Programmübersicht

Das Festival wurde mit dem Dokumentarfilm „9-Month Contract” von Ketevan Vashagashvili eröffnet – einer sehr persönlichen Darstellung von Leihmutterschaft, Mutterschaft und Würde in einer unregulierten Reproduktionsindustrie in Tiflis, Georgien. 
Im Anschluss an die Vorführung hielt Amrita Pande eine Keynote, in der sie ihren neuen Bericht „Mapping Global Surrogacy” vorstellte. Der Abend endete mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Leihmutterschaft und Reproduktionsökonomie mit Amrita Pande, Irina Herb und Ketevan Vashagashvili, moderiert von Derya Binisik von der Global Unit for Feminism and Gender Democracy der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Am zweiten Tag setzten wir das Programm mit verschiedenen Panels, Workshops und Installationen rund um das Thema   Sorge und Reproduktion fort. Das englischsprachige Panel „Reproductive bodies - Bodies of reproduction“, u.a. mit Amrita Pande, Elizabeth Ngari von Women in Exile und Jonte Lindemann vom gen-ethischen Netzwerk stellte sich die Frage, welche Körper sich gesellschaftlich eigentlich reproduzieren dürfen – und welche strukturell daran gehindert werden. In der Werkstatt zum Thema Schwangerschaftsabbruch beschäftigten wir uns mit der Sorge um Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland: Wie geht’s weiter mit Paragraph 218, was ist ein sicherer Schwangerschaftsabbruch und welche Bilder zum Schwangerschaftsabbruch werden eigentlich medial produziert?


Weiter ging es mit einem Panel zu Sorgeräumen und Infrastrukturen, u.a. mit Mareice Kaiser und Jo Lücke. Außerdem fand ein Workshop mit einer praktischen Einführung in „Reproduktive Gerechtigkeit“ statt und Alicia Baier las aus ihrem Buch „Das Patriarchat im Uterus.“ Am frühen Abend stellte die Kuratorin und Künstlerin Alisa Tretau ihr neues Online-Projekt „Nicht nur Mütter waren schwanger“ mit Lesungen und Performances beitragender Autor*innen vor. Parallel gab es eine Ausstellung zu besuchen (mit Tastführung) und es bestand die Möglichkeit, sich beim Markt der Möglichkeiten untereinander, aber auch mit verschiedenen Initiativen rund um das Thema Sorge zu vernetzen.
Beim Abschlusspanel, u.a. mit Susanne Schultz, Mike Laufenberg, Asha Hedayati und Sophie Schwab fragten wir uns: Wie können wir in Zeiten von zunehmendem Antifeminismus und wachsenden Ungleichheiten solidarische und sorgende Zukünfte gestalten?