Peking+20 - Frauen und Gesundheit

Reproduktive Gesundheit und  Rechte  sind zentrale Begriff im Kapitel „Frau und Gesundheit“ in Peking. Dabei geht um viel mehr als Familienplanung, z.B. um das Recht, in einer Umgebung zu leben, die Menschen den Genuss ihrer Sexualität ermöglicht oder das Recht auf Freiheit von sexuellem Zwang und sexueller Gewalt. Im Zentrum stehen also individuelle Rechte auf Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit und Freiheit von Diskriminierung. Damit war Peking ein Meilenstein unterschiedlicher feministischen Kämpfe z.B. gegen Bevölkerungspolitik oder für Frauengesundheit. 

Gleichzeitig ist Peking auch ambivalenter Bezugspunkt. Denn seit den 1990ern funktionieren Diskurse um Selbstbestimmung als neue Formen der Führung, individuelle Bedürfnisse und Rechte werden anschlussfähig für biopolitische Machtstrategien, „Empowerment“ wird auch zum Code für „Beratungs- und Betreuungsbedarf“. In Folge von Peking  verweisen Feminist_innen auf die Medikalisierung bevölkerungspolitischer Ziele.

Neben der Ambivalenz hat Peking hat auch eine Lücke: Das Recht auf Abtreibung als Menschenrecht wurde nicht verankert. Nur dort, wo Abtreibung bereits legal ist, soll sie gesichert stattfinden können.  Rechte auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung müssen also weiter und immer wieder neu erkämpft werden, denn sie erhalten Gegenwehr. Peking +20 ist Anlass, nach diesen Kämpfen gestern und heute zu fragen.

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