Agent*In - Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon

Agent*In - Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon

Stellungnahme des Vorstands zum endgültigen Ausstieg aus dem Wiki „Agent*in

Der Vorstand hat im Rahmen seiner Aufarbeitung entschieden, das Wiki  „Agent*In“ nicht fortzuführen. Die Stiftung wird in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Angriffen auf feministische und gleichstellungspolitische Errungenschaften zukünftig andere Formate der politischen Bildungsarbeit nutzen und neu entwickeln. (04.11.2017)

 

Urheber: Jingyi Wang. Public Domain.

​​Stellungnahme des Vorstands zum endgültigen Ausstieg aus dem Wiki „Agent*in

Der Vorstand hat im Rahmen seiner Aufarbeitung entschieden, das Wiki  „Agent*In“ nicht fortzuführen. Die Stiftung wird in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Angriffen auf feministische und gleichstellungspolitische Errungenschaften zukünftig andere Formate der politischen Bildungsarbeit nutzen und neu entwickeln. (04.11.2017)


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Stellungnahme des Vorstands vom 07.08.2017

Barbara Unmüßig und Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, erklären:

In Abstimmung mit der Redaktion des Projekts hat der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung das Online-Lexikon „Agent*In“ vom Netz genommen. Die öffentlich und intern geübte Kritik am Format der „Agent*In“ hat uns deutlich gemacht, dass dieser Weg nicht geeignet ist, die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus zu führen. Wir bedauern sehr, dass durch die gewählte Form manche an antidemokratische Methoden erinnert werden und entschuldigen uns bei denjenigen, die sich möglicherweise persönlich verletzt fühlen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung steht im In- und Ausland für eine Bildungsarbeit, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzt und dabei in ihrer Arbeit vom Respekt für Andersdenkende geprägt ist, aber auch die Meinungsäußerungs- und Wissenschaftsfreiheit verteidigt. Insbesondere vor diesem Hintergrund werden wir die Kritik und Reaktionen zum Anlass nehmen, die bisherige Veröffentlichung zu überprüfen. Entsprechend unseres Selbstverständnisses werden wir Ziele und Format sowie die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk und die Wirkung der „Agent*in“ kritisch hinterfragen, zeitnah intern beraten und die öffentliche Debatte führen. Das Ergebnis werden wir mitteilen. Solange ruht das Projekt.

Berlin, den 07. August 2017

 


 

  1. Was ist die „Agent*In“ ?

Die Agent*In (Abkürzung von Anti-Gender-Networks Information) ist ein Anti-Feminismus-kritisches Online-Lexikon, das als sogenanntes Wiki (analog zum Online-Lexikon Wikipedia) konzipiert wurde. In dem Wiki werden Wissen, Daten, Fakten und Zusammenhänge über die Einflussnahme von antifeministischen Akteur_innen auf Politik und Öffentlichkeit gesammelt und organisiert. Alle Informationen sind aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen, neu ist die Verknüpfung und Zusammenstellung der Daten sowie die Einordnung der Akteur*innen.

  1. Was ist das Ziel der Agent*In ?

Antifeministische Kräfte sind europa- und weltweit vernetzt. Doch diese Netze sind oft unsichtbar. Die Agent*In versucht diese Netzwerke, deren Institutionen, Geschichte und führende Protagonist*innen sowie deren Positionen sichtbar zu machen und über deren Ziele und Ideologien, Vorgehensweisen, Argumentationsstrategien und Distributionsmechanismen aufzuklären. Hinweise auf weiterführende Literatur und Materialien eröffnen Zugänge zu feministischen und emanzipatorischen Ansätzen und Perspektiven.

  1. An wen richtet sich die Agent*In?

Die Agent*In erleichtert u.a. Aktivist_innen, Multiplikator_innen und Journalist_innen sowie Bildungseinrichtungen die Recherche zu anti-feministischen Akteur_innen und bietet die Möglichkeit, sich anhand der Informationen selber ein Bild über deren ideologische Ausrichtung und Vernetzung zu machen.

  1. Um was geht es inhaltlich?

Die gesellschaftliche Polarisierung zwischen autoritär orientierten Parteien und Gruppierungen und emanzipatorischen Kräften, die eine offene und liberale Gesellschaft mit all ihren Errungenschaften verteidigen wollen, nimmt zu. Mittendrin können wir seit Jahren Antifeminismus beobachten, der als verbindendes Element, als Kitt zwischen (national)konservativen, rechtspopulistischen bis hin zu rechtsextremen Einstellungen und Politiken fungiert und die Brücke in die sogenannte Mitte der Gesellschaft bildet. In dieser sind antifeministische Positionen gleichfalls verankert.

