Israelische Wehrdienstverweigerer

Israelische Wehrdienstverweigerer

Während des israelischen Kriegseinsatzes im Libanon im Jahre 2006 entzogen sich viele Soldaten und Reservisten der israelischen Armee. Hunderte verweigerten ihren Einsatz, etliche wurden inhaftiert. Viele ließen sich aus medizinischen oder physischen Gründen zurückstellen, berichteten die israelischen Organisationen New  Profile und Yesh Gvul, die sich für Kriegsdienstverweigerer einsetzen. Andere entfernten sich unerlaubt von der Truppe oder gingen ins Ausland. Auch gibt es immer wieder Fälle, in denen Soldaten den Einsatz in den besetzten palästinensischen Gebieten verweigern. Seit Beginn der zweiten Intifada im Jahre 2000 haben sich mehr als 2000 Israelis aus Gewissensgründen geweigert, den Militär- oder Reservedienst abzuleisten, weil sie nicht Teil einer „Okkupationsarmee“ sein wollen.

In Israel sind alle jüdischen Männer und Frauen wehrpflichtig. Die Dauer des Militärdienstes beträgt für Männer drei Jahre, für Frauen 20 Monate. Nach Ablauf des regulären Militärdienstes leisten Männer bis zu ihrem 50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich für etws 30 Tage einen Reservedienst ab. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung können praktisch nur Frauen in Anspruch nehmen. Männer werden in der Regel zu mehrmaligen zwei- bis vierwöchigen Arreststrafen verurteilt.

Quelle:
http://www.newprofile.org/

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