Gleichstellungsprojekt Europa?

Dossier: Gleichstellungsprojekt Europa?

Foto: Abhijeet Rane@flickr. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.
Banner zur Konferenz "Gleichstellungsprojekt Europa?" des Gunda-Werner-Instituts vom 21.-22.März 2014
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Die EU hat in den letzten Jahrzehnten bei der Gleichstellung der Geschlechter Fortschritte gemacht, doch es gibt noch viele Herausforderungen. Die nächsten Europawahlen werden zeigen, ob das „Gleichstellungsprojekt Europa“ fortgesetzt und verbessert werden kann oder ob die meist konservativen oder rechtspopulistisch bis rechtsextremen Kräfte, die sich gegen eine emanzipative Gleichstellungspolitik wenden, Überhand gewinnen werden.

Banner zur Konferenz "Gleichstellungsprojekt Europa?" des Gunda-Werner-Instituts vom 21.-22.März 2014
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Die Gleichstellung der Geschlechter gehört zum Kernbestand des Europarechts. Die EU und das Europäische Parlament haben in der Gleichstellungspolitik wichtige Impulse gesetzt.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit zwischen den Geschlechtern

„Die Widerstände werden größer“
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Professorin Gabriele Abels von der Eberhard Karls Universität in Tübingen im Gespräch mit Caroline Ausserer über die Erfolge und Misserfolge der EU als gleichstellungs- und geschlechterpolitischen Akteurin.

viele Menschen in der U-Banh, schwarz-weiß
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Ist die  europäische Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik tatsächlich ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu demokratischen Geschlechterverhältnissen?

Zwei Stangen mit Stickern "Hoch" und "Runter".
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2014 lehnte das Europäische Parlament einen Geschlechtergleichstellungsbericht ab, welcher die negativen Auswirkungen von Austeritätspolitik auf Frauen hervorhob. Rosalind Cavaghan erläutert diese, und weitere, Einflüsse der Wirtschaftskrise auf die Geschlechterpolitiken der EU.

Zwei Frauen putzen den Ofen
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Carolin Ausserer spricht mit Catherine Hoskyns, Professorin Emerita in Europastudien und Geschlechterpolitik an der Coventry University, UK, über unbezahlte Arbeit und deren Auswirkungen.

Old Women
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Der Gender Pay Gap betrifft auch Senior_innen: Die Europäischen Kommission fand heraus, dass bei den europäischen Rentner_innen über 65 Jahren, Frauen im Durchschnitt 886 € pro Monat und Männer im Durchschnitt 1.447 € bekamen, was einem Rentengefälle von 39% entspricht

Fußgängerweg: Text mit Kreide "Suche Lohnarbeit"
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Der Begriff der „Krise“ ist durch seine inflationäre Verwendung zu einem Platzhalter geworden. Handelt es sich nur um eine negativ konnotierte Ansammlung kritischer Situationen oder auch um einen Wendepunkt, der einen notwendigen gesellschaftlichen oder politischen Wandel markiert?

zahnräder
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Neben der von Beginn an bestehenden EU-Gesetzgebung mittels Verträgen und Richtlinien (das so genannte hard law) sowie der Strategie Gender Mainstreaming seit Mitte der Neunziger Jahre, besteht EU-Gleichstellungspolitik aus  mehrjährigen Politikprogrammen, die regelmäßig seit 1982 verabschiedet wurden.

Europäische Zentralbank
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Die Strukturfonds sind das Finanzinstrument zur Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Regionen in der Europäischen Union. Dafür stehen 2014-2020 europaweit 352 Milliarden Euro zur Verfügung.

Stromleitungen
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In ihrem Artikel “Mainstreaming gender in the EU in times of crisis: scholarly developments and policy challenge", behauptet Emanuela Lombardo, dass – obgleich sich die Europäische Union seit den 1990er Jahren offiziell dazu verpflichtet hat, das Thema Gender in allen Politikfeldern fest zu etablieren - die Umsetzung von Gender Mainstreaming „problematisch oder ineffektiv“ sei.

Menschen in Licht und Schatten auf einem Platz
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Uta Klein behandelt im Kapitel 6 ihres Buches über „Geschlechterverhältnisse, Geschlechterpolitik und Gleichstellungspolitik in der Europäischen Union“ (2013) soziale Ungleichheit und  Geschlechterverhältnisse im europäischen Vergleich.

Teilnehmer_innen der Pyjama-Party-Parade zum Weltfrauentag 2009 in London, Ontario, USA
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Familienpolitik erlangt an der Schnittstelle von Sozial-, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Fiskalpolitik an Bedeutung. Die EU reagierte bisher auf diesem Feld zurückhaltend. Nun versucht sie dieses Feld in Sachen Gleichstellung und entlang wirtschaftlicher Interessen weiter zu entwickeln. Schlüsselbegriff hierfür ist die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben.

