Peking+20 in Lateinamerika

Valparaiso, Chile

20 Jahre nach der 4.Weltfrauenkonferenz in Peking lassen sich Fortschritte bei der Verbesserung der Situation für die lateinamerikanischen und karibischen Frauen und Mädchen erkennen. Das gilt vor allem für die normative Ebene. Dort konnten aufgrund des Drucks der feministischen und Frauenbewegungen deutliche Verbesserungen erreicht werden.

Bei der Umsetzung hapert es je nach Land allerdings noch erheblich, so dass Benachteiligung und Ungleichheit noch lange nicht beseitigt sind. Hinzu kommen neue Problembereiche, die 1995 – zumindest in dem heutigen Ausmaß -noch nicht sichtbar waren, wie z.B. Frauenhandel, Organisierte Kriminalität und das immense Ansteigen der Korruption in der Region.

Besonders schlecht steht es um die sexuellen und reproduktiven Rechte. Frauen haben in Lateinamerika fast nirgendwo das Recht auf freie Entscheidung, Abtreibung ist in den meisten Ländern nur innerhalb sehr enger Grenzen oder auch überhaupt nicht erlaubt. Auch die Gewalt gegen Frauen und Mädchen bis hin zu Feminiziden ist sehr groß, notwendige Gesetze und Ressourcen zum Schutz und zur Strafverfolgung bleiben unzureichend. Fortschritte gab es in den meisten Ländern bei der politischen Repräsentanz von Frauen. Nur in Skandinavien sitzen mehr Politikerinnen in den Parlamenten. In den Medien hat sich ihre Entscheidungsmacht hingegen kaum vergrößert.

Ungleichheit ist in Lateinamerika nach wie vor ein großes Problem. Frauen und hier wiederum besonders vulnerable Gruppen wie Indigene, Afro-Lateinamerikanerinnen, Frauen mit Behinderung, HIV-positive Frauen, Migrantinnen u.a. stehen dabei mehrheitlich am unteren Ende der Skala. Sie sind besonders von Armut betroffen und haben insgesamt weniger Zugang zu Bildung, Land, zum Gesundheits- und Justizsystem.

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Gut zu Wissen

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  • Pekinger Aktionsplattform:
    1995 wurde die Aktionsplattform ins Leben gerufen. Ihre Erklärung
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