Islamfeindlichkeit, Homophobie und Ablehnung von ‚Gender-Ideologie‘ verbinden eine bunte Mischung von Rechtsaußenparteien, Gruppierungen und fundamentalistischen Bewegungen in ganz Europa und über die Grenzen Europas hinaus. In Deutschland gehören zu diesem Spektrum u.a. die AfD, Pegida, HogeSa, Besorgte Eltern, Demo für alle, die Zivile Koalition, sogenannte Lebensschützer oder christlich-fundamentalistische Organisationen und Gruppierungen der Neuen Rechten. Diese antifeministischen, geschlechtskonservativen und mitunter rassistischen Kreise mobilisieren z.T. schon seit Jahren auf europäischer und nationalstaatlicher Ebene gegen Gleichstellungspolitik und emanzipative Geschlechterbewegungen wie auch gegen die Geschlechterforschung. Durch Demonstrationen, sprachliche Subversion und Aktionen, die sich z.B. gegen „Gender-Wahn“ oder die „Frühsexualisierung unserer Kinder“ richten sowie gezielte Tabubrüche wollen sie Einfluss auf den öffentlichen Diskurs nehmen. Unterstützung erhalten diese Gruppierungen u.a. von (ultra)konservativen Publizist_innen. Der Blick auf Leitmedien, Talkshows und Bestsellerlisten zeigt, dass der Einfluss von Anti-Feminist_innen in den letzten Jahren stärker geworden ist. Egal ob es sich um die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in der Gesellschaft, in Schulen oder in den Gender Studies handelt oder um Familien- und Rollenvorstellungen – der Protest richtet sich stets gegen post-essentialistische Sexualitäts- und Genderkonzepte.

  1. Wer oder was wird in die Agent*In aufgenommen?

Gruppierungen, Vereine, Verbände, Institutionen, Netzwerke, politische Strömungen, Personen etc. werden in das Wiki aufgenommen, wenn sie mit ihren Aktivitäten, Publikationen, Programmen, Protesten etc. anti-feministisch in Erscheinung getreten sind. Mit dem Begriff Antifeminismus beschreiben wir verschiedene gesellschaftliche Strömungen, die sich gegen Frauen, vor allem in öffentlichen Funktionen, gegen Geschlechtergleichheit oder die Frauenbewegung und den Feminismus richten.

  1. Wofür steht Antifeminismus?

Bestimmte Forderungen, die sich oftmals miteinander verbinden, sind kennzeichnend für den Antifeminismus. Kernforderderungen sind gegenwärtig die Wiederherstellung ‚natürlicher Geschlechterrollen’, die Festlegung der Frau auf die Mutter- und Hausfrauenrolle im Heim, die Abschaffung sexueller Selbstbestimmung (u.a. durch Erschwerung oder Abschaffung legaler Abtreibungen) und die Marginalisierung von Homosexuellen. Er beruft sich auf ein biologistisches oder religiöses Geschlechtsrollenverständnis.

Antifeminismus lehnt geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, wie sie heute weithin akzeptiert und gelebt wird, heftig ab und vertritt einlinige Geschlechterbilder, die sich auf die bürgerlichen nationalen Leitbilder des 19. Jahrhunderts zurückführen lassen. Der Mann ist danach zum Bürger und Kämpfer und die Frau zur Mutter und Hausfrau der Nation bestimmt. Das Frauenbild schwankt jedoch zwischen Aufwertung der Mutterschaft und extremer Abwertung („Feminazi“, Mütter/Hausfrauen als „Abzockerinnen“, „irre Lesben“). Auch das Männerbild ist gespalten: Es entspricht der nationalen hegemonialen Männlichkeit. In rechtsextremen Kontexten beschwört es den nationalen Kämpfer und Helden, den männlichen Beschützer der schutzbedürftigen „blonden Frau“. Doch Männer mit Migrationshintergrund oder Homosexuelle werden teils als bedrohlich dargestellt und abgewertet. So erfolgen häufig offene, teils aggressive Angriffe und Mobilisierungen gegen zahlreiche Personen und Gruppen, die nicht dem stereotypen Weiblichkeits- oder Mutterbild entsprechen oder sich für Gleichheit und Feminismus einsetzen.

