Jungen - Die schwachen Starken? - Eine gesellschaftliche, politische und pädagogische Herausforderung

Was braucht eine geschlechtersensible Arbeit mit Jungen?Was braucht eine geschlechtersensible Arbeit mit Jungen?. Urheber: Jason Pratt. Creative Commons LizenzvertragDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Dokumentation

Jungen - Die schwachen Starken? - Eine gesellschaftliche, politische und pädagogische Herausforderung

Tagung: 31.10. - 01.11.2008

Jungen gelten oftmals als weniger fleißig, weniger angepasst, weniger verwundbar und gewalttätiger als Mädchen. In der Debatte um Schul- und Lernprobleme sind es überwiegend Jungen, die als Schulversager und Bildungsverlierer erscheinen, insbesondere dann, wenn sie aus der bildungsfernen Unterschicht stammen oder einen Migrationshintergrund haben.

Während es einerseits an geschlechtersensiblen Schulreformen und damit einhergehenden differenzierten Bildungs- und Erziehungsprozessen mangelt, werden andererseits seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit geschlechtersensiblen Konzepten in der Jugendarbeit und schulischen Modellprojekten gesammelt. Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt werden hier Jungen nicht von ihren Defiziten her wahrgenommen, sondern von ihren subjektiven Bedürfnissen und Potenzialen. In Wahlkämpfen wird regelmäßig nach Bestrafungen wie Erziehungscamps gerufen, Jungen werden nur als Problemfälle diskutiert. Reflektierte Jungenarbeit dagegen sucht Bezugspunkte in den vielfältigen Lebenswirklichkeiten von Jungen und in den Diskussionen über die Veränderung der Geschlechterverhältnisse. Sie fokussiert die Probleme, Sorgen, Wünsche und Ziele von Jungen und wirft einen kritischen Blick auf diskursive Konstruktionsprozesse von Männlichkeit und die daraus entstehenden Schwierigkeiten und Widersprüche für Jungen. 

Während der Tagung „Jungen - Die schwachen Starken?“ wurde analysiert, wie Jungen in der heutigen Gesellschaft betrachtet werden, wie sich männliche Identitäten herausbilden, welche Werte darin vermittelt werden, ob es einen Wandel von traditionell männlichen Rollenbildern gibt und, wenn ja, welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Erziehung von Jungen hat. Ebenso wurden unterschiedliche Konzepte, Erfahrungen und Projekte aus der Praxis der Jungenarbeit vorgestellt. So sollte ein Überblick zum aktuellen Stand der Forschung vermittelt und die Möglichkeit zur Vernetzung, zum Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Akteurinnen und Akteuren aus der Jungenarbeit gegeben werden.

Konzept der Tagung als [ » PDF]
Flyer der Tagung als [ » PDF]

Beiträge und Materialien zur Tagung:

  • Vortrag von Prof. Dr. Lothar Böhnisch: Jungen - eine Katastrophe? [ » PDF]
  • Vortrag von Michael Cremers: Neue Wege für Jungs [ » PDF]
  • PowerPointPräsentation zum Vortrag von Prof. Dr. Uwe Sielert: Kein Nischendasein mehr, aber auch nicht selbstverständlich – Jungenarbeit in Deutschland [ » PDF]
  • Thesen zum Vortrag von Prof. Dr. Uwe Sielert: Kein Nischendasein mehr, aber auch nicht selbstverständlich – Jungenarbeit in Deutschland [ » PDF]
  • Aufsatz von Prof. Dr. Uwe Sielert: Methoden und Arbeitsformen einer Sozialen Arbeit mit Jungen und Männern  [ » PDF]

Links zum Thema Jungen:

  • Neue Wege für Jungs (Bundesweites Netzwerk von Initiativen zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen)
 
 

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