„Reach Everyone on the Planet…“ Kimberlé Crenshaw und die Intersektionalität

„Reach Everyone on the Planet…“ Kimberlé Crenshaw und die Intersektionalität

Intersektionalität ist eine Linse, die erlaubt zu sehen, woher Macht kommt und auf wen oder was sie prallt, wo es Verknüpfungen und wo es Blockaden gibt. Es gibt nicht einfach ein Rassismus-Problem hier und ein Gender-Problem dort, und ein Klassen- oder LBGTQ-Problem woanders. Häufig löscht das dominante Framing aus, was Menschen wirklich passiert.

Grußwort

Barbara Unmüßig skizziert, was es für einen Thinktank wie die Heinrich-Böll-Stiftung bedeutet, Mehrfachdiskriminierung systematisch in die Bildungsarbeit einzubeziehen und eben alle Lebensrealitäten mitzudenken.

Von Barbara Unmüßig

Vorwort und Einleitung

„A truly intersectional feminism can reach everyone on the planet", davon ist K. Crenshaw überzeugt. In der Publikation erzählen Aktivist*innen, Künstler*innen und Forscher*innen warum und vor allem wie Crenshaw sie bis heute inspiriert. 

Von Dr. Ines Kappert, Dr. Emilia Roig

Glossar der Begriffe und Schriftverwendungen

Das Gendersternchen * verweist auf die Konstruiertheit der gegenderten Kategorie (wie z. B. Frau*) und ermöglicht es, Identitäten und Selbstpositionierungen jenseits der historisch gängigen und auch aktuell häufig zugeschriebenen Bezeichnungen mitzudenken.

Die Großschreibung von Schwarz verweist auf die Strategie der Selbstermächtigung. Es zeigt das symbolische Kapital des Widerstandes gegen Rassismus an, welches rassistisch markierte Menschen und Kollektive sich gemeinsam erkämpft haben.

BPOC steht für die politische Selbstbezeichnung Black und People of Color, die eine geteilte Rassismuserfahrung aufgreift und diese in eine kollektive Positionierung einfließen lässt.

Community verweist in der Beibehaltung der englischen Terminologie auf das Kollektive und das darin eingeschriebene Widerstandspotential. Dies in Abgrenzung zur herkömmlichen Bedeutung der deutschen Übersetzung „Gemeinde“ oder „Gemeinschaft“.

Die Klein- und Kursivsetzung von weiß verweist auf die soziale Konstruiertheit von Differenzmarkierungen, wobei weiß üblicherweise unmarkiert bleibt. Da im Gegensatz zu Schwarz dieser Differenzmarkierung kein Selbstermächtigungs- und Widerstandpotential innewohnt, wird weiß auch nicht großgeschrieben.


Es geht nicht um Bitten, es geht um Macht. Es geht nicht darum zu fragen, sondern zu fordern. Nicht die aktuellen Machtträger*innen müssen überzeugt werden, sondern wir müssen das Gesicht der Macht selbst verändern.

Reflexion über Migration und feministisches Leben

"Still sein, wirklich präsent werden, mit dem Herzen zuhören, mich freuen, dass wir nicht gleich sind. Ich könnte mich freuen, dass wir einander ertragen, ein Mosaik sein können..."

Von Clementine Ewokolo Burnley

Obwohl Schwarze Frauen routinemäßig von der Polizei getötet, vergewaltigt und geschlagen werden, bleiben ihre Erfahrungen meist unerwähnt, wenn die Gewalt der Polizei kritisiert wird.

Antidiskriminierungsrecht mit Crenshaw – aber ohne Rasse?

Diejenigen, die jeden Bezug auf das Konzept „Rasse“[1] im deutschen Kontext ablehnen, wären gut beraten, sich grundlegender mit den tieferen Bedeutungen von „Rasse“ im globalen Sinne und „Rasse“ als ein Konzept im deutschen Kontext zu beschäftigen.

Von Dr. Cengiz Barskanmaz

Ein Schwarm Schmetterlinge

Kimberlé Crenshaw bildete das Fundament des Centers for Intersectional Justice (CIJ) und beeinflusste die Gründerin Emilia Roig grundlegend in ihrem Denken und Handeln.

Von Dr. Emilia Roig

Was bringt ein Wort?

Über die Wirkmacht von (einzelnen) Wörter und die Möglichkeit darin, persönliche und kollektive Erfahrungen widerzuspiegeln.

Von Amandine Gay

Rassistischer Kapitalismus: Hierarchien der Zugehörigkeit

Kritiker*innen der "Identitätspolitik" und Intersektionalität empören sich über eine Spaltung durch die Benennung hierarchisierter Unterschiede. Wir müssen wachsam bleiben vor Instrumentalisierung von Vielfalt und oberflächlichem Multikulturalismus. Intersektionale Theorie und Praxis muss Privilegien und Unterschiede anerkennen und nutzen.

Von Dr. Fatima El-Tayeb

Als Kimberlé Crenshaw nach Paris kam…

Intersektionalität im akademischen Raum - "Dank Intersektionalität wurde mir klar, wie sehr ich mich selbst beschränkt hatte, um mich dort einzufügen, wo ich weder erwartet wurde noch erwünscht war."

Von Christelle Gomis

Die ganze Zeit übernehmen Schwarze Frauen die harte Arbeit, die Bewegung für soziale Gerechtigkeit voranzubringen. Eine Arbeit, die ‚Rassismus-only‘- und ‚Feminismus-only‘-Ansätze nicht leisten können.

In Sachen Sprache

"Ganz gleich, wie oft ich meine Sätze umformuliere oder abmildere, ich kann nur selten Rassismus oder Sexismus kritisieren, ohne implizit oder explizit als zornige Schwarze Frau* abgetan zu werden."

Von Sharon Otoo

Kimberlé Crenshaws Einfluss auf mein pädagogisches Handeln

Weiß, männlich, heterosexuell und bürgerlich - unser Bildungs- und Erziehungswissen gründet auf dieser in uns allen vewobenen „4-Faltigkeit". Wie kann Pädaggik zum befreienden Handlungssystem werden, das Raum für alle Lebensrealitäten schafft?

Von Katja Kinder

Identität ist nicht einfach eine selbstgerechte Einheit. Es ist eine Beziehung zwischen Menschen und der Geschichte, der Community und den Institutionen. Schulen und Universitäten tun gut daran, das zu verstehen.

Can We Get a Witness?

Eine Bildhauerin über ihre Integration von Intersektionalität in ihre Arbeit und darüber hinaus.

Von Julia Phillips
Wenn wir das Problem nicht sehen, können wir es auch nicht lösen.