Referent_innen:
- Adrian de Silva, Universität Bremen
- Christian Schenk, Politikberater, Ex-MdB (angefragt)
- Julia Ehrt, TrIQ e.V.
- Thomas Birk, B90/Grüne, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses
Moderation:
- Günter Dworek, LSVD
Auf der einen Seite soziale Bewegungen wie die Trans*-Szenen, Schwule und Lesbenbewegungen, queere Gruppierungen - auf der anderen Seite verfassungsrechtliche Vorgaben wie das reformbedürftige Transsexuellengesetz (TSG) oder das seit 2001 bestehende Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft. Spiegelt das Recht die Bedürfnisse der sozialen Bewegungen wider oder torpediert es sie und agiert ohne Berücksichtung alltäglicher Realitäten von Trans*-Menschen?
Adrian de Silva vergleicht das deutsche TSG mit dem englischen „Gender Recognition Act“ und stellt Vor- und Nachteile vor. Christian Schenk, Kenner der mitunter konkurrierenden Trans*-Szenen, präsentiert alternative Entwürfe eines menschenrechtskonformen TSG, verfasst von Aktivist_innen unterschiedlicher Trans*-Szenen.
Julia Ehrt (TrIQ e.V.) wagt einen Blick in internationales Recht und beleuchtet Fragen wie: Was bietet die Europäische Konvention für Menschenrechte und was hat die EU auf Lager?
Adrian de Silva
Adrian de Silva wurde 1966 in London geboren. Er studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Englische Philologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der York University, Ontario, Kanada mit den Schwerpunkten Politische Theorie, Politische Soziologie, Kanadische Politik und Gendertheorien. Seit Januar 2008 ist er Stipendiat im DFG-geförderten Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. In seinem Dissertationsprojekt befasst er sich mit dem Thema: Regulierung des Geschlechtswechsels: Geschlecht und Geschlechterregime in den legislativen Prozessen zur Transgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien.
Christian Schenk
Christian Schenk wurde 1952 geboren. Er ist Politiker, Diplom-Physiker, Sozialwissenschaftler, Atheist und parteilos. Seine Arbeitsfelder sind Diversity-Politik, Geschlechterfragen, Queer Politics und Lebensweisenpolitik.
„Seit langem befasse ich mich mit der Konstruktion von Geschlecht, Geschlechtsrolle und Heteronormativität sowie mit den gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen von Homophobie. Mein besonderes Interesse gilt dem Zusammenhang zwischen der Entstehung und Perpetuierung von Normalitätsvorstellungen und den jeweiligen sozialen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in einer Gesellschaft. Mit der zunehmenden Entgrenzung von sex, gender und desire in nachindustriellen Gesellschaften entstehen neue Fragen nach dem Umgang mit Vielfalt, Unschärfe und Variabilität, die zum Weiterdenken herausfordern.“
Günter Dworek
Günter Dworek ist Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) und hat entscheidend an der Formulierung des neuen Programms des LSVD beigetragen. Er kämpfte für die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften und engagierte sich besonders für ein Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer. Zudem ist er Referent für Antidiskriminierungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er gilt als maßgeblicher Vorreiter für die grüne Lesben- und Schwulenpolitik. Für seinen Anteil am Zustandekommen des Lebenspartnerschaftsgesetzes erhielt er den internationalen „Tolerantia“-Preis der polnischen „Stiftung für Gleichberechtigung (Fudacja Równosci), der "Kampagne gegen Homophobie" (Kampania Przeciw Homofobii), der französischen Opferhilfeeinrichtung "SOS-Homophobie" sowie des Berliner Anti-Gewalt-Projektes Maneo.
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