Frauen und Gesundheit

Peking+20 - Frauen und Gesundheit

Foto: UNFPA/Andrew Cullen . Alle Rechte vorbehalten.

Reproduktive Gesundheit und  Rechte  sind zentrale Begriff im Kapitel „Frau und Gesundheit“ in Peking. Dabei geht um viel mehr als Familienplanung, z.B. um das Recht, in einer Umgebung zu leben, die Menschen den Genuss ihrer Sexualität ermöglicht oder das Recht auf Freiheit von sexuellem Zwang und sexueller Gewalt. Im Zentrum stehen also individuelle Rechte auf Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit und Freiheit von Diskriminierung. Damit war Peking ein Meilenstein unterschiedlicher feministischen Kämpfe z.B. gegen Bevölkerungspolitik oder für Frauengesundheit. 

Gleichzeitig ist Peking auch ambivalenter Bezugspunkt. Denn seit den 1990ern funktionieren Diskurse um Selbstbestimmung als neue Formen der Führung, individuelle Bedürfnisse und Rechte werden anschlussfähig für biopolitische Machtstrategien, „Empowerment“ wird auch zum Code für „Beratungs- und Betreuungsbedarf“. In Folge von Peking  verweisen Feminist_innen auf die Medikalisierung bevölkerungspolitischer Ziele.

Neben der Ambivalenz hat Peking hat auch eine Lücke: Das Recht auf Abtreibung als Menschenrecht wurde nicht verankert. Nur dort, wo Abtreibung bereits legal ist, soll sie gesichert stattfinden können.  Rechte auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung müssen also weiter und immer wieder neu erkämpft werden, denn sie erhalten Gegenwehr. Peking +20 ist Anlass, nach diesen Kämpfen gestern und heute zu fragen.

Artikel

„Das lassen wir uns nicht wegnehmen“

Im Interview spricht Barbara Unmüßig über die Bedeutung von sexuellen und reproduktiven Rechten und erklärt, warum der Kampf um Selbstbestimmung weitergehen muss. Diese Themen werden auch bei der Konferenz „Dare the im_possible /Wage das Un_mögliche“ vom 15.-18.10.2015 in der Heinrich-Böll-Stiftung diskutiert.

Von Barbara Unmüßig, Hannah Schwär

„Unsere Rache ist es, glücklich zu sein.“

Ana ist eine lesbische Mutter, feministische Aktivistin und Bloggerin. Sie glaubt an die Macht des Internets, um Dinge sichtbar zu machen und Veränderungen anstoßen zu können. Seit einigen Jahren ist sie als Koordinatorin eines virtuellen Netzwerks aktiv und schreibt mit ihrer Partnerin einen gemeinsamen Blog.

Von Rabea Weis

Abtreibungsgesetze in Lateinamerika und der Karibik

Die Gesetzeslage in den Ländern der Region ist denkbar unterschiedlich, die Restriktionen aber fast überall enorm. Das Thema ist umkämpft und zeigt die enorme Kraft der konservativen Eliten, denen sich Frauenorganisationen versuchen entgegenzustellen.

Von Rabea Weis

Mein Körper gehört mir! Oder?

In der Prostitutionsdebatte geht es um Körper, Sex und Sexualität. Um Freiheit, Macht und Recht. Um die Rolle des Staates und die Bedingungen des „Fleischmarktes“. Mein Körper gehört mir? Über Brüste und Gebärmutter reden viele mit. Nicht nur bei Sexarbeit, auch bei Abtreibung oder bei der Pille danach. Das hat einen Streitwert!

CEDAW – von Papiertigern und Tigern

Die Verabschiedung der CEDAW-Konvention durch die UN vor 30 Jahren markierte einen wichtigen Schritt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit. Doch nicht alle Regierungen halten sich an die Richtlinien. NGOs beharren auf die politische Umsetzung – und erzielen zunehmend Erfolge, wie das Beispiel Nigeria zeigt.

Von Barbara Unmüßig

Mexiko und seine Abtreibungsgesetze

Jedes Jahr sterben in Mexiko Tausende von Frauen infolge von illegal und stümperhaft durchgeführten Abtreibungen, andere werden zu Haftstrafen verurteilt. Der Grund dafür sind zum einen die restriktiven Abtreibungsgesetze, zum anderen die hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften.

Von Jennifer Dresel

Gut zu Wissen

  • Progress of the World's Women 2015/2016: detailierter Bericht der UN Women zu den ökonomischen Barrieren für Frauen und Strategien zur Verbesserung der politischen Teilhabe von Frauen weltweit. mehr>>
  • Pekinger Aktionsplattform:
    1995 wurde die Aktionsplattform ins Leben gerufen. Ihre Erklärung
    [PDF] und die Aktionsplattform finden sich hier >>
    Überblick über die 12 Kernbereiche der Plattform hier>>
  • 59. Frauenrechtskommission: Gitti Hentschel, Leiterin des Gunda-Werner-Instituts Berichtet aus New York. mehr>>

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