Hegemoniale Männlichkeit

Hegemoniale Männlichkeit

Der Begriff „Hegemoniale Männlichkeit“ stammt von dem australischen Männerforscher R. W. Connell, der inzwischen eine Frau ist. Connell beschreibt vier Grundmuster, wie Männer miteinander umgehen: Hegemonie, Unterordnung, Komplizenschaft und Marginalisierung. Hegemonial verhalten sich Männer, wenn sie Frauen und andere „niedrigere“ Männer ausschließen oder unterordnen und ihre Dominanz durch Waffenbesitz und Gewaltausübung absichern. Marginalisiert werden vielerorts die schwulen Männer, die in einer überwiegend heterosexuell ausgerichteten Gesellschaft Diskriminierung und Unterordnung erfahren, oder auch Schwarze in einem „weißen“ System und Proletarier in einem bürgerlichen.

Connells Grundgedanke ist, dass alle Männer, auch diejenigen, die untergeordnete oder komplizenhafte Männlichkeiten leben, von der so genannten „patriarchalen Dividende“ profitieren. Am meisten aber profitiert der Typus der hegemonialen Männer, nur er ist ungebrochen in dieses System eingepasst und steht an seiner Spitze.

Quelle:
Connell, Robert W.: Der gemachte Mann. Konstruktionen und Krisen von Männlichkeit. Opladen 1999, S. 98

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