Die Frau in der Wirtschaft

Peking+20 - Die Frau in der Wirtschaft

Foto: UNDP in Europe and Central Asia . Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, Zugang zu Ressourcen, Beschäftigung und Handel, sowie eine Beseitigung von struktureller Diskriminierung, waren zentrale Forderungen der Peking-Plattform.

Seitdem hat es eine verstärkte Integration von Frauen in die Erwerbsarbeit gegeben, aber auch fortbestehende deutliche Probleme und Ungleichheiten weltweit. Männer sind an der Spitze der Einkommensskala weiterhin stark überrepräsentiert. Frauen stecken hingegen trotz verbesserter Bildung und Ausbildung zwischen „klebrigem Boden“ und „gläserner Decke“ fest: Für sie besteht ein hohes Risiko, in prekären Jobs und schlechtbezahlter Arbeit „kleben“ zu bleiben. Zugleich verhindert eine „gläserne Decke“, dass sie in hohe Positionen vordringen. Im weltweiten Durchschnitt verdienen sie für vergleichbare Arbeit 10 bis 30 Prozent weniger als Männer.

Die Sparpolitik im Globalen Norden in Folge der Finanzkrise 2008/09 führte zur Schrumpfung des öffentlichen Sektors und zu Privatisierung, was besonders Frauen betrifft, die verstärkt im Bildungs-und Gesundheitsbereich tätig sind. Im Globalen Süden zeigten katastrophale Unfälle in den vergangenen Jahren in der Textilindustrie wie in Bangladesch und Kambodscha, dass sich die Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen und Löhne besonders für Frauen nicht erfüllt hat. Zudem ist ihnen in einigen Regionen noch immer der Besitz an Grund und Boden verwehrt.

Die unbezahlte Arbeit in Haus, Familie und Gemeinschaft hat weltweit nicht an Anerkennung gewonnen und ist weiterhin sehr ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. Ein Novum ist, dass eine Reihe von EU-Ländern seit einigen Jahren politisch aktiv wird, um Männer in die Verantwortung für Kinderbetreuung einzubeziehen. Allen voran die skandinavischen Länder. Dennoch ist die Verteilung von Care-Arbeit weitgehend ungelöst. Sorgearbeit als Lohnarbeit – durch Hausangestellte, Kinderfrauen, Altenpflegerinnen und Putzkräfte - wird verstärkt von Migrantinnen aus dem Globalen Süden und Osten übernommen. Auch diese wird noch immer gering geschätzt und niedrig entlohnt.

Dies zeigt: Diskriminierung endet nicht mit Marktintegration. Frauen werden oft als flexible, billige Arbeitskräfte genutzt und müssen ihre Rechte weiterhin erkämpfen.

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