Reproduktive Selbstbestimmung: Eine Frage von Gerechtigkeit
Live-Mitschnitt der Veranstaltung "Reproduktive Selbstbestimmung: Eine Frage von Gerechtigkeit" der Heinrich-Böll-Stiftung vom 24.03.2026
In Deutscher Gebärdensprache (DGS) untertitelt
Reproduktive Selbstbestimmung hängt auch hier in Deutschland stark mit den Grundfragen sozialer Gerechtigkeit zusammen: Was kostet ein Schwangerschaftsabbruch und wie komme ich an die nötigen Informationen, um eine Praxis oder Klinik zu finden, in der ich schnell, zugewandt und professionell behandelt werde? Wie und wohin wende ich mich, wenn ich Gewalt erlebe und Schutz brauche? Wie kann ich mir genug Wohnraum leisten, um ein Leben mit den Kindern zu führen, die ich schon habe oder mir wünsche? Wie kann ich mir sicher sein, dass meine Kinder ohne Diskriminierung und mit der Unterstützung aufwachsen, die sie im Laufe ihres Lebens benötigen? Zu all diesen Fragen gehört auch, wer in Deutschland eigentlich als Elternteil gedacht wird, wem das Kinderkriegen ermöglicht werden soll und wem nicht. Rassifizierte, behinderte, queere und arme Menschen erleben oft, dass ihnen das Kinderkriegen abgesprochen und ausgeredet oder es gar strukturell verhindert wird. Alicia Baier und Sibel Schick analysieren in ihren Büchern die patriarchalen und diskriminierenden gesellschaftlichen Strukturen, die Selbstbestimmung verhindern. Moderiert von Anthea Kyere lud der Abend dazu ein, über reproduktive Gerechtigkeit als gesellschaftliche Aufgabe und politische Forderung zu sprechen: über feministische Perspektiven auf Selbstbestimmung, rechte Körperpolitiken, Solidarität und die Frage, wie Selbstbestimmung jenseits von Tabuisierung, Stigmatisierung und Ungleichheit möglich wird.
Mit:
- Alicia Baier, Gynäkologin und Co-Gründerin von Doctors for Choice Germany,
- „Das Patriarchat im Uterus“, 2025
- Sibel Schick, Journalistin, Podcasterin, „Mein Körper – wessen Entscheidung?“ , 2026
Moderation: Anthea Kyere, Antidiskriminierungsberaterin