMAG arbeitet an einer aktuellen Standortbestimmung und Fortschreibung der Gender-Mainstreaming-Arbeit in der Landesverwaltung von Sachsen-Anhalt. Schwerpunkt hierbei ist das Thema „Frauen in Führungspositionen in der Landesverwaltung" auf Grundlage der Zielsetzung der Regierungsparteien, den Frauenanteil auf 40 Prozent in gehobenen Funktionen der Landesverwaltung und den nachgeordneten Bereichen zu erhöhen. Die Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des Landes Sachsen-Anhalt wirkt zudem in den Begleitgremien zu den EU-Strukturfonds ESF/EFRE und ELER darauf hin, dass in allen Phasen des Programmierungs- und Umsetzungsprozesses das Querschnittsziel „Gleichstellung von Frauen und Männern“ entsprechend den EU-Vorgaben beachtet wird. Die Leitstelle ist Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Information, Beratung und Unterstützung an. In der Leitstelle werden politische Konzepte und Zielstellungen, Maßnahmen und Programme wie das Gender Mainstreaming-Konzept und das Programm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt erarbeitet.

Die Website des Ministeriums gibt zum Thema Gender Mainstreaming Informationen über Beschlüsse und weitere rechtliche Grundlagen, über Forschungsprojekte, Anwendungsprojekte und Beispiele der Umsetzung von Gender Mainstreaming, über die IMAG, Daten und Veröffentlichungen. Zum Thema Frauen- und Gleichstellungspolitik finden sich dort Informationen zu Chancengleichheit von Frauen und Männern, Fördermöglichkeiten, Akteurinnen/Netzwerke, Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, EU-Projekten und Rechtsgrundlagen.

(Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt (o.J.): Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des Landes Sachsen-Anhalt. Zugriff: 23.1.15; Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt. Zugriff: 23.1.15).

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung (MSGFG) Schleswig-Holstein:
Schwerpunkte der Gleichstellungspolitik von Frauen und Männern sind:

  • Schutz vor Gewalt (hier auch die Themen Frauenhandel und Zwangsheirat)
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Gender Mainstreaming
  • Frauen im Erwerbsleben

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat mit Kabinettsbeschluss vom 18. Juni 2002 die flächendeckende Umsetzung von Gender Mainstreaming beschlossen. In ihrem Rahmenkonzept Gender Mainstreaming - Modernes Steuerungsinstrument zur Qualitätsentwicklung sind die Eckpunkte und Methoden für die Verwirklichung von Gender Mainstreaming in Schleswig-Holstein festgelegt.

Themenfelder sind hierbei:

  • Bildung, Berufswahl, Existenzgründung (Kindertageseinrichtungen als Lernorte, Übergang von der Schule in den Beruf, Existenzgründungen und Gender Mainstreaming)
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Personalentwicklung
  • Kultur, Medien, Gender

Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit:
Die Gleichstellungsbeauftragte hat die Aufgabe, den in der Landesverfassung festgeschriebenen Grundsatz der Gleichberechtigung innerhalb der Landesregierung und in der Öffentlichkeit zur Geltung zu bringen. Basis hierfür ist das Thüringer Gleichstellungsgesetz von 1998. Themenschwerpunkte der Gleichstellungsbeauftragten sind: Gleichstellungspolitik, Wirtschaft, Arbeit und Beruf, Soziales und Gesundheit, Gewalt gegen Frauen, Frauen in der Wissenschaft, Richtlinien, Netzwerke.

Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK):
1991 konstituierten neun Frauenministerinnen und drei Staatssekretärinnen die erste gesamtdeutsche Gleichstellungs- und Frauenministerinnenkonferenz in Potsdam. Die Konferenz, bei der die Grundlinien für eine gemeinsame Frauenpolitik der Länder diskutiert und Maßnahmen zur Förderung von Frauen in allen Lebensbereichen beschlossen werden, heißt: Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK). Die Ministerinnen und Minister treffen sich in der Regel einmal jährlich zu einer Fachkonferenz, die durch eine Vorkonferenz vorbereitet wird.
Der Vorsitz wechselt jährlich unter den Bundesländern. Das Vorsitz führende Land übernimmt im jeweiligen Jahr vor allem folgende Aufgaben: Vertretung der GFMK gegenüber der Bundesregierung sowie europäischen Gremien und Organisationen; Vertretung der GFMK gegenüber der Ministerpräsidentenkonferenz und anderen Fachministerkonferenzen; Vertretung der GFMK nach außen, unter anderem gegenüber Verbänden und Institutionen; Sitzungsleitung während der Vor- und Hauptkonferenz; Vorbereitung der Beschlüsse und Erfolgskontrolle.
Schwerpunkt der GFMK in 2012, unter bayrischem Vorsitz, wird auf dem Thema „Aufbrechen von Rollenbildern“ liegen. Hierbei sollen insbesondere Ungleichheiten in der Erwerbstätigkeit und sozialen Absicherung als auch in der Aufteilung der Familienverantwortung in den Blick genommen werden.

Geschlechterpolitische Bund-Länder-Gremien:

  • Bund-Länder-Arbeitsgruppe Häusliche Gewalt (seit 2000)
  • Bund-Länder-Arbeitsgruppe Frauenhandel (seit 1997)

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Wissenschaft

Wichtige Einrichtungen

GenderKompetenzZentrum 2010ff (http://www.genderkompetenzzentrum.de/):

Das Zentrum war 2003 als anwendungsorientierte Forschungseinrichtung an der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Ziel gegründet worden, die öffentliche Verwaltung, insbesondere die Bundesverwaltung, bei der Umsetzung der Strategie Gender Mainstreaming (GM) zu unterstützen. Die Finanzierung erfolgte bis Juli 2010 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit dem Ende der Finanzierung durch das BMFSFJ arbeitet das Zentrum in Selbstständigkeit und seit Februar 2011 in Trägerschaft durch den Verein "Gender/Queer e.V.“ (http://gender-queer.de/). Neben eigenständiger Forschungs- und Projekttätigkeit bietet das Zentrum nach wie vor Kompetenz und Expertise auf dem Feld von Gleichstellung, Antidiskriminierung, Gender- und Queer-Themen an. Die Angebote in den Bereichen Bildung, Beratung und Forschung werden aber nicht mehr kostenlos zur Verfügung gestellt.

Gender-Institut Sachsen-Anhalt (G/I/S/A):
„Seit 2001 gibt es in Sachsen-Anhalt das erste bundesweite Gender-Institut, das GISA (Gender-Institut Sachsen-Anhalt). Als Kompetenzzentrum für gender-mainstreaming ist es Anliegen des GISA, Impulse zum Abbau von Wissensdefiziten und Verständnisproblemen über die unterschiedliche Situation von Frauen und Männern zu geben und das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zum beiderseitigen Vorteil zu gestalten. In dieser Form will das GISA dazu beitragen, die Grundlagen einer wissenschaftlich fundierten, an den Bedürfnissen und Interessen aller Bürgerinnen und Bürger orientierten Gleichstellungspolitik zu entwickeln.“ (www.mk.sachsen-anhalt.de, Zugriff: 23.1.15)

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Frauen- und Geschlechterforschung/-Studien

Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG):
Überblick über die Einrichtungen und Institutionen, die im Bereich der deutschsprachigen Gender Studies arbeiten und sich im Sommer 2006 zu einem Dachverband zusammengeschlossen haben. Informationen zu den beteiligten Einrichtungen sowie zu den Aktivitäten, Arbeitstagungen und Arbeitsgruppen des Dachverbandes.

geschlechterforschung.org
Interessante Linksammlung zu Einrichtungen der Geschlechterforschung (national und international)

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Ausgewählte einzelne Einrichtungen

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Ergebnisse einer Recherche von Tanja Berger und Pamela Dorsch 2012 im Auftrag des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung. Letzte Aktualisierung: Ende 2014/ Anfang 2015.


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