Gender is Rigged

Gender is Rigged

Ob und wie Drag als Imitation von Geschlecht möglich ist ohne dessen Machstrukturen zu wiederholen fragt Christian Berger.

Urheber/in: Tomka Weiß. Alle Rechte vorbehalten.

Geschlecht und Wahrheit

In diesem Dossier finden sich Beispiele für Drag in den unterschiedlichsten Spielarten. Gemein ist vielen von ihnen, das prototypische Aussehen, Auftreten und Verhalten von Männern und Frauen in unterhaltsamer Weise nachzuahmen. Was dabei unterhält, ist eine Form übertriebener Künstlichkeit, manchmal aber auch eine verblüffende Form von Authentizität, von ‚Realness‘, die die vergeschlechtliche Struktur von Dingen, Aktivitäten und Seinsweisen unmittelbar eröffnet. Beide geschlechtlichen Darstellungsformen sind ungewohnt und erschüttern – über beide lässt sich ebenso gut lachen. Die Fernsehshow ‚RuPaul's Drag Race‘ hat dieses Lachen populär gemacht. Drag ist mit ihr aus den Nachtclubs in die Wohnzimmer gewandert.

Es stellen sich, damit verbunden, mehrere Fragen. Was ist und was bedeutet die geschlechtliche Performance für die Herstellung gesellschaftlicher Ordnung. Ist sie echt? Ist Drag womöglich eine ehrlichere, authentischere Performance als die der Zuschauenden? Ist Drag damit ein Angriff auf und/oder eine Infragestellung wahrer Weiblichkeit und Männlichkeit?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, ist zunächst das Verhältnis von Geschlecht und Wahrheit zu bestimmen. Provokant lässt sich sagen: Es gibt kein 'wahres' Geschlecht. Zumindest nicht als absolut gesetztes Fundament jeglichen Seins. Was es gibt, sind geschlechtliche "Existenzweisen", so schreibt Andrea Maihofer.[1] Demnach ist Geschlecht keine bloße Einbildung, kein kultureller Wahn und nicht lediglich ein Set von Stereotypen und Erwartungen. Geschlecht ist eine materielle Lebensrealität und hat damit eine gewisse Kontinuität und Konsistenz.[2] Geschlechtliche Existenzweisen sind diese "komplexe[n] Verbindung[en] verschiedener […] Denk- und Gefühlsweisen, Körperpraxen und -formen sowie gesellschaftlicher Verhältnisse und Institutionen."[3] Sie entstehen historisch und sind wandelbar – und sind zugleich doch bestimmt von einer "gelebten körperlichen und seelischen Materialität"[4], wenn auch von keiner vorauseilenden Ursprünglichkeit oder Natürlichkeit. Es handelt sich bei Geschlecht also um eine historisch spezifische, mit Regeln und Ordnungen verbundene, 'wahre' Form, materiell zu existieren. Drag ermöglicht nun, den gegenwärtigen Mechanismen der Produktion dieser Wahrheiten von Geschlecht[5] auf die Schliche zu kommen.

Drag als Drama

Drag dramatisiert geschlechtliche Existenzweisen. Dies bedeutet zweierlei. Drag ist zum einen eine Praxis der "Imitation ohne Original"[6]. Es bezieht sich auf bestehende Geschlechterordnungen, ruft diese auf, und stellt sie zugleich als künstlich dar. Es zeigt auf, wie Geschlecht im Alltag mühselig produziert wird: durch konventionalisierte Gesten, Mimik, Bewegungen, Kleidung, Körpertechniken etc. Es stellt aus, dass Geschlecht, unabhängig vom "biologische[m] Rohmaterial"[7], veränderbar oder zumindest 'anders' interpretierbar ist. Es verweist darauf, dass es kein authentisches, also der griechischen Wortherkunft nach, kein 'dem Original entsprechendes' geschlechtliches Aussehen, Auftreten oder Verhalten gibt. Es gibt nur Grade der Künstlichkeit.