Der rechte Antifeminismus verbindet offenen Sexismus und Rassismus. Im Internet werden sexistische und rassistische Abwertungen, Beschimpfungen und Bedrohungen bis zu Mord und Vergewaltigung gepostet. Betroffen davon sind selbstbewusste Frauen, Frauen in Gewerkschaften, Verbänden und Berufsgruppen wie Richter*nnen, Feminist*nnen, Politiker*nnen, gleichheitsorientierte Männer (u.a. als lila Pudel betitelt) und Migrant*nnen.

Kennzeichnend für Antifeminismus sind also die Einforderung der Mutter-/Hausfrauenrolle und die offensive Mobilisierung gegen Feminist*innen, emanzipative Männer, und Gleichstellungspolitik. Er unterscheidet sich von Geschlechtskonservatismus, der ebenfalls von natürlichen Geschlechtsunterschieden ausgeht, aber Frauen auch in ihrer öffentlichen Rolle wertschätzt und weniger aggressiv auftritt. Davon zu unterscheiden ist weiterhin die Geschlechterkritik, die Geschlecht und die Geschlechterverhältnisse kritisch reflektiert und auf Probleme hinweist und die innerhalb und außerhalb des Feminismus betrieben wird. Mehr

  1. Welche Informationen finde ich in der Agent*In?

Alle Organisationen und Personen werden zunächst mit einem Satz kategorisiert, z.B. als maskulistisch, antifeministisch, ultrakatholisch oder rechtspopulistisch. Mit diesen Kategorisierungen sind jeweils Artikel verlinkt, die diese Begriffe näher erklären. Darüber hinaus wird dargestellt, mit welchen antifeministischen Aktivitäten oder Positionen die jeweiligen Personen oder Organisationen in Erscheinung getreten sind. Dazu kommen Hinweise auf Vernetzungen mit anderen Organisationen und Personen. Zu allen Informationen sind Quellen und Nachweise hinterlegt. Hinweise auf weiterführende Informationen und Literatur runden die Einträge ab.

  1. Stellt die Agent*In nicht Personen an den Pranger und ist eine Art „Schwarze Liste“?

Nein. Die Personen und Organisationen stellen sich selbst in der (medialen) Öffentlichkeit und/oder im Internet mit antifeministischen Positionen dar. Die Autor*Innen geben dies in den Artikeln sachgenau wieder. Alle über die Personen und Organisationen zusammengetragenen Informationen sind aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen. Die Agent*In verknüpft diese und zeigt Verbindungen und Netzwerke zwischen den Personen und Organisationen auf, die nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sind. Jede*r Leser*in kann sich so selbst ein Bild machen.

  1. Wie finde ich die Informationen, die mich interessieren?

Es gibt zum einen eine Volltextsuchfunktion und zum anderen die Möglichkeit über die Kategoriensuche sich Personen, Organisationen und Ideologien auflisten zu lassen. Des Weiteren enthält die Startseite Links auf Informationen zu aktuellen Themen, Kampagnen oder Veranstaltungen.

  1. Wie viele Artikel beinhaltet die Agent*In? Wird sie zukünftig erweitert?

Zum Start des Wikis sind rund 500 Artikel eingestellt. Die Agent*in wird laufend weiterentwickelt, die einzelnen Artikel ausgebaut, aktualisiert und ergänzt. Des weiteren werden neue Personen, Organisationen, Kampagnen und Veranstaltungen aufgenommen. Die Redaktion informiert über neue Artikel über Twitter @Agent_org und Facebook www.facebook.com/Agentin.org/ sowie auf www.gwi-boell.de .

  1. Wer sind die Autor*innen?

Die Artikel werden von einer Gruppe ehrenamtlicher Autor*innen verfasst, die u.a. als Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und/oder Bildungsarbeitende mit Themen rund um Antifeminismus befasst sind. Unterstützt werden diese punktuell durch Honorarkräfte. Alle Autor*innen sind der Redaktion namentlich bekannt, werden aber nicht mit Klarnamen genannt, um sie vor möglichen antifeministischen und/oder persönlichen Angriffen zu schützen.

  1. Kann ich auch Autor*in werden?

Autor*innen-Accounts werden anders als bei Wikipedia nur sehr begrenzt und manuell vergeben. Damit soll sichergestellt werden, dass die Qualität der Artikel im Hinblick auf presse-, datenschutz- und persönlichkeitsrechtliche Aspekte ausreichend gewährleistet ist.

