Finanz- und Wirtschaftskrise – was hat „Gender“ damit zu tun?

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Feministische Stimmen werden in dem Diskurs rund um die Weltwirtschaftskrise der Mainstreamdebatten bislang kaum gehört. Gleichzeitig finden „gegenderte“ Aussagen ihren Platz in der Presse: „Männliche Mitarbeiter sind von der aktuellen Wirtschaftskrise stärker betroffen als weibliche“ (Spiegel), „Die Männer habe es verbockt - Islands Frauen verordnen ihrem Land eine weiblichen Weg aus der Krise“ (Guardian), „Der globalisierte Neoliberalismus erfindet seinen eigenen Feminismus und seine eigenen Feministinnen“ (taz) oder „Frauen trifft die Krise am härtesten“ (United Nations Conference on Trade and Development).

Doch um eine geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik realisieren zu können, bedarf es nach Ansicht feministischer Ökonominnen geschlechtersensibler Wirtschaftsmodelle und – theorien. Durch den ausschließlichen Fokus auf den Markt – so die zentrale Kritik – werde die nicht marktförmige Arbeit (u.a. Hausarbeit und Pflege) in makroökonomischen Modellen und folglich in der Politik schlichtweg ausgeblendet.

Im Rahmen des Gender Happenings „Love me Gender“ des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich–Böll-Stiftung fragt der aktuelle Jour Fixe:

  • Was hat Gender eigentlich mit der Weltwirtschaftskrise zu tun?
  • Welche feministischen Positionierungen gibt es im Kontext der Weltwirtschaftskrise?
  • Wie sieht ein geschlechtersensibles Wirtschaftsmodell aus?
  • Kann diese Krise auch als Chance für Frauen verstanden werden – und wenn ja, wie?


Referentinnen:

  • Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin und Mitglied von "Wide" (Women in Development Europe), Bonn
  • Alexandra Scheele, Universität Potsdam
  • Deborah Ruggieri, attac, Frankfurt

Moderation:

Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Dokumentation:

Dr. Christa Wichterich

Dr. Christa Wichterich ist Soziologin und arbeitet als freiberufliche Publizistin, Buchautorin, Lehrbeauftragte an Universitäten und als Beraterin in der Entwicklungszusammenarbeit. Sie hat mehrere Jahre im Iran, in Indien und als Afrikakorrespondentin in Kenia gelebt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Globalisierung und Geschlechter, Ökologie, Frauenarbeit, Frauenbewegungen und internationale Frauenpolitik. Von der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro bis zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) 2002 in Johannesburg hat sie an mehreren UN-Konferenzen teilgenommen. Ihre geographischen Arbeitsschwerpunkte sind Süd- und Südostasien, Ost- und Südafrika.

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