Was sehen Sie Frau Lot?

Was sehen Sie Frau Lot?


Zu sexualisierter Gewalterfahrung von Mädchen, Jungen und Frauen – gegen Täterschutz

Ausstellung mit Begleitprogramm

zur Videodokumentation

Vom 25. November 2013 bis zum 14.01.2014 stand die Problematik sexualisierter Gewalt an Kindern im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts „Was sehen Sie, Frau Lot? Zu sexualisierter Gewalterfahrung von Mädchen, Jungen und Frauen – gegen Täterschutz“ . Gemeinsam mit der Bremischen Künstlerinnengruppe, Renate Bühn, Maria Mathieu und Heike Pich, präsentierte das GWI im Foyer und in den offenen Bereichen der Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung eine sehr eindrucksvolle Ausstellung. Viele Mädchen und Frauen, aber auch Jungen erleben sexualisierte Gewalt auf vielfältige Weise, in Deutschland wie in anderen Ländern und Regionen. Ein Verbrechen, das individuell oft verdrängt und gesellschaftlich noch immer tabuisiert wird.

In der künstlerischen Auseinandersetzung wurde deutlich, dass Kunst auch eine Form des Widerstands sein kann gegen sexualisierte Gewalt und Täterschutz, und sichtbar machen kann, was im Alltag leicht und gerne übersehen und bagatellisiert wird.

In Kooperation mit Wildwasser Berlin, einem Projekt gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen sowie Tauwetter, einem entsprechenden Projekt für Jungen und Männer, gab ein umfangreiches Begleitprogramm mit Fachdiskussionen und Führungen, auch in Gebärdensprache, und eigens auch für Mitarbeiter_innen der hbs, vielfältige neue Impulse. Gefördert wurde auch Zusammenarbeit und (barrierefreie) Vernetzung unterschiedlicher zivilgesellschaflicher Gruppen und von Expert_innen. Das GWI lenkte mit einem Fachgespräch und einer öffentlichen Veranstaltung Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen im Kontext bewaffneter Konflikte, mit Fokus auf Kindersoldat_innen, zusätzlich den Blick auf andere Regionen und Konfliktfelder.

Die Schirmherrschaft hatten der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus  Wowereit, vertreten durch Dilek Kolat, und Prof. Dr. Beate Rudolf vom Deutschen Institut für Menschenrechte übernommen.

Die Ausstellung und die Begleitveranstaltungen in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung wurden - trotz der verstörenden Thematik, die sich auch in den Objekten zeigte - außergewöhnlich positiv angenommen:

  • Zwar ist die Heinrich-Böll-Stiftung kein originärer Ausstellungsort, doch kamen viele Menschen ins Haus, um die Ausstellung zu sehen und sich an den begleitenden Veranstaltungen zu beteiligen. Auch viele Teilnehmende von anderen Veranstaltungen haben sich für die Ausstellung interessiert.
  • Auch unter den Mitarbeiter_innen der Stiftung waren die Reaktionen auf die Ausstellung und das Begleitprogramm sehr positiv. Darüber hinaus erreichten uns Anfragen – u. a. von Grünen Kreisverbänden –, die die Ausstellung auch in anderen Städten zeigen möchten.
  • Die Presseresonanz war sehr gut. Neben einigen Radiobeiträgen wurden Filmbeiträge vom Bayrischen Fernsehen, RBB-Zeitpunkte und schwedischem Fernsehen gemacht.
  • Die barrierefreie Führung in Gebärdensprache und der Audioguide für Menschen mit Sehbehinderungen ist ausdrücklich lobend hervor gehoben worden.
  • Auch das Gästebuch legt Zeugnis über die positive Resonanz und Relevanz der Ausstellung ab. Ein Beitrag steht beispielhaft für viele andere positive Reaktionen: Eine sehr bewegende Ausstellung. Ich selbst sehe mich als Überlebende, nicht als Opfer sexualisierter Gewalt! Ich finde die künstlerische Auseinandersetzung sehr gelungen und finde gut, dass das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Ausstellung macht mir Mut meine eigene Geschichte über das Medium der Kunst aufzuarbeiten..."

 

Dokumentation

Video: Ausstellungseröffnung

 

Video: Sexualisierte Gewalt an Kindersoldat_innen in bewaffneten Konflikten

 

Video: Finissage - Auf der Suche nach den Ursachen sexualisierter Gewalt

 

Podcast: Rundgang durch die Ausstellung mit den Künstlerinnnen

 

Weitere Veranstaltungstermine waren:

26.11.-17.12.2013 - Führungen für Schulklassen ab 10. Klasse

28.11.2013 - Die Entwicklung des Themas sexualisierte Gewalt in Wissenschaft und Forschung

05.12.2013 - Frauen und Mädchen als Täterinnen sexueller Gewalt

10.12.2013 - Podiumsdiskussion und Filmvorführung: Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen im Kontext bewaffneter Konflikte - eine Veranstaltung des Gunda-Werner-Institutes

11.12.2013 - Politische Umbrüche und sexuelle Gewalt: Beispiele aus den arabischen Transformationsländern

12.12.2013-09.01.2014 - Führungen in Deutscher Gebärdensprache mit Sabine Fries (Für Erwachsene)

17.12.2013 - Dokumentarfilm Qualia mit anschließendem Gespräch

09.01.2014 - Transkulturelle Mädchenarbeit in der stationären Jugendhilfe

13.01.2014 - Frau Lot weitergedacht. Weitergemacht! Interaktiver Ausstellungsbesuch

14.01.2014 - Auf der Suche nach den Ursachen sexualisierter Gewalt

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