Gerne können Interessierte Leser*innen Artikel verfassen und an die Redaktion schicken (redaktion-agentin@boell.de). Diese werden nach Prüfung und ggf. Überarbeitung dann im Wiki veröffentlicht. Ebenso sind ergänzende Informationen zu Artikeln willkommen und können der Redaktion gerne zur Verfügung gestellt werden.

  1. Wie ist die Agent*In organisiert? Wer ist Betreiber*in?

Die Agent*In wird vom Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. zur Verfügung gestellt und betrieben. Sie basiert auf der freien Software Mediawiki.

Die Redaktion setzt sich aus Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Universität Kassel), Andreas Kemper (Soziologe, Autor) und Henning von Bargen (Gunda-Werner-Institut) zusammen. Ihre Aufgabe besteht vor allem in der konzeptionellen Weiterentwicklung des Wikis, der Koordination der Autor*innen und Beiträge sowie der Qualitätssicherung. Inhaltlich verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV, V.i.S.d.P. ist Henning von Bargen, Leitung Gunda Werner Institut in der Heinrich Böll Stiftung Berlin.

  1. Wer ist Ansprechperson für die Agent*In? Wo erhalte ich weitere Informationen zu Thema?

Der Fachkontakt läuft über die Redaktion (redaktion-agentin@boell.de). Ansprechperson ist Henning von Bargen, Leiter des Gunda-Werner-Instituts. Für Interviews stehen die Redaktionsmitglieder (Andreas Kemper, Elisabeth Tuider, Henning von Bargen) gerne zur Verfügung. Außerdem können weitere Expert_innen zum Themenfeld Anti-Feminismus vermittelt werden.

Stand 14.07.2017

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Kommentare

Wie sich die Grünen durch

Wie sich die Grünen durch Denunziationen und Fake-News immer weiter in Richtung unwählbar bewegen, kann man an Agent*In und dort insbesondere am Artikel über Arne Hoffmann gut sehen. Statt über ihre unhaltbaren Positionen zu diskutieren, ziehen sie Diffamierung a lá "verweist er häufig auf Artikel der neurechten Zeitschrift Junge Freiheit." vor. Einen Artikel von 2010 als Einzelnachweis dafür heranzuziehen, der selbst auch keinen Nachweis liefert, sondern lediglich einen Herrn Gesterkamp zitiert, finde ich schon frech. Wenn ich dann bei einer Google Suche
"Junge Freiheit" site:genderama.blogspot.de
genau 28 Ergebnisse bekomme und davon vielleicht 3 oder 4 mit Verweisen auf Artikel der Jungen Freiheit, dann wird der von Ihnen erhobene Vorwurf, Arne Hoffmann verweise "häufig" auf Artikel diese Zeitschrift, völlig als das erkennbar, war er ist: Der Versuch, durch Denunziation die Diskussion mit einem für Sie unbequemen Linksliberalen von vornherein zu unterbinden.
Wie froh bin ich, nachdem ich über 20 Jahre ihre Partei gewählt habe, schon anläßlich der Auschwitzkeule des Herrn Josef Fischer mit dieser Dummheit aufgehört zu haben. Es verbleibt die Scham über eine mehr als zwanzigjährige Blindheit.

Wartet nur, wenn wir das

Wartet nur, wenn wir das Kommando übernehmen, dann ist Schluß mit Lustig. Entweder wird pariert oder der Baukran lässt den Motor an.

Ich beschäftige mich seit

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Demokratie und Ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen wie Respekt, Meinungsfreiheit und Diskurs. Diese Seite mit ihrem kaum verborgenen Ziel zu denunzieren zeigt den erbarmungswürdigen Niedergang und prä-totalitären Zustand der deutschen Linken. Heinrich Böll würde sich im Grabe herumdrehen!

Seit GRÜNE bei Wahlen

Seit GRÜNE bei Wahlen kandidieren, haben Sie (bis auf die letzte LW) meine Stimme bekommen. Vor Jahren habe ich erfolgreich für B90/G auf Kommunalebene kandidiert, als Umwelt- und vor allem Naturschutz noch Kernanliegen der dieser Partei waren.

Eine solche Aktion der GRÜNEN-Stiftung, wie diese unsägliche Agent*In, hätte ich mir nie vorstellen können.

