Zur Verschränkung von Sexarbeit und Drogengebrauch

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Eine intersektionale Betrachtung der Exklusion und Viktimisierung drogengebrauchender Sexarbeiterinnen

Mit und von Kathrin Schrader, Feministisches Institut Hamburg/Technische Universität Hamburg-Harburg, Arbeitsgruppe Arbeit – Gender – Technik

Ein nach wie vor gesellschaftlich stigmatisierter Bereich von Arbeit ist Sexarbeit und innerhalb des vielschichtigen Feldes ist die Sexarbeit von Drogengebraucherinnen, so genannten „Drogen-“ oder „Beschaffungsprostituierten“, wiederum marginalisiert. 

„Drogenprostituierte“ werden als Opfer, Täterin, Junkiehure, Kranke, Abhängige und Krankheit verbreitende, unprofessionell arbeitende Prostituierte diskriminiert. Die Diskriminierungen verschränken sich strukturell mit einer repressiven Politik von Sanktion und Verfolgung. Das hat eine verheerende Wirkung für die Betroffenen, sie werden kriminalisiert und sind nicht mehr als frei handelnde Subjekte erkennbar.

Das Feministische Institut Hamburg will feministische Theorien nutzen, um politische Phänomene besser zu verstehen, die mit Diskriminierung, Ungleichheits-, Ausbeutungs- und Machtverhältnissen sowie fehlender Anerkennung oder geringer gesellschaftlicher Teilhabe bestimmter Gruppen von Menschen einhergehen. Unser Anliegen ist es, feministische Debatten über die Hochschulen hinaus in die Gesellschaft zu tragen, dort zur Diskussion zu stellen und damit in politische Praxen einzugreifen. Die virtuelle Internetplattform des Feministischen Instituts widmet sich unterschiedlichsten gesellschaftspolitischen Themen, u.a. dem Thema Arbeit und damit auch dem marginalisierten Bereich der Sexarbeit.

Der Beitrag von Kathrin Schrader - als Vertreterin des Feministischen Instituts Hamburg - gliedert sich in drei Teile: Nach einer Beschreibung repressiver Politiken bzgl. der Hamburger Situation im ersten Teil wird sie im zweiten aufzeigen, warum die Situation der so genannten „Beschaffungsprostituierten“ intersektional betrachtet werden muss. Im dritten Teil wird dargelegt, welcher Arbeitsbegriff innerhalb des illegalisierten Drogen- und Sexmarktes weiterführend ist.

Kathrin Schrader

Kathrin Schrader ist Diplom-Sozialarbeiterin, Diplom-Sozialwirtin und absolvierte den Master of Arts: „Gender und Arbeit“. Sie arbeitete u.a. in der Psychiatrie, im autonomen Frauenhaus, im Bereich Drogen und Prostitution, als Streetworkerin, in Projekten zum Thema Sexarbeit und Menschenhandel und als Koordinatorin des Master of Arts „Gender und Arbeit“ an der Universität Hamburg. Seit Oktober 2007 ist sie Promovendin an der TUHH, Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik mit dem Arbeitstitel: „Selbsttechnologien drogengebrauchender Sexarbeiterinnen im Kontext neoliberaler Regime“.

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