Frauenquoten für Führungspositionen: Genug Zeit vertrödelt, jetzt muss die Quote kommen!

 

12. März 2012 - Kurz vor dem Internationalen Frauentag am 8. März haben sich Franziska Brantner und Sven Giegold (Mitglieder des Europäischen Parlaments für die Grüne Fraktion) an die Presse gewandt, um den Vorstoß der Europäischen Kommission für eine gesetzliche Frauenquote in den Chefetagen der Wirtschaft zu unterstützen und zu kommentieren. Gerade in Deutschland gibt es hohen Handlungsbedarf: während beispielsweise Schweden, Finnland und Frankreich Quoten zwischen 15-20 Prozent erreichen, hinken Deutschland und die Niederlande mit einer Quote von unter 5 Prozent hinterher. 

 

  • Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Am heutigen Montag hat Justizkommissarin Viviane Reding den nächsten Schritt in Richtung einer gesetzlichen Frauenquote gemacht. Sie kündigte einen Gesetzesvorschlag für den Sommer an und wird dafür eine öffentliche Konsultation bis Mai eröffnen (1). Außerdem zieht sie Bilanz nach einem Jahr freiwilliger Selbstverpflichtung, die sie den europäischen Unternehmen am 8. März 2011 auferlegt hatte.

Dazu erklärt Franziska Brantner, Mitglied der Grünen im Gleichstellungsausschuss des Europaparlaments:

"Die Bilanz ist vernichtend. Gerade einmal 24 Unternehmen, davon kein einziges deutsches und größtenteils auch nur Kleinunternehmen, haben Frau Redings "Frauen in die Aufsichtsräte"-Verpflichtung innerhalb der letzten 12 Monate unterschrieben. Geholfen hat es nicht. Im EU-Durchschnitt liegt der Frauenanteil bei den Aufsichtsratsmitgliedern immer noch bei mickrigen zwölf Prozent. Daher begrüße ich Frau Redings Ankündigung, im Sommer einen Gesetzesvorschlag für verbindliche Frauenquoten vorzulegen. Dass sie dabei die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer öffentlichen Konsultation in den Gesetzgebungsprozess einbeziehen möchte, finde ich sehr gut. Schließlich haben sich erst kürzlich (2)  rund 75% der EU-Bürgerinnen und Bürger für eine Quote ausgesprochen. Es wurde genug Zeit vertrödelt, jetzt brauchen wir einen starken Gesetzesvorschlag, damit den leeren Worthülsen der vergangenen
Monate und Jahre endlich Taten folgen."

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen ergänzt:

"Verbindliche Quoten machen nicht nur gleichstellungspolitisch Sinn. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Unternehmen mit einer höheren Frauenquote bessere wirtschaftliche Ergebnisse, eine höhere Motivation bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ein besseres Bild des Unternehmens bei Verbraucherinnen und Verbrauchern erzielen."

(1) Fortschrittsbericht (PDF)

(2) Eurobarometer-Umfrage

 

 
 
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