Bildung und Ausbildung von Frauen

Bildung und Ausbildung von Frauen

Foto: nguyentuanhung.

In den letzten 20 Jahren seit der Deklaration der Pekinger Aktionsplattform, wurden immense Fortschritte bei dem Ausbau der Grundschulbildung weltweit erzielt. Laut einem Bericht der UN aus 2014 erhalten heute 90% der Kinder in Ländern des globalen Südens, sowie 96% der Kinder in Ländern des globalen Nordens, die Möglichkeit, die Primarstufe zu besuchen. Das ist ein großer Erfolg. Dies entspricht in Teilen u.a. einem der strategischen Ziele der Pekinger Aktionsplattform, die Gewährleistung des gleichberechtigten Bildungszugangs.

Aber wie viel profitieren Mädchen und Frauen von diesem Erfolg? Mädchen werden noch heute in vielen Teilen der Welt durch normative, strukturelle und individuelle Benachteiligungen davon abgehalten, ihr Recht auf Bildung und Ausbildung wahr zu nehmen. Auch wenn sie in die Schule gehen, müssen Mädchen oft zusätzlich umfangreiche Haushaltsarbeiten übernehmen – und schneiden daher oft schlechter ab, als Jungen. Lehrpersonen sind oft voreingenommen gegenüber den intellektuellen Fähigkeiten von Mädchen und auch  Lehrmaterialien weisen oft einen gender bias auf – kein idealer Ausgangspunkt für gute Leistungen in der Schule. (Massive) Sexuelle Belästigungen in der Öffentlichkeit können ebenso bewirken, dass Mädchen zu Hause – und daher der Schule fern bleiben.

Spätestens, wenn es um weiterführende Schulbildung, oder gar Hochschulbildung geht, sind Mädchen in vielen Teilen der Welt deutlich benachteiligt. Das Schulgeld wird eher für die Brüder ausgegeben. Heirat und Schwangerschaft, Versorgung der Familienmitglieder und Haushaltsarbeit schränken die Wahlmöglichkeiten von Mädchen massiv ein.

In vielen Ländern des globalen Nordens stoßen Frauen oft als Doktorandinnen, spätestens aber bei dem Versuch, zu habilitieren, oder gar einen Lehrstuhl zu erlangen, an die sogenannte gläserne Decke. In der wissenschaftlichen Forschung, aber auch in der inter-/nationalen Politik und Wirtschaft sind Frauen unterrepräsentiert. Sie sind ausgeschlossen von den Verhandlungstischen der Macht und fehlen dort nicht nur als Wissen-Schaffende und Entscheidungsträgerinnen, sondern auch als role models für künftige Generationen.

Bildung ist notwendig, um die Gleichberechtigung der Geschlechter zu erreichen.  Eine gute Ausbildung ist ein Schlüssel zu Jobs, Einkommen und ein Leben in Würde. Gut ausgebildete Frauen haben es tendenziell leichter, sich von gewaltvollen Partner_innen zu trennen, für ihre Familien und sich selbst zu sorgen und selbst über ihre Leben zu bestimmen.

Bildung ist Zukunft.

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Von Dr. Sutada Mekrungruengkul

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