Drag dramatisiert Geschlecht zum anderen, indem die Annahme der Gleichsetzung zwischen biologischem Geschlecht, sozialem Geschlecht und Geschlechtsidentität inszeniert und hervorgehoben, imitiert und parodiert wird.[8] Das heißt, Drag bringt durcheinander, was scheinbar zusammengehört: ein männlicher Körper, ein männliches Selbstverständnis und Handeln, 'richtig' gekleidet, (un)rasiert, bewegt, sowie eine gegengeschlechtliche sexuelle Orientierung. In einer Drag-Performance erscheint ein männlicher Körper als weiblicher, die Geschlechtsidentität des_der Performer_in indifferent, auf den Kopf gestellt, eben inszeniert. Es fällt bisweilen nicht leicht, das Geschlecht über prototypisch-weibliche oder prototypisch-männliche Verhaltensweisen, die "kulturellen Genitalien"[9] zu bestimmen, die mit denen im Alltag auf die anatomischen geschlossen wird. Der im Alltag so einfache Umgang geschlechtlicher Körper und Identitäten kann durch eine Drag-Performance schwierig, die Konstruktionsleistung, ein Geschlecht zu 'haben' und zu 'sein', erfahrbar(er) werden.

Damit wird deutlich, dass Geschlecht keinen Ursprung und keinen tiefen Kern hat, aber eine gewisse historische Materialität, die immerfort dargestellt werden muss. Drag stellt diese Anforderung, genauer gesagt die Vorstellung eines wahren Geschlechts, in spielerisch-dramatisierender Weise in Frage. Drag Queens[10] und – in der öffentlichen und auch wissenschaftlichen Wahrnehmung nahezu nicht vorkommende – Drag Kings[11] sowie andere, nicht-binäre, avantgardistischere Drag-Praxen verkörpern und symbolisieren die Instabilität von Geschlecht.

Dabei werden nicht bloß weibliche oder männliche Looks, Verhaltensweisen oder Gesten parodiert. Hinterfragt werden Weiblichkeit und Männlichkeit selbst, indem ihre Erscheinungsformen als Imitationen offengelegt werden, als Normen, die unablässig zitiert werden. Drag ist, wie Judith Butler ausgeführt hat, dabei höchst ambivalent: Durch Drag geschieht eine Entnaturalisierung unter anderem von sexistischen Geschlechternormen durch einen Rekurs auf ebendiese Normen – wie auch unter sozialen, ökonomischen und oft auch rassistischen Eindrücken und Zwängen. Was Drag leisten kann, ist das alltägliche, ungestörte Zitieren von Geschlechternormen zu durchbrechen, nicht jedoch die Norm selbst aufzuheben. So wird die Norm vermittels Drag „gerade als Wunsch und Darstellung von seiten [sic!] derjenigen, die die Norm sich unterwirft“[12] wiederholt, also denjenigen, die sich um eine andere Darstellung oder deren Aufhebung bemühen.[13]

Geschlecht und Korruption

Drag ist insofern nur eine besondere, radikalere Form jeder alltäglichen Geschlechterperformance – eine idealisierende und dadurch rekonfigurierende Weise des Umgangs mit Geschlechternormen. Dabei verwaltet Drag Geschlechternormen: Drag greift Geschlechternormen auf und entkoppelt sie vom biologischen Geschlecht. Drag beseitigt diese Geschlechternormen aber nicht; es macht sich über sie lustig, es setzt sie in irritierender Weise neu zusammen oder es 'feiert' sie sogar – gerade US-amerikanische Pageant Queens[14] versuchen, Schönheitsnormen und ein ideales weibliches Auftreten so authentisch wie möglich zu pflegen. Drag ist damit – und das ist eine Ambivalenz, die es in der Auseinandersetzung mit Drag auszuhalten gilt – einerseits als Befolgung von alltäglichen Geschlechternormen zu verstehen, die andererseits ins Extreme verkehrt werden. Es ‚funktioniert‘ damit als analytische Praxis der Infragestellung und Umarbeitung von Geschlechternormen. Drag ist so eine Darstellung, die zugleich konserviert und transzendiert.

