Die Freundschaft zur Welt nicht verlernen

Die Freundschaft zur Welt nicht verlernen

« Ich plädiere also für diese ganze verrottete Gegenwart. Sie ist unsere einzige Gelegenheit. Sie ist das Leben, das wir haben. Sie und keine andere birgt den Stoff, um unsere Kräfte zu entwickeln. »
Christina Thürmer-Rohr, Vagabundinnen

Am 17. November 2016 feierte die feministische Autorin, Theoretikerin, Vordenkerin und Musikerin Christina Thürmer-Rohr ihren 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass erschien am 26.11.2016 der Sammelband "Die Freundschaft zur Welt nicht verlernen - Texte für Christina Thürmer-Rohr zum 80. Geburtstag der Sozialwissenschaftlerin, Feministin und Musikerin" in Kooperation mit feministische studien. Mit Texten von Sanchita Basu, Johanna Gisela Bechen, Carola von Braun, Gerd Conradt, Leah Carola Czollek, Susanne von Falkenhausen, Laura Gallati, Sabine Hark, Manfred Kappeler, Ines Kappert, Gudrun-Axeli Knapp, Claudia Koppert, Herta Kuhrig, Christine Kulke, Gudrun Perko, Nivedita Prasad und Barbara Unmüßig.

in Kooperation mit:

Am 4. Oktober sprachen Christina Thürmer-Rohr, Sabine Hark (feministische studien) und Ines Kappert über Feindschaft angesichts von Pegida, AfD und Co.

Welt lesen

Welt neu zu sehen geben, indem sie Welt neu und anders liest, indem sie wieder und wieder fragt, was genau vor ihr ist, war und ist das Metier von Christina Thürmer-Rohr. Heute wird sie 80 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich!

 

Von Prof. Sabine Hark

Ichnah

Nachdem ich die meisten Texte von Christina Thürmer-Rohr gelesen hatte, speziell die feministischen Vagabundinnen-Essays, sitze ich ihr dann doch wie ein leeres Blatt gegenüber und reflektiere ihre Gegenwart, ihre Präsenz – beobachte konzentriert, wie sie formuliert, sich erin­nert, innehält, sucht, sich äußert, ergänzt, Gedankengebäude baut, die in ihrem Gesicht, in ihrem Körperausdruck sichtbar werden. Ist das Denken – was ich da sehe?

Von Gerd Conradt

Veranstaltungsbericht

„Gänsehaut von 1 cm 15 hoch“

Tina Thürmer-Rohr wurde 80, und das Gunda-Werner-Institut richtet ihr zusammen mit feministische studien ein Fest aus. Dem „Geburtstagsmuffel“, wie Thürmer-Rohr sich selbst bezeichnet. Aber dann ist sie doch sehr vergnügt mit dem, was Weggefährtinnen und Nachgeborene da aus ihren Texten zutage fördern.

Von Heide Oestreich

Verbindung in der Abgrenzung

Während die Texte von Christina Thürmer-Rohr viele weiße Frauen direkt beeinflusst haben, so waren sie für mich – und möglicher­weise für andere Women of Color und Jüdinnen – wichtig für die Abgrenzung beziehungsweise Schärfung der Differenz, die struktu­relle und geschichtliche Lebensrealitäten prägen

Von Nivedita Prasad

Wegbegleiterin

Die Trümmer vergangener Katastrophen liegen in der Gegen­wart. Und es sind viele. Christina Thürmer-Rohr denkt aus der Fas­sungslosigkeit heraus, aus der Verzweiflung über den Wahnsinn einer Geschichte von Kriegen und Vernichtung, einer Geschichte, die nicht vergeht, sondern sich in immer neuen Steigerungen fortschreibt

Von Axeli Knapp

Ich bin eine ihrer vielen politischen Töchter

Von Anfang an war es der Name Christina Thürmer-Rohr, der mich elektrisierte -was ich für mich und meine politische Arbeit aus der These von der « Mittäterschaft » von Frauen von Christina Thürmer-Rohr abgeleitet habe? Im Nachhinein bestehen vor allem zwei Grund-Erkenntnisse, die meine gesamte politische Arbeit durchzogen haben und durchziehen.

Von Carola von Braun