Die Auflistung und

Die Auflistung und Veröffentlichung anders Denkender überrascht mich im Umfeld der Grünen und somit auch diesem Verein mittlerweile überhaupt nicht mehr. Dieses Vorgehen hat in Deutschland leider Tradition.
Es wäre schön, wenn die vielen Millionen an Steuergeldern, die dem Verein "Heinrich-Böll-Stiftung e.V." zufließen, sinnvoll genutzt werden würden.

Blockwartmentalität bei den

Blockwartmentalität bei den Grünen. Was unterscheidet das von den Listen, auf den Juden verzeichnet waren, bei denen man nicht einkaufen soll? Dass es von Links kommt, statt von Rechts? Und was sonst? Aha, dass die Leute selbst Schuld sind (Punkt 8). Stimmt. das Prinzip kennen wir doch - von Putin, Chavez und anderen Autokraten. Tolle Kiste.

Sie nehmen für sich und Ihre

Sie nehmen für sich und Ihre Seite demokratische Prinzipien in Anspruch? Die denunziatorischen Inhalte lasse ich mal außer Acht, denn allein die Anonymisierung Ihrer Autoren zum "Schutz vor Denunziation" ist erstens lächerlich, zweitens ein Widerspruch zu Ihrem eigenen Handeln und drittens der eindeutige Beweis für ein gepflegtes Denunziantentum... Und, wie schon nachzulesen: Den Namen Heinrich Böll hierzu zu nutzen, ist eine Schande, für die Sie sich schämen sollten...

Die Idee, einzelne Autoren

Die Idee, einzelne Autoren,Vereine und Parteien als "Gegner feministischer Positionen"(Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/medien/feminismus-debatte-lexikon-der-anti-fe...) darzustellen, wenn sie nicht der Meinung Ihrer Stiftung sind ist eine Frechheit. Mit dieser Aktion wird genau das attackiert, was Linke und Gender Studies Studenten selber proklamieren: Die Akzeptanz unterschiedlichster Meinungen, solange sie im Rahmen des Grundgesetzes vereinbart sind. Laut Grundgesetz sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Punkt 5:" die sich gegen Frauen(...) gegen Geschlechtergleichheit oder die Frauenbewegung und den Feminismus richten." Ich mache jetzt auch eine Liste auf, die Männerfeindliche Stimmung und Hetze aufzeigt. Ihr wärt dann wohl der erste Eintrag.

Demokratie lebt von einer

Demokratie lebt von einer lebhaften gesellschaftlichen Auseinandersetzung, von unterschiedlichen Meinungen und gesellschaftlichem Diskurs. Insofern ist es grundsätzlich nur zu begrüßen, wenn sich ein Verein in gesellschaftliche und politische Diskussionen einmischt.

Wer sich mit quasi-denunziatorischen Mitteln dazu aufschwingt, eigenmächtig den Korridor des argumentativ Vertretbaren festzulegen und Andersdenkende diffamiert, wird mE nicht zum Teilnehmer dieser demokratischen Diskussion, sondern zu ihrem Gegner.

Wer selbst gebetsmühlenartig "Diversity" predigt, also "Vielfalt" fordert, diese aber gerade in der demokratischen Auseinandersetzung konsequent bekämpft, offenbart meines Erachtens sein wahres Gesicht: das einer engstirnigen und potentiell undemokratischen politischen Ideologie.

Also ich verstehe hier ganz

Also ich verstehe hier ganz ehrlich die Aufregung nicht so ganz. Ich kann nicht erkennen wie hier demokratische Auseinandersetzung bekämpft wird. Im Gegensatz, es wird nur hervorgehoben und deutlich gemacht mit wem man sich auseinandersetzt, das ist Teil einer deliberativen Demokratie nach der hier alle so aufgeregt schreien. Diese Transparenz und das Wissen, worüber man redet kann ja nur im Interesse aller sein.

Damit kann ich auch nicht sehen, wie andere Meinungen nicht akzeptiert werden. Im Gegenteil die anderen Meinungen werden dargestellt und miteinander in Verbindung gesetzt. Mir scheint es, dafür fehlt es hier an Akzeptanz.

Es spulen sich jetzt wieder alle hoch, die selber die differenzierte Auseinandersetzung scheuen und Meinungen und Standpunkte unterdrücken wollen.