Die geschlechtliche Darstellung von Drag bietet so ein Potential und eine Chance für gesellschaftliche Gestaltung – eine moralisch eindeutige Einordnung als 'gute' oder 'schlechte' Praxis verbietet sich damit. Nicht nur Jurassica Parka, auch viele der populär gewordenen Drag Queens aus 'RuPaul's Drag Race' erwerben Entlohnung und Anerkennung mit Shows und Programmen, die durchaus als sexistisch zu bezeichnen sind – dies geschieht unter Ausnutzung von traditionellen Wahrheitsvorstellungen von Geschlecht, die zumindest aus feministischer Perspektive als problematisch einzuordnen sind. Zugleich ist Bianca Del Rio, die wohl erfolgreichste und einflussreichste Gewinnern von ‚Drag Race‘, zwar einerseits für derbe, mitunter auch sexistische und rassistische Witze bekannt. Sie hat ihre Popularität aber auch genutzt, um einen Film zu produzieren, der den fehlenden arbeitsplatzbezogenen Diskriminierungsschutz von Homosexuellen in den USA thematisiert. Die Darstellung von Geschlecht durch Drag Queens und Kings ist also nicht zwangsläufig progressiv oder subversiv. Klischees und Stereotype können spielerisch aufgegriffen, Erwartungen irregeführt, aber auch instrumentalisiert und verfestigt werden. Und auch beides zugleich findet statt.

Diese Darstellungen lassen sich allerdings danach unterscheiden, ob sie mehr oder weniger mimetisch sind. Zur Mimesis gehört es, jemanden oder auch gesellschaftliche Verhältnisse in ästhetischer Absicht nachzuahmen und so auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen, dass einzelne Teile nicht mehr in einem Hierarchieverhältnis zu einem Ganzen stehen.[15] Diese Mimesis kann politisch sein. Ob sie es ‚ist‘, hängt von ihrem Weltbezug ab: Wird etwas nachgeahmt, um damit (vor)gegebene gesellschaftliche Verhältnisse aufzugreifen und gleichzeitig etwas darzustellen, das in der Wirklichkeit nicht oder nicht in der Weise oder Form gegeben ist, entsteht politisches Potential. Das so mimetisch angeeignete Gegebene bekommt dann zumindest eine neue Qualität, eine Qualität des Möglichen. In der Mimesis wird im Rekurs auf das Alte etwas Neues hervorgebracht. Das Politische dieses Handelns steckt so gerade in der menschlichen Fähigkeit, „einen neuen Anfang zu machen“[16]. Mimesis hat so zwei politische Dimensionen, die in Zusammenhang mit Drag bedeutsam sind: Das Potential der Enthierarchisierung und das der Neubegründung durch De- und Rekonstruktion.

Im Fall von Drag gilt dies für Geschlechternormen, die vom biologischen Geschlecht entkoppelt und quer zum sozialen Geschlecht neu zusammengesetzt, de- und rekonstruiert werden. Als einzelne Teile stehen sie in Relationen zum Männlichen als Ganzem, als idealisierter Norm und zum Konzept der Natürlichkeit. Durch Drag wird Weiblichkeit oder Männlichkeit einigermaßen unabhängig von der Intention von Drag Queens oder Drag Kings[17] mimetisch nachgeahmt, auch wenn Kontext und Darstellung(-sform) dieser Zitation subversiv sein können. Insofern im Rekurs – und damit kritisch auf gegebene Rollenfixierungen und Erwartungen an Geschlecht – auf Möglichkeiten geschlechtlicher Pluralität und gesellschaftlicher Verhältnisse verwiesen wird, die frei(er) von Geschlechterhierarchien sein könnten, kann Drag politisches Handeln sein. Diese verschlungene, die Geschlechternormen immer auch reproduzierende Umordnung oder Verwaltung ist die eine von zwei Möglichkeiten von Drag. Die andere Möglichkeit, die von der Verwaltung von Geschlechternormen eigentlich nicht zu trennen ist, zirkuliert darum, das Betrügerische, Käufliche, Suspekte von Geschlecht selbst deutlich zu machen. Drag kann zeigen, dass Geschlecht nicht ohne weiteres zu trauen ist. Drag verweist darauf, dass Geschlecht immer schon korrupt war, indem ein „Ideal“ verkörpert wird, „das niemand verkörpern kann.“[18] Drag ist mithin die Korruption dieser Korruption.

Männlich, weiblich, alles

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Die Welt als Bühne

Drag kann viel für ein besseres Verständnis für Reproduktionsmechanismen von Geschlecht und gesellschaftlicher Ordnung leisten. Anhand von Drag, verstanden als analytische Praxis, kann nicht nur klar werden, dass Geschlecht keinen ursprünglichen, natürlichen Wesensgehalt hat, sondern auch, dass Geschlecht immer zitatförmig und immer schon korrupt ist. Angesichts des Erstarkens einer Kultur männlicher Härte [19] – nicht nur in ökonomischer und geopolitischer, sondern auch in sinnlicher und affektiver Hinsicht – gilt es aber erneut zu fragen, was Drag als Praxis und die Auseinandersetzung mit Drag leisten können.

