Buchvorstellung: Heldendämmerung

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Die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist

Gitti Hentschel

Auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene neigt sich die Herrschaft der weißen Männer dem Ende entgegen. Viele Männer geraten dadurch – schicht- und kulturübergreifend – in (Identitäts)Krisen mit dramatischen Auswirkungen auf die jeweiligen Gesellschaften. Von dieser Hypothese geht Buchautorin Ute Scheub aus.

Am 9.3.2010 stellte sie in einer Lesung des Gunda-Werner-Instituts die zentralen Erkenntnisse ihres Buches anschaulich vor und zur Diskussion. Anhand vielfältiger Beispiele quer durch unterschiedliche Gesellschaften präsentierte sie ihre neuesten Forschungsergebnisse. Danach steigt bei Männern, die um den Verlust traditioneller Formen von Männlichkeit fürchten, die Bereitschaft zu Gewalttätigkeit und zu bewaffneter Konfliktaustragung, wenn etwa Ressourcenkrisen oder nationale Aufrüstung gegen Feindgruppen hinzukommen. Diese „Militarisierten Männer“ wollen ihre Dominanz und die Unterordnung der Frauen (wieder)herstellen, was mit der Überhöhung des Krieger- und Heldentums, „natürlicher“ männlicher Vorherrschaft, Fetischisierung von Waffen, Aufrüstung der eigenen Nation oder Gruppe und der Produktion von Feindbildern einhergeht. Leicht sind sie für Militär oder paramilitärische Gruppen zu gewinnen.

Was dies politisch bedeutet und welche Handlungsperspektiven daraus zu entwickeln sind, wurde in der anschließenden Diskussion mit dem Hannoveraner Soziologie- und Sozialpsychologie-Professor Rolf Pohl erörtert. Deutlich wurde: es gibt keine einfachen Lösungsstrategien und politischen Handlungskonzepte. Angesichts zunehmender Militarisierung stellte Pohl das bundesdeutsche Konzept bzw. die Figur des „Bürgers in Uniform“ im Kriegskontext als Fiktion dar und die Wirksamkeit von Gender-Trainings in der militarisierten Männerdomäne Militär grundsätzlich in Frage.

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Der Verlag über das Buch

Der Unterschied zwischen Mann und Frau wird heute neu interpretiert. Jahrhunderte alte Vorstellungen von dem, was einen Mann bzw. eine Frau ausmacht, verlieren zunehmend ihre Bedeutung. Ute Scheub zeigt eindrücklich, welche Folgen das hat und warum das auch für Frauen nicht nur eine gute Nachricht ist.

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