Mit freundlichen Grüßen
T. Kollert

Immer gut zu wissen, wer was

Immer gut zu wissen, wer was sagt, warum er das sagt und was er sonst noch so sagt. Dass es schon seit längerem einen antifeministischen Rollback gibt, ist meiner Meinung nach nicht zu bestreiten. Aufzulisten, wer sich zum Thema mit welchen dummen Sprüchen hervortut -und was er sonst noch sagt, wes Geistes Kind er/sie vielleicht ist: Warum nicht? Die andere Frage ist, wen das überhaupt interessiert? Kann sein, dass es am Ende 1000 Menschen in Deutschland sind? Man könnte sich dann vielleicht darauf einigen, dass dies wenige BürgerInnen wären? Damit würde sich die Frage der Relevanz innerhalb des politischen bzw. gesellschaftlichen Diskurses stellen. Aber warum nicht ´mal probieren? Es sollte nach einer gewissen Zeit kritische Einkehr und vorbehaltslose Prüfung dieser Frage vereinbart werden. Denn alle Spenden-Gelder und Staatszuschüsse können ja nur 1 x ausgegeben werden!

Also wo, bitte, liegt

Also wo, bitte, liegt eigentlich das Problem?

Ich habe verstanden, dass ich hier Informationen über Menschen, Kampagnen etc. finden kann, die mit Feminismus, Gender etc. nichts anzufangen wissen und dagegen schreiben, reden, vielleicht polemisieren - was ihr Recht ist. In unserem Land herrscht Meinungsfreiheit und es ist nicht verboten, autoritär zu sein. Ebensowenig wie emanzipatorisch zu sein. So. Und nun sollen Infos zu einer Seite, nämlich der antigenderfeministischen (und was es da sonst noch gibt) zusammengestellt und leichter verfügbar gemacht werden. Ich kann mich hier schlauer machen und tiefer recherchieren, wenn ich das möchte. Und???

Seit Tagen, fast Wochen wird nun auf diese Agent*in eingedroschen: Stasi-Methoden! Fake News!! Pranger!!!

Das mit den Fake News ist leicht zu entkräften: alles, was hier zugänglich ist, steht eh öffentlich zur Verfügung. Jede*r kann selbst checken, ob das hier Fake ist oder nicht.

Am Pranger landete man mal bei kleineren Verbrechen wie Mundraub oder Verunglimpfung der Herrschenden (größere Sachen endeten eh tödlich: am Strang, durchs Schwert o.ä.). Man stand in ein Holzgestell geklemmt am Markt und musste Anwürfe aller Art über sich ergehen lassen. Nicht schön - aber droht das nun den durch die Agent*in Beschriebenen? Wohl nicht. Oder stehen die nicht zu dem, was sie andernorts veröffentlicht haben?

Die Stasi hat durch ein wirklich schlimmes Spitzelsystem Menschen, die sich gegen allgemeine staatliche Doktrin stellten, nachgestellt um sie zu kriminalisieren und dann durch schwere Bestrafung (Zuchthaus u.a.) (mund)tot zu machen. Und müssen nun alle hier Genannten Ähnliches befürchten? Wohl kaum.

Es soll durch die Agent*in die Debatte erleichtert werden heißt es, indem man sachliche Informationen bereit stellt. Warum jaulen nun also alle so auf? Macht doch euer eigenes Wiki, sammelt sachliche (!!) Informationen über Feminist*innen, Genderforscher*innen und emanzipatorisch Engagierte und stellt diese zur Verfügung.

Oder wollt ihr gar keinen Diskurs? Sondern einfach nur draufhauen und zum Schweigen bringen? Dann hättet ihr euch selbst als undemokratisch und nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehend entlarvt.

Und ich als schlichtes Gemüt müsste das so verstehen, als sei tatsächlich was dran an der Behauptung, die "Rechten" würden heimlich den Umsturz planen, um uns in Zeiten zurück zu katapultieren, die ich längst vergangen glaubte. Wo Frauen am Herd zu stehen, keinerlei Selbstbestimmung über den eigenen Körper und wenig Optionen für ihr Leben hatten. Wer das leben möchte, darf das übrigens tun. Ist nicht verboten. Seid so frei und macht das so - aber lasst mich mein Leben so gestalten, wie ich das möchte. So wie alle anderen auch.

Und lasst uns alle sachlich über pro- und antifeministische Standpunkte diskutieren. Oder uns aus dem Weg gehen. Aber mit Respekt. Bitte.

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