Wir haben es gegenwärtig mit einer Gemengelage aus „reaktionärem Populismus“, der mit offensiver Frauenfeindlichkeit einhergeht, und „progressivem Neoliberalismus“ zu tun. Mit letzterem beschreibt Nancy Fraser, die Allianz progressiver Kräfte und sozialer Bewegungen mit (finanz-)dienstleistungsbasierten Sektoren und einer Start Up-Kultur, in deren Fahrwasser soziale Gleichheit und Vielfalt sowie Empowerment gegeneinander ausgespielt und allesamt verworfen werden.[20]

Es ist ein Drama, dass Donald Trump als Sexist und Rassist zum US-amerikanischen Präsidenten gewählt wurde. Die von ihm verkörperte toxische Form, als Mann zu existieren, ist entscheidend für seine Politik der Aggression und seine Haltung der Verächtlichkeit – nicht nur gegenüber Frauen und Transgenderpersonen, sondern auch gegenüber Immigrant_innen, Menschen mit Behinderung und Intellektuellen. Seine Performance ist nichtsdestotrotz künstlich und korrupt. Und in gewisser Weise wie Drag. Auch er greift Geschlechternormen auf und überzeichnet diese. Seine Darstellung von Männlichkeit ist lächerlich, geradezu gefährlich prototypisch. Trump agiert trotz seiner fast schon clownesken Männlichkeit mit Legitimität auf der politischen Weltbühne, in seiner Rolle als Macho, starker Mann, Business-Leader mit Toupet.

Drag kann nichtsdestotrotz als Form „performativen Widerstandes“ – dazu beitragen, diese Ordnung zu durchkreuzen.[21] Es kann das Korrupte und Toxische der gegenwärtig prototypischer Geschlechtlichkeit offenlegen. So haben US-amerikanische Drag Queens im Zuge der Präsidentschaftswahlen mit einer Parodie auf Trump und seinem von Ressentiments, Rassismus und Sexismus getragenen Wahlkampf interveniert.[22] Abgesehen davon, dass solche Parodien öffentlichkeitswirksam sind, Stimmungen, Irritationen und Diskussionen erzeugen können, machen sie auch deutlich, dass Drag eine Möglichkeit ist, den politischen Verhältnissen zu trotzen. Eine Trump-Imitation durch Drag Queens kann nicht nur als ironischer Akt, sondern als Selbstbehauptung gelesen werden. Spencer Kornhaber bringt dies auf den Punkt: „the rejection of a woman president in favor of a man who reportedly prefers his female staffers to ‚dress like women‘ and whose supporters rail against ‚cucks‘ and ‚the pussification of America‘ places drag in a more obviously defiant context: The pussification of America—the freedom of men to partake in that which society has marked as feminine and vice versa“[23].

Die Auseinandersetzung mit geschlechter- und herrschaftsnonkonformen bzw. -kritischen sozialen Praktiken wie Drag ist somit kein theoretischer Luxus, sondern – pathetisch gesprochen – nach wie vor ein Gebot der Stunde. Eine geschlechtliche Existenzweise herzustellen und aufrechtzuerhalten ist teuer, kostet Geld, Nerven und erfordert täglich Anpassungsleistungen. Durch die unverhohlene Korruption von Geschlechternormen verweist Drag aber darauf, dass Geschlechternormen nicht nur höchst anfällig für Betrug sind, sondern selbst ein Betrug sind. Drag is rigged, but Gender is rigged as well.


[1] Maihofer, Andrea (1995): Geschlecht als Existenzweise. Macht, Moral, Recht und Geschlechterdifferenz (Aktuelle Frauenforschung), Frankfurt am Main.

[2] Maihofer 1995, 84.

[3] Maihofer 1995, 85.

[4] Maihofer 1995, 84.

[5] Foucault, Michel (1978): Dispositive der Macht: Über Sexualität, Wissen und Wahrheit, Berlin; Michalitsch, Gabriele (2012): Geschlecht ist Geschichte: Komplexitäten der Macht: Ein Foucaultsches Denksystem, in: Kahlert, Heike/Weinbach, Christine (Hg.). Zeitgenössische Gesellschaftstheorien und Genderforschung: Einladung zum Dialog, Wiesbaden, 103-124.

