Frauen und Armut

Peking +20 - Frauen und Armut

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Im Jahr 2014 besaßen die reichsten 80 Personen auf der Welt so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit. Und diese Schere klafft immer weiter auseinander. Armut zerstört die Chance auf ein Leben in Würde. Dies macht die wachsende Einkommens- und Vermögensungleichheit zu einem der größten globalen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme.

Die Weltfrauen-Konferenz in Peking zeigte 1995 auf, dass Armut eine deutliche geschlechtsspezifische Dimension hat. Frauen sind von Armut besonders stark betroffen: Sie erbringen einen größeren Teil der Arbeitsleistungen, erhalten jedoch nur ein Zehntel des Welteinkommens und besitzen weniger als ein Hundertstel des Eigentums. Weitere soziale Dimensionen, wie Hautfarbe, Religion, ethnische Zugehörigkeit, verstärken diese Benachteiligung.

In Peking wurden strategische Ziele zur Bekämpfung von Armut benannt: In Armut lebende Frauen und ihre Bedürfnisse müssen mehr im Zentrum stehen und durch spezifische Politiken und Strategien adressiert werden. Frauen brauchen gleichberechtigte Zugänge zu Besitz, Land und finanziellen Ressourcen. Methoden und Forschungsarbeiten, die sich mit Feminisierung von Armut auseinandersetzen, sind notwendig.

In den letzten 5 Jahren waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise weltweit spürbar, besonders für Haushalte an der Armutsgrenze. Weltweit sind insbesondere Haushalte alleinstehender Frauen von Armut betroffen.

Auch in Deutschland bleibt vielen Frauen eine eigenständige Existenzsicherung und ökonomische Unabhängigkeit verwehrt. Dies liegt in erster Linie an der ungleichen Verteilung von Berufs-und Familienarbeit zwischen Frauen und Männern. Damit verbunden hält sich hartnäckig eine geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes, die zu einer großen Entgeltungleichheit und später zu einer noch größeren Rentenlücke führt.

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Gut zu Wissen

  • Progress of the World's Women 2015/2016: detailierter Bericht der UN Women zu den ökonomischen Barrieren für Frauen und Strategien zur Verbesserung der politischen Teilhabe von Frauen weltweit. mehr>>
  • Pekinger Aktionsplattform:
    1995 wurde die Aktionsplattform ins Leben gerufen. Ihre Erklärung
    [PDF] und die Aktionsplattform finden sich hier >>
    Überblick über die 12 Kernbereiche der Plattform hier>>
  • 59. Frauenrechtskommission: Gitti Hentschel, Leiterin des Gunda-Werner-Instituts Berichtet aus New York. mehr>>

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