Interview

Interview mit Prof. Dr. Uta Klein zu "Aktuellen Genderfragen im Europarecht" im Rahmen von Expert_innengesprächen zu Recht und Gender an der Fernuni Hagen.
Alle Rechte bei der Fernuniversität Hagen.
http://www.fernuni-hagen.de/rechtundgender/klein.shtml

Gleichstellungspolitik außerhalb der EU

Markt in Dubrovnik, Kroatien
von

Ist die EU stark genug um die verschiedenen Aspekte struktureller und institutioneller Geschlechterungleichheiten in unterschiedlichen Ländern und Region zu bewältigen? Andrea Spehars Artikel untersucht die Effektivität der europäischen Geschlechterpolitik mithilfe von emprischen Daten aus Krotien und der EJR Mazedonien.

Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung

report hate speech
von

Die öffentlichen Diskurse und politischen Debatten in europäischen Ländern sind in vielen Fällen besorgniserregend: Um Wählerstimmen zu gewinnen, schüren konservative Parteien die Ängste und Frustrationen der Bevölkerung. Evelyne Paradis und Michael Privot rufen auf zu Solidarität und einer alternativen Gesellschaftsvision der Gerechtigkeit, Gleichstellung und Würde für alle.

Integration, Migration und Asyl aus Gender Persepektive

Wen kümmert's? Graffiti
von

Carolin Ausserer spricht mit Professorin Hanne Marlene Dahl, Universität Roskilde (Dänemark) über Care-arbeit und Migration im europäischen Kontext.

Bekämpfung geschlechtsbezogener Gewalt und Menschenhandel

Treppe mit Geländer im Omarska Camp
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Frauenkörper als Schlachtfeld militarisierter Männlichkeit. - Im Bosnienkrieg erregt besonders die flächendeckende und systematische Anwendung sexualisierter Gewalt aller Kriegsparteien viel Aufmerksamkeit in den internationalen Medien.

"Night Club" - "Nachtclub"
von

Nivedita Prasad setzt sich kritisch mit „Mythen“ um Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung auseinander. Sie zeigt, wie die aktuelle Rechtslage Betroffenen die Durchsetzung ihrer Rechte sehr schwer macht und fordert einen menschenrechtsbasierten Ansatz.

Handschellen
von

Häufig sind es andere Interessen, die mit dem Kampf gegen den Menschenhandel durchgesetzt werden können. Es geht dabei selten um ein „Empowerment“ der ausgebeuteten Menschen. Der Fokus auf die Stärkung der Menschenrechte der Ausgebeuteten ist notwendig um Menschenhandel nachhaltig zu bekämpfen.

Data Center - Patch Panel 2
von

Während der letzten Jahre ist das Interesse an der Erhebung personenbezogener Daten der Opfer von Menschenhandel stark gestiegen. Marjan Wijers legt die Instrumente, Prinzipen und Risiken dieser Erhebungen über das Privatleben der Betroffenen dar und zeigt: Für die Sammlung und Verarbeitung sensibler Daten müssen strenge Regeln gelten.

Veranstaltung "Gleichstellungsprojekt Europa?", 21./22. März 2014, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
von

Barbara Lochbihler, Grüne Europaabgeordnete, skizziert die EU-Gesetzgebung im Kampf gegen Menschenhandel und für den Schutz der Opfer. Die Migrations- und Flüchtlingspolitik der EU mache vor allem Migrant_innen zu Opfern von Menschenhandel.

Postkarte "Moderne Sklaverei"
von

Paula Riedemann und Babette Rohner von der Berliner Beratungsstelle Ban Ying setzen sich kritisch mit dem Begriff „Moderne Sklaverei“ auseinander. Sie stellen die Kampagnen der Beratungsstelle gegen Menschenhandel vor.

mover at work
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Kordula Schulz-Asche, Mitglied des Deutschen Bundestages, stellt die Positionen und Forderungen der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen beim Thema Menschenhandel vor.

"Nothing to See Here"
von

Margarete Muresan arbeitet bei der „IN VIA-Beratungsstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, im Land Brandenburg“. Durch konkrete Fallbeispiele zeigt sie, wie unterschiedlich die Konstellationen sein können.

"Urban Shadow"
von

Romana Riegler stellt in ihrer Untersuchung dar, wie vor allem strukturelle Diskriminierung auf Grund ethnischer Herkunft und Genderfaktoren Roma-Frauen besonders verletzlich für Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung machen.

Protesting Violence Aigainst Women
von

Mikael Gustafsson, Vorsitzender des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter im Europäischen Parlament (FEMM) im Gespräch mit Caroline Ausserer über vergangene Höhepunkte und zukünftige Herausforderungen.