[6] Butler, Judith (1991): Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt am Main, 203.

[7] Rubin, Gayle. 2006. Der Frauentausch. Zur „politischen Ökonomie“ von Geschlecht. In: Dietze, Gabriele/Hark, Sabine (Hg.), Gender kontrovers: Genealogien und Grenzen einer Kontroverse. Ulrike Helmer Verlag, Frankfurt am Main, 69-122, 76.

[8] Butler 1991, 202.

[9] Garfinkel, Harold (1967): Studies in Ethnomethodology, Cambridge, 127.

[10] Newton, Esther (1979): Mother Camp. Female Impersonators in America, Chicago/London.

[11] Halberstam, Judith (1998): Female Masculinity, Durham/London, 231-266.

[12] Butler, Judith (1997): Körper von Gewicht: Die Diskursiven Grenzen von Geschlecht, Berlin, 187.

[13] Dazu kommt, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen von Drag Queens und Drag Kings mitnichten glamourös sind, sondern – in den Worten einer Queen – „ratty“ (Newton 1979, 129). Bisweilen sind sie voller persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeiten, Ungewissheiten, Stigmatisierungen, Zweifel und Depressionen.

[14] „Pageantry and drag go hand in hand. They both seek to achieve an over-the-top form of beauty, almost as an homage. Big dresses, big lashes, and bigger-than-big wigs are all part of the pageant aesthetic“, The Greatest Pageant Drag Queens, https://www.ranker.com/list/best-pageant-drag-queens/brandon-michaels , aufgerufen am 31.11.2017.

[15] Adorno, Theodor W (1970/1996): Ästhetische Theorie (Gesammelte Schriften, GS 7), Frankfurt am Main.

[16] Arendt, Hannah (1981/2013): Vita activa oder Vom tätigen Leben, Piper, 18.

[17] Das kulturelle Angebot, mit dem Drag-Performer_innen operieren, in welcher Absicht auch immer, ist limitiert und kann zwar neu zusammengesetzt, nicht aber neuerfunden werden.

[18] Butler 1991, 214, Hervorhebung im Original.

[19] Michalitsch, Gabriele (2012): Geschlechter-Regierung in der Krise Post-Neoliberalismus trotz Kontinuität?, in: Kurswechsel 2/2012, 37-44, 41.

[20] Fraser, Nancy (2017): Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2017, 71-76.

[21] Die vielen weiteren Beiträge des Dossiers bieten hierfür nicht nur Reflexionen und differenzierte Analysen, sondern eine Reihe durchaus ambivalenter Beispiele, Beobachtungen und Eindrücke aus der Praxis.

[22] DRAG QUEENS REACT: Donald Trump Lipsync #ImWithHer, https://www.youtube.com/watch?v=C9IQgS2GXOs, aufgerufen am 10.09.2017.

[23] Kornhaber, Stephan, Why Drag Is the Ultimate Retort to Trump RuPaul versus the White House, The Altantic 06/2017, https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/06/rupaul-gets-political/524529/ (03.12.2017).

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2 Kommentare

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Fronck de Sáster

Trump ist Drag? Sorry, aber nein. Ja, er überzeichnet eine Form von Männlichkeit, die einige von uns als künstlich, übertrieben, antiquiert wahrnehmen. Doch leider, leider ist sie nicht ausgestorben. Im Gegenteil. Das Klischee prägt immer noch den (etwas abgemilderten, aber grundsätzlich daran orientierten) Male-Stream. Doch der wichtigste Punkt: zu Drag fehlt ihm einfach die Reflexion darüber und das bewusste Einsetzen von Gender-Attributen. Er empfindet sich sicher ganz authentisch und als ein bekanntermaßen "stabiles Genie". Also bitte, verzichten sie auf solche - zugegeben verführerischen - aber unangebrachten Vergleiche.

Christian Berger

Ich wollte keineswegs andeuten, dass die Form von überzogener Männlichkeit, die Trump verkörpert und inszeniert, überkommen oder überwunden wäre. Ich danke Ihnen daher auch für den Kommentar, Fronck de Sáster, denn Sie haben ganz recht, zu Drag gehört nicht zuletzt die Absicht, mit Geschlecht zu spielen, also ein gewisses Maß an Selbstreflexion.

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