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Gender-Kompetenz erlernen und trainieren

Was sind Gender-Trainings?

Gender-Trainings sind zum einen fachliche Fortbildungsworkshops: man erfährt, mit welchen Strategien emanzipative Geschlechterpolitik verwirklicht werden kann und welche Instrumente und Methoden es dafür gibt. Gender-Trainings können aber auch Sensibilisierungsworkshops sein, in denen man lernt und trainiert, die eigenen, häufig unbewussten, Geschlechterrollen und –bilder zu erkennen und kritisch zu reflektieren.

Warum Gender-Trainings?

Die Einführung und Umsetzung von geschlechterpolitischen Strategien wie Gender Mainstreaming und Geschlechterdemokratie in Organisationen, Institutionen und Unternehmen erfordert ein hohes Maß an Gender-Kompetenz, sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Fachwissen und die speziellen Fertigkeiten dafür können durch Gender-Training und Gender-Beratung erlernt werden. Organisationen und ihre MitarbeiterInnen müssen in der Lage sein, Gender-Perspektiven auf allen Ebenen umzusetzen.

Aber gender-orientierte Veränderungsprozesse berühren neben der institutionellen und fachlichen Dimension immer auch die persönliche Ebene, auch wenn die persönliche Veränderung im Training nicht im Vordergrund steht. Menschen, die mit der Umsetzung von Gendergerechtigkeit betraut sind, sollten sich nicht nur Fachwissen über die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlechterrollen aneignen, sondern auch ihre eigene Geschlechterrolle kritisch reflektieren und mit deren Auswirkungen auf Kommunikation, Interaktion und Strukturen in Organisationen umgehen können. Sie sollten in der Lage sein, die Ergebnisse und Erfahrungen gender-bezogener Forschung, Beratung und Bildung in die eigene fachliche und berufliche Arbeit konsequent einbeziehen.

Welche Arten von Gender-Trainings gibt es?

Das Gunda-Werner-Institut setzt die fast zehnjährige Tradition der Gender-Trainings in der Heinrich-Böll-Stiftung fort. Seitdem haben wir mehr als 120 externe und interne Gender-Trainings durchgeführt, dabei das Konzept kontinuierlich weiter entwickelt und verbessert sowie Weiterbildung dazu angeboten. Wir unterscheiden folgende Arten von Gender-Trainings:
 

  • Trainings mit eher strukturellen, fach- und sachbezogenen Ansatz
    Dieser erleichtert den Einstieg in die Organisation und spricht in erster Linie Führungskräfte an, da die Strukturen der Organisation und die fachliche Anwendung im Vordergrund des Ansatzes stehen. Gender wird als Analysekategorie vermittelt. Dabei sollen die Teilnehmenden lernen, diese Kategorie in ihrer beruflichen Tätigkeit, d. h. in ihrem Arbeitsfeld, unabhängig von ihren eigenen Einstellungen, anzuwenden.
     
  • Trainings mit eher personenbezogenen, selbsterfahrungsorientierten Ansatz
    Hierbei stehen die handelnden Personen, ihre Einstellungen und ihr Verhalten im Vordergrund. Bei diesem Ansatz werden die Teilnehmenden ermuntert, ihre persönlichen Einstellungen und Verhaltensweisen zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Hier wird in erster Linie die soziale Gender-Kompetenz gestärkt, mit dem Ziel, Kommunikationsprozesse und Interaktionsprozesse geschlechtersensibel zu gestalten.

Mit den Gender-Trainings auf Grundlage der Konzeption der Heinrich-Böll-Stiftung wollen wir in erster Linie eine pragmatische, sachbezogene Anwendung der Kategorie Geschlecht vermitteln.