Netzwerktreffen und Tagung: Rassismus und Männlichkeiten

Weißheit als NormWeißheit als Norm. Urheber: Mike McNally. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Rassismus wird im alltäglichen Sprachgebrauch oft mit „Ausländerfeindlichkeit“ oder „Gewalt gegen Ausländer“ gleichgesetzt. Jedoch steckt viel mehr hinter diesem Phänomen.

Es wird in Deutschland wenig darüber diskutiert, dass rassistische Strukturen mitten in unserer Gesellschaft wirksam sind, dass deren Effekte kulturell, sozial und politisch zum Tragen kommen. Rassismus beeinflusst massiv Entscheidungen darüber, wem Chancen zugeteilt oder verweigert, wessen Lebensrealitäten anerkannt werden oder nicht. Rassismus hierarchisiert Menschen nach Herkunft, Hautfarbe, Sprache, kulturellen und religiösen Praxen. Und er durchzieht dabei die gesamte Gesellschaft, auch die Teile, die von sich behaupten, damit nichts zu tun zu haben.

In der sozialen, pädagogischen und politischen (Männer-)Arbeit haben Fachkräfte mit Menschen zu tun, die von Rassismus und Sexismus profitieren oder betroffen sind, manchmal auch beides. Die Situation in einer von Migration und zunehmender Geschlechtervielfalt geprägten Gesellschaft ist komplex, generalisierenden Antworten ist stets zu misstrauen. So stehen zu Beginn der Tagung diese Fragen: Welche Folgen hat ein sensibler Blick auf Migration und Geschlecht für die soziale und pädagogische Praxis? Wie können Männlichkeitskritik und Antirassismus politisch zusammen gedacht werden? Weshalb werden die Kritik an Rassismus und Sexismus noch so oft getrennt voneinander verhandelt, auch in männerpolitischen Kreisen? Welche Funktion erfüllt Rassismus zur Legitimation von Sexismus und andersherum in Teilen des politischen Diskurses? Wie können eigene Privilegien als weiße, heterosexuelle Frauen und Männer der Mehrheitsgesellschaft in der Praxis selbstverständlicher hinterfragt werden? Wie kann eine antisexistische und antirassistische Praxis aus männerpolitischer Perspektive aussehen?

Die Tagung „Rassismus und Männlichkeiten“ will Akteur_innen aus der sozialen, pädagogischen und politischen Arbeit zusammenbringen. Ziel ist es, die eigene Praxis kritisch zu hinterfragen und das Zusammenwirken von Rassismus und Geschlecht mit dem Fokus auf Männlichkeiten zu bearbeiten. 

u.a. mit Robert Claus, Prof. Dr. Harry Friebel, Jens Gerdes, Andreas Haase, Olaf Jantz, Öczan Karadeniz, Dr. Inga Niehaus, Prof. Dr. Susanne Spindler, Johannes Strohmeier, Michael Tunç

 


Tagungsdokumentation


Veranstalter_innen:

Veranstaltungsinformationen

Freitag, 6. November 2015, 18:00: Netzwerktreffen Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse für Netzwerkmitglieder und Interessierte.

Samstag, 7. November 2015, 9:00: Tagungsbeginn

Veranstaltungsort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Kontakt: Henning von Bargen, Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung E vonbargen@boell.de T 030.285 34-180

Vorbereitungsgruppe: Robert Claus, Tahir Della, Harry Friebel, Jens Gerdes, Andreas Goosses, Öczan Karadeniz, Bernd Stude, Michael Tunç, Henning von Bargen

Weitere Informationen zu Inhalten und Programm finden sich auf dem Ausführlichen Programm der Veranstaltung (PDF)

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