Plakat "Faircare - für eine gute, gerechte und legale Beschäftigung osteuropäischer Betreuungskräfte.
von

Faircare berät Frauen aus Mittel- und Osteuropa, die in der häuslichen Pflege ausgebeutet werden. Doris Köhncke fordert eine staatliche Unterstützung der häuslichen Pflege, damit eine faire und gute Pflege für alle Beteiligten möglich wird.

Menschenhandel in Deutschland aus EU-Perspektive

Gleichberechtigte Teilhabe an Entscheidungsprozessen

Zwei Frauen mit Kindern und Kinderwagen
von

Von Gender-Chancengleichheit ist Europa noch weit entfernt – sei es auf dem Arbeitsmarkt oder in den Führungspositionen von Wirtschaft und Politik. Quoten und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sollen das ändern.

Franziska Brantner
von

Um der männlichen Monokultur in den Chefetagen ein Ende zu setzen, ist eine EU-weite verbindliche Quote unbedingt erforderlich. Ein Beitrag von Franziska Brantner, Mitglied der Grünen im Europäischen Parlament 

Mann/Frau Figuren - Schablone
von

In den letzten Jahrzehnten sind Normen, Vorschriften und Regulierungsverfahren zur Förderung von Geschlechtergleichstellung entstanden. Sie nehmen vielfältigste Formen an, wobei Geschlechterquoten sehr verbreitet sind und oft eingesetzt werden. In ihrem Beitrag beleuchtet und vergleicht Petra Meier drei verschiedene Quotenkonzepte in Bezug auf Politik und Wirtschaft.

Carme Chacón
von

Frauen in prominenten Positionen gibt es in der Politik inzwischen – fast – europaweit. Zwar steht Angela Merkel als deutsche Staatschefin ganz vorne in Berichterstattung und Popularität, aber Bilder, wie die von Spaniens schwangerer Verteidigungsministerin Carme Chacón, demonstrieren, wie weit Europa mittlerweile entfernt ist von männlich dominierten Parlamenten und Kabinetten – oder ist dies ein trügerisches Bild?

englischsprachige Artikel im Dossier

Inclusion of poor and working class women is crucial for a progressive democratic EU
Mariann Dósa (Ungarn) im Interview mit Caroline Ausser zu der Frage von mehr Inklusion von armen Menschen und weiteren marginalisierten Gruppen. Mehr»

 

Kofinanziert durch Europa für Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union

Geschlechterpolitik in Europa

Europa hat für Gleichberechtigung und Emanzipation bisher große Bedeutung. Die Politik der Europäischen Union (EU) hat fortschrittliche Regelungen in einzelnen Mitgliedsländern stark beeinflusst. Aber viele Fortschritte auf EU-Ebene werden in etlichen Ländern lokal und regional nicht umgesetzt oder schlicht ignoriert. Gelingt es, die zukunftsweisenden geschlechterpolitischen Initiativen, Maßnahmen und Instrumente der EU weiter zu entwickeln? Oder gewinnt die Allianz konservativer Kräfte mehr Gewicht in der europäischen Politik?

Das Gunda-Werner-Institut analysiert aus geschlechterdemokratischer und feministischer Perspektive die Politik der EU und der EU-Länder und stellt geschlechterpolitisch emanzipative Politikkonzepte vor.

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Gut zu wissen

  • EU-Richtlinien
    Verträge und rechtliche Regelungen zum Thema Gleichberechtigung mehr»
  • EU-Programme
    Arbeits- und Aktionsprogramme zur Umsetzung der EU-Gleichstellungspolitik mehr»
  • EU-Institutionen
    Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Gender und Antidiskriminierung mehr»
  • Fraktionen im EP
    Thema Gender im Europäischen Parlament mehr»
  • Literatur und Quellen mehr»

    Ausgewählte Publikationen:
  • Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene. Fit für die Zukunft – offen für die Potenziale von Frauen und Männern“ – Publikation der Fraktion Die Grünen / Europäische Freie Allianz im Europäischen Parlament von Dr. Franziska Brantner, Februar 2011 mehr»
  • Feminist Europa. Review of Books.« Die aktuelle Publikation der Deutschen Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung mehr»
  • Feministische Studien - Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (Ausgabe Mai 2011): Feminismus in Spanien [» PDF]
  • »Das gefühlte und das proklamierte Europa - Impulse und Barrieren der europäischen Genderpolitik« Mit einem Beitrag von Birgit Laubach: 'Europa der Frauen? Impulse und Barrieren der europäischen Genderpolitik' mehr»
  • »Gender Mainstreaming. How to Use Its Potential Effectively?« - Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung Polen. Infos und Download mehr»
  • »Zwei Schritte vor und einen zurück?!«
    Stand und Perspektiven europäischer Geschlechterpolitik von Barbara Unmüßig und Ulrike Allroggen [» PDF]
  • »Geschlechtergleichstellung in Deutschland. Was heißt hier Chancengleichheit?«
    Von Gitti Hentschel zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007 [» PDF]